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BeitragVerfasst: Do 22. Okt 2009, 15:16 
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Etwas müde saßen Resi und Schorsch im Abteil des Intercitys nach Hamburg. Es regnete draußen und das Plätschern des Wassers und die Fahrgeräusche des Zugen bewirkten, dass sie schließlich beide ins Land der Träume entschlummerten. Sie hatten gestern (nein, eigentlich heute früh) noch lange gefeiert und sich danach noch lange in den Armen gelegen und gekuschelt. Das hat beide schlussendlich so rührselig gemacht, nach allem was sie erlebt hatten, dass sie den Entschluss gefasst hatten, endlich mal nach Hamburg zu fahren und sich einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen, nämlich Andrew Lloyd Webbers Musical Cats im Operettenhaus an der Reeperbahn live sehen. In ihrem normalen Leben wäre das nicht möglich gewesen, da dort nach 15 Jahren Cats schon lange andere Programme liefen. Nachdem beide eine Weile geschlafen hatten, wurden sie durch das jähe Bremsen des Zuges geweckt. Weder Resi noch Schorsch wussten gleich wo sie waren. Draußen war es mittlerweile stockdunkel geworden. Draußen zuckten ein paar Blaulichter durch die Nacht. Dann hörte man plötzlich auch das Jaulen von Sirenen. "Was da wohl passiert ist?"fragte Resi. "Keine Ahnung", antwortete ihr Freund, " ich hoffe nur, dass es nichts Schlimmes ist. Obwohl, bei Blaulicht und Sirene............................?"
In diesem Moment öffnete sich die Abteiltür und zwei Männer in Uniform fragten höflich aber bestimmt nach den Ausweispapieren. "Oh Mann," zuckte es erschrocken durch Resis Kopf, "wir haben doch gar keine!" Sie blickte die Beamten aber nur erstarrt und schweigsam an. Aber da griff Schorsch in seine Brieftasche und zog beide Ausweise aus der Tasche, wobei er allerdings etwas unsicher wirkte. Seine Freundin wunderte sich zwar etwas, war aber erstmal erleichtert. "Die Ausweise sehen ja aus, als wären sie hundert Jahre alt, was haben sie damit nur gemacht?" fragte der Polizist und reichte die Papiere, die laut Austellungsdatum druckfrisch waren, etwas erstaunt an Schorsch zurück. Der zuckte nur mit den Schultern und murmelte etwas Unverständliches vor sich hin. Draußen auf dem Gang tuschelten die Beamten miteinander. Resi verstand nur etwas von seltsame Papiere, kein Gepäck und erschrecktem Blick bei der Frau. Langsam entfernten sich dann aber doch die Schritte der Männer und die beiden atmeten erleichtert auf. "Woher hattest du denn plötzlich die Ausweise?"wollte Resi jetzt aber doch wissen. Schorsch erzählte ihr:"Weißt du das war so: Die Zukunftsresi hat die Ausweise extra aufgehoben, als sie abgelaufen waren. Sie dachte wohl schon, dass wir auftauchen und sie dann vielleicht brauchen würden. Nein, genauer gesagt, sie wusste es, denn sie hat das alles ja schon erlebt, was uns noch bevor steht." "Tja, so wird es wohl sein," überlegte Resi, "was ich aber nicht verstehe: Warum hat sie uns das alles nicht erzählt? Wir wären doch dann auf alles vorbereitet gewesen............."In diesem Moment fielen mehrere Schüsse. Jemand schrie in der Finsternis gequält auf. Alle Polizisten, die eben noch die Reisenden kontrolliert haben waren jetzt mit ihren Taschenlampen draußen unterwegs und beleuchteten die Szene. Noch immer war im Zug nicht auszumachen, was sich da eigentlich abspielte und die Reisenden begannen darüber zu diskutieren, was los sein könnte. Aus dem Nachbarabteil war zu hören, dass die Polizei wohl die Geldtransporträuber, die am Vortag 10 Millionen DM geraubt hatten, im Zug vermutete. Plötzlich hörte man eilige Schritte näher kommen und die Polizisten betraten wieder das Abteil in dem Resi und Schorsch saßen. "Gehört das zu ihrem Gepäck?" fragte einer der Beamten und zeigte auf eine Plastiktüte. Resi senkte den Blick und schwieg. Schorsch antwortete:" Uns gehört das nicht. Bisher ist mir die Tüte auch nicht weiter aufgefallen." "Hmmm", brummte der Uniformierte vor sich hin. Er nahm die Tüte und schaute hinein. "Ahaaaa," sagte er laut, " da habe wir es ja!" Dabei holt er eins von vielen Bündeln Geldscheine aus der Tüte. Erstaunt sahen Resi und Schorsch sich an und ahnten nichts Gutes. "Ich fürchte, wir werden uns etwas unterhalten müssen!", sprach der Beamte sie an. Da Resi und Schorsch aber nichts zu verbergen hatten und auch keine Fingerabdrücke von ihnen auf der Tüte sein konnten, sagte Schorsch frech zu dem Polizisten: "Schauen sie mal, wie blau jetzt ihre Finger sind. Das Geld scheint markiert zu sein, sowas habe ich schon mal im Krimi gesehen." Der Uniformierte stutze. Tatsächlich waren seine Finger ganz verfärbt.
"Das ist jedenfalls das Geld, das gestohlen wurde. Haben Sie beide etwas dazu zu sagen?""Wie ich schon gesagt habe, wir hatten die Tüte bislang nicht mal bemerkt. Wir können Ihnen da beim besten Willen nichts darüber sagen", antwortete Schorsch. "Seit München haben wir geschlafen, bis sie den Zug gestoppt haben." Der Polizist sagte darauf nur:" Also bis Hamburg wollen die fahren? Gut, dann bleiben Sie in diesem Abteil. Es könnte sein, dass wir noch weitere Fragen an sie haben."
Er notierte sich nochmal die Personalien, grüßte kurz und ging. Die bis dahin fast stumme Resi seufzte:" Mann, oh Mann, wo sind wir da bloß wieder hineingeraten?"" Stimmt. Einen Urlaub stelle ich mir auch andes vor," antwortete Schorsch, "wir müssen jetzt eben das Beste daraus machen. Wir haben schon Schlimmeres überstanden. Aber ich frage mich doch, wie die Bankräuber auf den Gedanken kommen, dass Geld einfach hier im Zug zu deponieren". "Vielleicht, haben sind sie ja noch irgendwo in der Nähe und warten nur auf einen geeigneten Moment ihre Beute wieder zu holen," überlegte Resi. "Ich denke eher, die haben das Färbemittel bemerkt, das man praktisch nicht abwaschen kann und das das Geld praktisch wertlos macht," entgegnete ihr Freund und sie musste ihm Recht geben. Das hatte sie nicht bedacht. "Ich frage mich, wer da eben bei der Schießerei getroffen wurde?", fragte sich Resi. Schorsch antwortete nicht sondern sah nur nachdenklich aus dem Fenster in die dunkle Nacht."So gezielt, wie sie wieder hier ins Abteil gestürmt sind, muß doch irgend jemand von den Bankräubern was ausgesagt haben!", sinnierte Resie weiter, "meinst du sie kommen wieder und wir bekommen ernsthafte Schwierigkeiten?" "Vielleicht wollten sie ja so ihre Verfolger loswerden, da das Geld ja sowieso für sie wertlos war, wegen des Färbemittels", erwiderte ihr Freund, "na egal, ich hoffe jedenfalls, dass wir unsere Reise jetzt in Ruhe fortsetzen können."

Ein paar Stunden später lief der Zug in Hamburg ein. Das helle Licht auf dem Bahnhof, die vielen Menschen die von einem Ort zum anderen eilten, die Lautsprecherdurschsagen, die Gerüche von den Imbissläden, das alles ließ das Liebespaar die letzten aufregenden Stunden vergessen. Kurz vor Hannover hatte man sie zwar noch gebeten, morgen auf dem Polizeipräsidium am Beliner Tor zu melden, aber das war wohl nur noch der Ordnung halber. Resi und Schorsch machten sich also auf den Weg zu ihrem Hotel, checkten ein und fielen bald darauf in einen erholsamen Schlaf. Helles Mondlicht schien auf die Zwei, die das aber gar nicht mehr bemerkten. Sie schliefen tief und fest, erholten sich von allen Abenteuern und Aufregungen der letzten Tage und es war gut so. Weiß man was der nächste Tag wieder mit sich bringen wird.
Morgens um 6 wurden die beiden aber schon wieder durch den ungewohnten Verkehrslärm geweckt. Resi reckte und streckte sich, Schorsch kroch aus dem Bett und schaute zum Fenster hinaus. Sie hatten einen herrlichen Blick über den Park "Planten und Blomen" zum Fernsehturm hin, der im Licht der aufgehenden Sonne aus einer dünnen Bodennebelschicht aufragte. Es schien ein wunderschöner Tag zu werden und das schlug sich auch auf die Stimmung der beiden nieder. Zuerst sollte mal ausgiebig gefrühstückt werden. Aber als Resi ihren Schorsch so im Sonnenlicht sah, kam ihr ganz anderes in den Sinn und sie lies wie zufällig den Träger ihres Nachthemdchens von der Schulter rutschen. Ihr Liebster sah das sofort und kam der unausgesprochenen Aufforderung gerne nach. Er nahm sie in den Arm und küsste sie leidenschaftlich. Seine Hand streichelte dabei die vollen Rundungen ihres Busens. Resi stöhnte auf, ihr Herz schlug schneller ........ Doch plötzlich klopfte es heftig an der Zimmertüre.
"Inspektor Grau! Darf ich mal kurz stören?" "Verdammt, hat man denn nie seine Ruhe" zischte Schorsch wütend. "Keine Angst, ich habe gute Nachrichten." Resi und ihr Freund schauten den Beamten, nachdem sie die Türe geöffnet hatten, gespannt an.
"Um es gleich vorweg zu schicken", fing der ihnen noch unbekannte Kommissar zu reden an, nachdem er sich ausgewiesen hat, "die Bankräuber haben umfassend gestanden und sie sind frei von jedem Verdacht." Erleichtert blickten die beiden Liebenden sich an. "Eine Belohnung für die Mithilfe bei der Wiederbeschaffung des Geldes steht ihnen wohl auch zu, da sie meinen Kollegen aus dem Zug auf die Tüte aufmerksam gemacht haben." "Juhuuu!," entfuhr es da Resi, "dann können wir ja unsere Urlaub hier ein bisschen verlängern." Schorsch hingegen schaute etwas ungläubig aus der Wäsche, da sie doch nichts dazu beigetragen hatten und fragte: "Was ist da im Zug eigentlich genau passiert?" Der Beamte schaute ihn erstaunt an. Dann sagte er verschämt grinsend: "Ach das können sie ja gar nicht alles mitbekommen haben. Das ging wohl alles zu schnell für Sie. Also das war folgendermaßen: Nach dem Bankraub hat ein Passant die Räuber unauffällig bis zum Bahnhof verfolgt und gesehen, wie sie in den Zug nach Hamburg stiegen. Deshalb haben wir dann den Zug an der bewussten Stelle anhalten lassen, um ihn zu durchsuchen. Als meine Kollegen dann auf die Verbrecher stießen, flohen sie aus dem Zug, genau den anderen Kollegenin die Arme. Dann kam es zur Schießerei, wobei ein Räuber verletzt wurde. Sie weigerten sich allerdings zu sagen wo die Beute war und ob sie noch Komplizen hatten. Ein aufmerksamer Reisender wies uns dann auf ihr Abteil hin, da er einen der Räuber dabei gesehen hatte, als er heraus kam.", erklärte der Polizist den beiden. Schorsch und Resi nickten verstehend. "Die Versicherung hat eine Belohnung von 10% der wiederbeschafften Summe ausgelobt und da wir als ermittelnde Beamte kein Anrecht darauf haben und die beiden Kollegen zu Protokoll gegben haben, dass sie die herrenlose Tüte auf ihren Hinweis hin überprüft haben, dürfte ihnen allein das Geld zustehen." "Juhuuuu!" entfuhr es da Resi. "Das sind ja ganz tolle Neuigkeiten!", freute sich Schorsch. "Es sind die ganzen 10Millionen DM in 1000DM Scheinen in der Tüte gewesen - 10000 Scheine !" Der Beamte klärte die beiden noch auf wo, wann und wie sie an den Finderlohn kommern würden und verabschiedete sich mit einem freundlichen Lächeln. "Eine Millionen € dafür, das wir im Abteil geschlafen haben, in dem Bankräuber ihre unbrauchbare Beute versteckt haben?", sinnierte Schorsch," Nicht übel!" Resi lachte lauthals auf. "Ja, so viel Glück ist doch unglaublich. Aber egal,...... jetzt machen wir uns einfach ein schönes Leben. Wir müssen jetzt überlegen, wie wir einen Teil des Geldes am besten anlegen, damit wir lange davon leben können."" Mit dem Geld in der Hinterhand können wir auch unsere Zeitmaschinen-Hütte so richtig ausnutzen." erwiderte Schorsch. Ganz verstand Resi das nicht, aber sie nickte zustimmend. Nach so viel Aufregung am Morgen war es jetzt höchste Zeit für ein Frühstück.
Nach 25 Minuten waren sie mit der Morgentoilette fertig und begaben sich ins Hotelrestaurant um sich am reichhaltigen Buffet zu stärken. Schorsch füllte sich seinen Teller, als wenn er eine ganze Fußballmannschaft verköstigen müsste. So eine Auswahl an Köstlichkeiten, gab es schließlich nicht jeden Tag und sein Hunger war groß. "Irgendwie kann ich das alles noch gar nicht glauben!"wiederholte Resi nun bestimmt schon zum 10. Mal, wie eine Schallplatte mit einem Sprung, "welch ein Glück! Nein so etwas .....".
"Wir gehen jetzt erst mal eine Runde drüben im Park Planten un Blomen spazieren, damit du mal wieder etwas klarer im Kopf wirst, mein Schatz," grinste Schorsch. "O.K.", stimmte Resi laut lachend zu. "Die frische Luft wird mir gut tun." Also machten die beiden sich auf den Weg. Es war ein wunderschöner Tag, die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel und schien sich mit ihnen zu freuen. Überall genossen Menschen den schönen Tag und die Kinder hatten ihren Spass an den verschiedenen Wasserspielen.
Nach einiger Zeit setzten sich die beiden Liebenden auf eine Parkbank und Schorsch fragte:"Wenn ich hier die vielen Kinder sehe, frage ich mich, wie du zu eigenen Kindern stehst. Hast du schon mal darüber nachgedacht, ob und wenn ja, wann du Kinder willst? Ich wünsche mir Kinder von dir.""Gegen zwei, drei Kinder hätte ich nichts auszusetzten, aber in der Zukunft habe ich keinen Hinweis darauf gesehen, das wir welche hätten", antwortete Resi nicht mehr ganz so fröhlich. "Hmm," überlegte Schorsch,"ich denke wir können die Zukunft mit unserer Zeithütte ändern, meinst du nicht?""Zumindest werden wir erfahren, wieviel Vorbestimmung es in unserem Leben gibt, und wie groß unser Einfluss darauf ist, wenn wir versuchen unser Schicksal zu ändern," antwortete ihr Schorsch, "aber zunächst mal lass uns unseren Urlaub jetzt mal in vollen Zügen genießen. Geld haben wir ja jetzt genug um es uns mal so richtig gut gehen zu lassen.""Vorsicht, noch haben wir es nicht auf dem Konto!"mahnte Resi. Schorsch lachte laut auf und ermahnte sie nicht immer so negativ zu denken.
Nach ihrem Bummel durch den Park stand eine Stadtrundfahrt mit der "Hummelbahn" auf dem Programm. Resi liebte es mit solch romantischen Fahrzeugen durch die Gegend zu bummeln. Am Hafen stiegen sie in eine Barkasse um mit der sie kreuz und Quer durch den Hafen und die alte Speicherstadt schipperten. Sie bewunderten die vielen historischen Gebäude und beobachteten das emsige Treiben der dort arbeitenden Menschen. "Hej Löcht" ("Er Lügt" So nennt man im Hafen die Barkassenkapitäne) hatte bei jeden Gebäude und jedem Schiff seine witzigen "Döntjes" (gem Wikipedia kleinere, zumeist heitere, fiktive Erzählung) auf Lager, und so gab es einiges zu lachen oder zumindest zu schmunzeln. Die Zeit verging wie im Fluge und der schöne Ausflug ging leider zu Ende. Aber am Abend würden sie ja noch zu Cats gehen. So machten sie sich auf ins Hotel um sich schick für den Abend zumachen. Aber vorher kehrten sie noch in einem Chinarestaurant ein um ihren Hunger zu stillen. Resi entschied sich für Frühlingsrolle und knusprige Ente mit Bambus und Morcheln, Schorsch wählte, wie meistes beim Chinesen, scharfes Rindfleich Szechuan-Art. Es dauerte nicht lange und das Mahl wurde ihnen serviert. Sie hatten offenbar ein gutes Restaurant gewählt, die Portionen waren so groß, dass sie sicher nicht hungrig weggehen würden, es war alles appetitlich angerichtet und duftete einfach herrlich. Man hätte denken können, dass Schorsch seit Tagen nicht gegessen hätte, so haute er rein und auch Resi ließ es sich schmecken. Satt und zufrieden lehnten sie sich nach der Mahlzeit zurück und nippen am Pflaumenwein, der ihnen als Aufmerksamkeit des Hauses nach dem Essen gereicht wurde. Zufrieden mit dem schönen Tag gab Schorsch ein fürstliches Trinkgeld, als er die Rechnung bezahlte. Resi lächelte ihn verzückt an. So einen schönen Tag hatten sie lange nicht mehr erlebt, und freute sich schon auf das Musical.
Sie fuhren mit einem Taxi zurück zum Hotel und machten sich hübsch für den Abend im Theater. Schon bald waberte der Wasserdampf im Badezimmer, weil Schorsch ein richtig heißes Duschbad nahm. Resi suchte einstweilen etwas Passendes zum Anziehen. Zwar hatte sie sich schon vor der Abreise für ein schickes Kleid entschieden, aber jetzt war sie doch wieder unschlüssig. Eine Weile probierte sie noch dies und das. Sie wollte doch schließlich besonders hübsch sein an diesem Abend. Endlich wählte sie ein rotes, recht kurzes Kleid, das sie aber noch aufbügelte, da es vom Transport etwas knitterig geworden war. Endlich kam auch Schorsch aus dem Bad. Er duftete nach Rasierwasser und sah umwerfend aus.
Als das bestellte Taxi vorfuhr küssten sich die beiden noch mal kurz und stiegen ein, um zum Operettenhaus auf der Reeperbahn zu fahren. Es herrschte sehr viel Verkehr und sie kamenn nur langsam voran. Gut, dass sie sich das Taxi sehr früh bestellt hatten. Außerdem war der Weg war auch nicht so weit, wie sie dachten, so dass sie sich im Foyer noch ein Glas Sekt gönnten. Als das Signal ertönte, machten sie sich auf den Weg um ihre Plätze einzunehmen. Resi war sehr aufgeregt. Lange schon hatte sie sich auf das Musical gefreut. Schlieslich ging das Licht ganz aus und nur ein paar Katzenaugen leuchteten im dunkeln, während langsam leise, ja fast vorsichtig die Musik einsetzte. Nach und nach schalteten sich Scheinwerfer ein, die die Szene beleuchteten. Die Musik wurde lauter und lauter, die Spannung stieg.
Resi und Schorsch waren im Nu von der Aufführung gefesselt. Die Darsteller waren sehr gut und und das Publikum wusste das durch mehrfachen Szenenapplaus zu würdigen. Schorsch wußte, dass sie es nur ihrer "Zeitmaschinenhütte verdankten so eine schöne Aufführung zu sehen, waren doch die späteren Versionen in Stuttgart, Frankfurt, oder anderswo im deutschsprachigen Raum nur ein müder Abklatsch der Hamburger Produktion.
Resi flüsterte ihrem Liebsten ins Ohr: " Ach Süßer, das ist ein Wahnsinn! Diese Schauspieler, Sänger, Tänzer! Ich wollte diese Musical immer schon sehen, aber soooooooo schön hatte ich es mir nicht mal in meinen Träumen vorgestellt! "Ja, so etwas live zu erleben ist schon was anderes, als im Fernsehn. Echt Klasse!" Gespannt verfolgten die beiden das weitere Geschehen auf der Bühne. In der Pause gönnten sich die beiden ein Gläschen Sekt. Sie genossen den Abend in vollen Zügen. Nach der Vorstellug bummelten sie noch über die "Sündige Meile" die ja direkt vor der Tür des Operettenhauses beginnt. Die schauten sich neugierig um. So viel hatten sie schon gehört davon und jetzt warfen sie endlich da und konnten alles bestaunen was da so ablief. Resi war schon etwas erstaunt, dass Schorsch trotz ihrer Anwesenheit von Damen des "Horizontalen Gewerbes " angesprochen wurde. Das hÄtte sie sich nicht gedacht, aber sie war auch noch nie in einer solchen Umgebung und hatte keine Ahnung was da alles so ablief.


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BeitragVerfasst: Do 22. Okt 2009, 18:33 
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Etwas müde saßen Resi und Schorsch im Abteil des Intercitys nach Hamburg. Es regnete draußen und das Plätschern des Wassers und die Fahrgeräusche des Zugen bewirkten, dass sie schließlich beide ins Land der Träume entschlummerten. Sie hatten gestern (nein, eigentlich heute früh) noch lange gefeiert und sich danach noch lange in den Armen gelegen und gekuschelt. Das hat beide schlussendlich so rührselig gemacht, nach allem was sie erlebt hatten, dass sie den Entschluss gefasst hatten, endlich mal nach Hamburg zu fahren und sich einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen, nämlich Andrew Lloyd Webbers Musical Cats im Operettenhaus an der Reeperbahn live sehen. In ihrem normalen Leben wäre das nicht möglich gewesen, da dort nach 15 Jahren Cats schon lange andere Programme liefen. Nachdem beide eine Weile geschlafen hatten, wurden sie durch das jähe Bremsen des Zuges geweckt. Weder Resi noch Schorsch wussten gleich wo sie waren. Draußen war es mittlerweile stockdunkel geworden. Draußen zuckten ein paar Blaulichter durch die Nacht. Dann hörte man plötzlich auch das Jaulen von Sirenen. "Was da wohl passiert ist?"fragte Resi. "Keine Ahnung", antwortete ihr Freund, " ich hoffe nur, dass es nichts Schlimmes ist. Obwohl, bei Blaulicht und Sirene............................?"
In diesem Moment öffnete sich die Abteiltür und zwei Männer in Uniform fragten höflich aber bestimmt nach den Ausweispapieren. "Oh Mann," zuckte es erschrocken durch Resis Kopf, "wir haben doch gar keine!" Sie blickte die Beamten aber nur erstarrt und schweigsam an. Aber da griff Schorsch in seine Brieftasche und zog beide Ausweise aus der Tasche, wobei er allerdings etwas unsicher wirkte. Seine Freundin wunderte sich zwar etwas, war aber erstmal erleichtert. "Die Ausweise sehen ja aus, als wären sie hundert Jahre alt, was haben sie damit nur gemacht?" fragte der Polizist und reichte die Papiere, die laut Austellungsdatum druckfrisch waren, etwas erstaunt an Schorsch zurück. Der zuckte nur mit den Schultern und murmelte etwas Unverständliches vor sich hin. Draußen auf dem Gang tuschelten die Beamten miteinander. Resi verstand nur etwas von seltsame Papiere, kein Gepäck und erschrecktem Blick bei der Frau. Langsam entfernten sich dann aber doch die Schritte der Männer und die beiden atmeten erleichtert auf. "Woher hattest du denn plötzlich die Ausweise?"wollte Resi jetzt aber doch wissen. Schorsch erzählte ihr:"Weißt du das war so: Die Zukunftsresi hat die Ausweise extra aufgehoben, als sie abgelaufen waren. Sie dachte wohl schon, dass wir auftauchen und sie dann vielleicht brauchen würden. Nein, genauer gesagt, sie wusste es, denn sie hat das alles ja schon erlebt, was uns noch bevor steht." "Tja, so wird es wohl sein," überlegte Resi, "was ich aber nicht verstehe: Warum hat sie uns das alles nicht erzählt? Wir wären doch dann auf alles vorbereitet gewesen............."In diesem Moment fielen mehrere Schüsse. Jemand schrie in der Finsternis gequält auf. Alle Polizisten, die eben noch die Reisenden kontrolliert haben waren jetzt mit ihren Taschenlampen draußen unterwegs und beleuchteten die Szene. Noch immer war im Zug nicht auszumachen, was sich da eigentlich abspielte und die Reisenden begannen darüber zu diskutieren, was los sein könnte. Aus dem Nachbarabteil war zu hören, dass die Polizei wohl die Geldtransporträuber, die am Vortag 10 Millionen DM geraubt hatten, im Zug vermutete. Plötzlich hörte man eilige Schritte näher kommen und die Polizisten betraten wieder das Abteil in dem Resi und Schorsch saßen. "Gehört das zu ihrem Gepäck?" fragte einer der Beamten und zeigte auf eine Plastiktüte. Resi senkte den Blick und schwieg. Schorsch antwortete:" Uns gehört das nicht. Bisher ist mir die Tüte auch nicht weiter aufgefallen." "Hmmm", brummte der Uniformierte vor sich hin. Er nahm die Tüte und schaute hinein. "Ahaaaa," sagte er laut, " da habe wir es ja!" Dabei holt er eins von vielen Bündeln Geldscheine aus der Tüte. Erstaunt sahen Resi und Schorsch sich an und ahnten nichts Gutes. "Ich fürchte, wir werden uns etwas unterhalten müssen!", sprach der Beamte sie an. Da Resi und Schorsch aber nichts zu verbergen hatten und auch keine Fingerabdrücke von ihnen auf der Tüte sein konnten, sagte Schorsch frech zu dem Polizisten: "Schauen sie mal, wie blau jetzt ihre Finger sind. Das Geld scheint markiert zu sein, sowas habe ich schon mal im Krimi gesehen." Der Uniformierte stutze. Tatsächlich waren seine Finger ganz verfärbt.
"Das ist jedenfalls das Geld, das gestohlen wurde. Haben Sie beide etwas dazu zu sagen?""Wie ich schon gesagt habe, wir hatten die Tüte bislang nicht mal bemerkt. Wir können Ihnen da beim besten Willen nichts darüber sagen", antwortete Schorsch. "Seit München haben wir geschlafen, bis sie den Zug gestoppt haben." Der Polizist sagte darauf nur:" Also bis Hamburg wollen die fahren? Gut, dann bleiben Sie in diesem Abteil. Es könnte sein, dass wir noch weitere Fragen an sie haben."
Er notierte sich nochmal die Personalien, grüßte kurz und ging. Die bis dahin fast stumme Resi seufzte:" Mann, oh Mann, wo sind wir da bloß wieder hineingeraten?"" Stimmt. Einen Urlaub stelle ich mir auch andes vor," antwortete Schorsch, "wir müssen jetzt eben das Beste daraus machen. Wir haben schon Schlimmeres überstanden. Aber ich frage mich doch, wie die Bankräuber auf den Gedanken kommen, dass Geld einfach hier im Zug zu deponieren". "Vielleicht, haben sind sie ja noch irgendwo in der Nähe und warten nur auf einen geeigneten Moment ihre Beute wieder zu holen," überlegte Resi. "Ich denke eher, die haben das Färbemittel bemerkt, das man praktisch nicht abwaschen kann und das das Geld praktisch wertlos macht," entgegnete ihr Freund und sie musste ihm Recht geben. Das hatte sie nicht bedacht. "Ich frage mich, wer da eben bei der Schießerei getroffen wurde?", fragte sich Resi. Schorsch antwortete nicht sondern sah nur nachdenklich aus dem Fenster in die dunkle Nacht."So gezielt, wie sie wieder hier ins Abteil gestürmt sind, muß doch irgend jemand von den Bankräubern was ausgesagt haben!", sinnierte Resie weiter, "meinst du sie kommen wieder und wir bekommen ernsthafte Schwierigkeiten?" "Vielleicht wollten sie ja so ihre Verfolger loswerden, da das Geld ja sowieso für sie wertlos war, wegen des Färbemittels", erwiderte ihr Freund, "na egal, ich hoffe jedenfalls, dass wir unsere Reise jetzt in Ruhe fortsetzen können."

Ein paar Stunden später lief der Zug in Hamburg ein. Das helle Licht auf dem Bahnhof, die vielen Menschen die von einem Ort zum anderen eilten, die Lautsprecherdurschsagen, die Gerüche von den Imbissläden, das alles ließ das Liebespaar die letzten aufregenden Stunden vergessen. Kurz vor Hannover hatte man sie zwar noch gebeten, morgen auf dem Polizeipräsidium am Beliner Tor zu melden, aber das war wohl nur noch der Ordnung halber. Resi und Schorsch machten sich also auf den Weg zu ihrem Hotel, checkten ein und fielen bald darauf in einen erholsamen Schlaf. Helles Mondlicht schien auf die Zwei, die das aber gar nicht mehr bemerkten. Sie schliefen tief und fest, erholten sich von allen Abenteuern und Aufregungen der letzten Tage und es war gut so. Weiß man was der nächste Tag wieder mit sich bringen wird.
Morgens um 6 wurden die beiden aber schon wieder durch den ungewohnten Verkehrslärm geweckt. Resi reckte und streckte sich, Schorsch kroch aus dem Bett und schaute zum Fenster hinaus. Sie hatten einen herrlichen Blick über den Park "Planten und Blomen" zum Fernsehturm hin, der im Licht der aufgehenden Sonne aus einer dünnen Bodennebelschicht aufragte. Es schien ein wunderschöner Tag zu werden und das schlug sich auch auf die Stimmung der beiden nieder. Zuerst sollte mal ausgiebig gefrühstückt werden. Aber als Resi ihren Schorsch so im Sonnenlicht sah, kam ihr ganz anderes in den Sinn und sie lies wie zufällig den Träger ihres Nachthemdchens von der Schulter rutschen. Ihr Liebster sah das sofort und kam der unausgesprochenen Aufforderung gerne nach. Er nahm sie in den Arm und küsste sie leidenschaftlich. Seine Hand streichelte dabei die vollen Rundungen ihres Busens. Resi stöhnte auf, ihr Herz schlug schneller ........ Doch plötzlich klopfte es heftig an der Zimmertüre.
"Inspektor Grau! Darf ich mal kurz stören?" "Verdammt, hat man denn nie seine Ruhe" zischte Schorsch wütend. "Keine Angst, ich habe gute Nachrichten." Resi und ihr Freund schauten den Beamten, nachdem sie die Türe geöffnet hatten, gespannt an.
"Um es gleich vorweg zu schicken", fing der ihnen noch unbekannte Kommissar zu reden an, nachdem er sich ausgewiesen hat, "die Bankräuber haben umfassend gestanden und sie sind frei von jedem Verdacht." Erleichtert blickten die beiden Liebenden sich an. "Eine Belohnung für die Mithilfe bei der Wiederbeschaffung des Geldes steht ihnen wohl auch zu, da sie meinen Kollegen aus dem Zug auf die Tüte aufmerksam gemacht haben." "Juhuuu!," entfuhr es da Resi, "dann können wir ja unsere Urlaub hier ein bisschen verlängern." Schorsch hingegen schaute etwas ungläubig aus der Wäsche, da sie doch nichts dazu beigetragen hatten und fragte: "Was ist da im Zug eigentlich genau passiert?" Der Beamte schaute ihn erstaunt an. Dann sagte er verschämt grinsend: "Ach das können sie ja gar nicht alles mitbekommen haben. Das ging wohl alles zu schnell für Sie. Also das war folgendermaßen: Nach dem Bankraub hat ein Passant die Räuber unauffällig bis zum Bahnhof verfolgt und gesehen, wie sie in den Zug nach Hamburg stiegen. Deshalb haben wir dann den Zug an der bewussten Stelle anhalten lassen, um ihn zu durchsuchen. Als meine Kollegen dann auf die Verbrecher stießen, flohen sie aus dem Zug, genau den anderen Kollegenin die Arme. Dann kam es zur Schießerei, wobei ein Räuber verletzt wurde. Sie weigerten sich allerdings zu sagen wo die Beute war und ob sie noch Komplizen hatten. Ein aufmerksamer Reisender wies uns dann auf ihr Abteil hin, da er einen der Räuber dabei gesehen hatte, als er heraus kam.", erklärte der Polizist den beiden. Schorsch und Resi nickten verstehend. "Die Versicherung hat eine Belohnung von 10% der wiederbeschafften Summe ausgelobt und da wir als ermittelnde Beamte kein Anrecht darauf haben und die beiden Kollegen zu Protokoll gegben haben, dass sie die herrenlose Tüte auf ihren Hinweis hin überprüft haben, dürfte ihnen allein das Geld zustehen." "Juhuuuu!" entfuhr es da Resi. "Das sind ja ganz tolle Neuigkeiten!", freute sich Schorsch. "Es sind die ganzen 10Millionen DM in 1000DM Scheinen in der Tüte gewesen - 10000 Scheine !" Der Beamte klärte die beiden noch auf wo, wann und wie sie an den Finderlohn kommern würden und verabschiedete sich mit einem freundlichen Lächeln. "Eine Millionen € dafür, das wir im Abteil geschlafen haben, in dem Bankräuber ihre unbrauchbare Beute versteckt haben?", sinnierte Schorsch," Nicht übel!" Resi lachte lauthals auf. "Ja, so viel Glück ist doch unglaublich. Aber egal,...... jetzt machen wir uns einfach ein schönes Leben. Wir müssen jetzt überlegen, wie wir einen Teil des Geldes am besten anlegen, damit wir lange davon leben können."" Mit dem Geld in der Hinterhand können wir auch unsere Zeitmaschinen-Hütte so richtig ausnutzen." erwiderte Schorsch. Ganz verstand Resi das nicht, aber sie nickte zustimmend. Nach so viel Aufregung am Morgen war es jetzt höchste Zeit für ein Frühstück.
Nach 25 Minuten waren sie mit der Morgentoilette fertig und begaben sich ins Hotelrestaurant um sich am reichhaltigen Buffet zu stärken. Schorsch füllte sich seinen Teller, als wenn er eine ganze Fußballmannschaft verköstigen müsste. So eine Auswahl an Köstlichkeiten, gab es schließlich nicht jeden Tag und sein Hunger war groß. "Irgendwie kann ich das alles noch gar nicht glauben!"wiederholte Resi nun bestimmt schon zum 10. Mal, wie eine Schallplatte mit einem Sprung, "welch ein Glück! Nein so etwas .....".
"Wir gehen jetzt erst mal eine Runde drüben im Park Planten un Blomen spazieren, damit du mal wieder etwas klarer im Kopf wirst, mein Schatz," grinste Schorsch. "O.K.", stimmte Resi laut lachend zu. "Die frische Luft wird mir gut tun." Also machten die beiden sich auf den Weg. Es war ein wunderschöner Tag, die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel und schien sich mit ihnen zu freuen. Überall genossen Menschen den schönen Tag und die Kinder hatten ihren Spass an den verschiedenen Wasserspielen.
Nach einiger Zeit setzten sich die beiden Liebenden auf eine Parkbank und Schorsch fragte:"Wenn ich hier die vielen Kinder sehe, frage ich mich, wie du zu eigenen Kindern stehst. Hast du schon mal darüber nachgedacht, ob und wenn ja, wann du Kinder willst? Ich wünsche mir Kinder von dir.""Gegen zwei, drei Kinder hätte ich nichts auszusetzten, aber in der Zukunft habe ich keinen Hinweis darauf gesehen, das wir welche hätten", antwortete Resi nicht mehr ganz so fröhlich. "Hmm," überlegte Schorsch,"ich denke wir können die Zukunft mit unserer Zeithütte ändern, meinst du nicht?""Zumindest werden wir erfahren, wieviel Vorbestimmung es in unserem Leben gibt, und wie groß unser Einfluss darauf ist, wenn wir versuchen unser Schicksal zu ändern," antwortete ihr Schorsch, "aber zunächst mal lass uns unseren Urlaub jetzt mal in vollen Zügen genießen. Geld haben wir ja jetzt genug um es uns mal so richtig gut gehen zu lassen.""Vorsicht, noch haben wir es nicht auf dem Konto!"mahnte Resi. Schorsch lachte laut auf und ermahnte sie nicht immer so negativ zu denken.
Nach ihrem Bummel durch den Park stand eine Stadtrundfahrt mit der "Hummelbahn" auf dem Programm. Resi liebte es mit solch romantischen Fahrzeugen durch die Gegend zu bummeln. Am Hafen stiegen sie in eine Barkasse um mit der sie kreuz und Quer durch den Hafen und die alte Speicherstadt schipperten. Sie bewunderten die vielen historischen Gebäude und beobachteten das emsige Treiben der dort arbeitenden Menschen. "Hej Löcht" ("Er Lügt" So nennt man im Hafen die Barkassenkapitäne) hatte bei jeden Gebäude und jedem Schiff seine witzigen "Döntjes" (gem Wikipedia kleinere, zumeist heitere, fiktive Erzählung) auf Lager, und so gab es einiges zu lachen oder zumindest zu schmunzeln. Die Zeit verging wie im Fluge und der schöne Ausflug ging leider zu Ende. Aber am Abend würden sie ja noch zu Cats gehen. So machten sie sich auf ins Hotel um sich schick für den Abend zumachen. Aber vorher kehrten sie noch in einem Chinarestaurant ein um ihren Hunger zu stillen. Resi entschied sich für Frühlingsrolle und knusprige Ente mit Bambus und Morcheln, Schorsch wählte, wie meistes beim Chinesen, scharfes Rindfleich Szechuan-Art. Es dauerte nicht lange und das Mahl wurde ihnen serviert. Sie hatten offenbar ein gutes Restaurant gewählt, die Portionen waren so groß, dass sie sicher nicht hungrig weggehen würden, es war alles appetitlich angerichtet und duftete einfach herrlich. Man hätte denken können, dass Schorsch seit Tagen nicht gegessen hätte, so haute er rein und auch Resi ließ es sich schmecken. Satt und zufrieden lehnten sie sich nach der Mahlzeit zurück und nippen am Pflaumenwein, der ihnen als Aufmerksamkeit des Hauses nach dem Essen gereicht wurde. Zufrieden mit dem schönen Tag gab Schorsch ein fürstliches Trinkgeld, als er die Rechnung bezahlte. Resi lächelte ihn verzückt an. So einen schönen Tag hatten sie lange nicht mehr erlebt, und freute sich schon auf das Musical.
Sie fuhren mit einem Taxi zurück zum Hotel und machten sich hübsch für den Abend im Theater. Schon bald waberte der Wasserdampf im Badezimmer, weil Schorsch ein richtig heißes Duschbad nahm. Resi suchte einstweilen etwas Passendes zum Anziehen. Zwar hatte sie sich schon vor der Abreise für ein schickes Kleid entschieden, aber jetzt war sie doch wieder unschlüssig. Eine Weile probierte sie noch dies und das. Sie wollte doch schließlich besonders hübsch sein an diesem Abend. Endlich wählte sie ein rotes, recht kurzes Kleid, das sie aber noch aufbügelte, da es vom Transport etwas knitterig geworden war. Endlich kam auch Schorsch aus dem Bad. Er duftete nach Rasierwasser und sah umwerfend aus.
Als das bestellte Taxi vorfuhr küssten sich die beiden noch mal kurz und stiegen ein, um zum Operettenhaus auf der Reeperbahn zu fahren. Es herrschte sehr viel Verkehr und sie kamenn nur langsam voran. Gut, dass sie sich das Taxi sehr früh bestellt hatten. Außerdem war der Weg war auch nicht so weit, wie sie dachten, so dass sie sich im Foyer noch ein Glas Sekt gönnten. Als das Signal ertönte, machten sie sich auf den Weg um ihre Plätze einzunehmen. Resi war sehr aufgeregt. Lange schon hatte sie sich auf das Musical gefreut. Schlieslich ging das Licht ganz aus und nur ein paar Katzenaugen leuchteten im dunkeln, während langsam leise, ja fast vorsichtig die Musik einsetzte. Nach und nach schalteten sich Scheinwerfer ein, die die Szene beleuchteten. Die Musik wurde lauter und lauter, die Spannung stieg.
Resi und Schorsch waren im Nu von der Aufführung gefesselt. Die Darsteller waren sehr gut und und das Publikum wusste das durch mehrfachen Szenenapplaus zu würdigen. Schorsch wußte, dass sie es nur ihrer "Zeitmaschinenhütte verdankten so eine schöne Aufführung zu sehen, waren doch die späteren Versionen in Stuttgart, Frankfurt, oder anderswo im deutschsprachigen Raum nur ein müder Abklatsch der Hamburger Produktion.
Resi flüsterte ihrem Liebsten ins Ohr: " Ach Süßer, das ist ein Wahnsinn! Diese Schauspieler, Sänger, Tänzer! Ich wollte diese Musical immer schon sehen, aber soooooooo schön hatte ich es mir nicht mal in meinen Träumen vorgestellt! "Ja, so etwas live zu erleben ist schon was anderes, als im Fernsehn. Echt Klasse!" Gespannt verfolgten die beiden das weitere Geschehen auf der Bühne. In der Pause gönnten sich die beiden ein Gläschen Sekt. Sie genossen den Abend in vollen Zügen. Nach der Vorstellug bummelten sie noch über die "Sündige Meile" die ja direkt vor der Tür des Operettenhauses beginnt. Die schauten sich neugierig um. So viel hatten sie schon gehört davon und jetzt warfen sie endlich da und konnten alles bestaunen was da so ablief. Resi war schon etwas erstaunt, dass Schorsch trotz ihrer Anwesenheit von Damen des "Horizontalen Gewerbes " angesprochen wurde. Das hätte sie sich nicht gedacht, aber sie war auch noch nie in einer solchen Umgebung und hatte keine Ahnung was da alles so ablief. Aber nach dem schönen Abend nahm sie es mit Humor und lies sich die gute Laune nicht verderben.


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BeitragVerfasst: Fr 23. Okt 2009, 09:06 
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Etwas müde saßen Resi und Schorsch im Abteil des Intercitys nach Hamburg. Es regnete draußen und das Plätschern des Wassers und die Fahrgeräusche des Zugen bewirkten, dass sie schließlich beide ins Land der Träume entschlummerten. Sie hatten gestern (nein, eigentlich heute früh) noch lange gefeiert und sich danach noch lange in den Armen gelegen und gekuschelt. Das hat beide schlussendlich so rührselig gemacht, nach allem was sie erlebt hatten, dass sie den Entschluss gefasst hatten, endlich mal nach Hamburg zu fahren und sich einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen, nämlich Andrew Lloyd Webbers Musical Cats im Operettenhaus an der Reeperbahn live sehen. In ihrem normalen Leben wäre das nicht möglich gewesen, da dort nach 15 Jahren Cats schon lange andere Programme liefen. Nachdem beide eine Weile geschlafen hatten, wurden sie durch das jähe Bremsen des Zuges geweckt. Weder Resi noch Schorsch wussten gleich wo sie waren. Draußen war es mittlerweile stockdunkel geworden. Draußen zuckten ein paar Blaulichter durch die Nacht. Dann hörte man plötzlich auch das Jaulen von Sirenen. "Was da wohl passiert ist?"fragte Resi. "Keine Ahnung", antwortete ihr Freund, " ich hoffe nur, dass es nichts Schlimmes ist. Obwohl, bei Blaulicht und Sirene............................?"
In diesem Moment öffnete sich die Abteiltür und zwei Männer in Uniform fragten höflich aber bestimmt nach den Ausweispapieren. "Oh Mann," zuckte es erschrocken durch Resis Kopf, "wir haben doch gar keine!" Sie blickte die Beamten aber nur erstarrt und schweigsam an. Aber da griff Schorsch in seine Brieftasche und zog beide Ausweise aus der Tasche, wobei er allerdings etwas unsicher wirkte. Seine Freundin wunderte sich zwar etwas, war aber erstmal erleichtert. "Die Ausweise sehen ja aus, als wären sie hundert Jahre alt, was haben sie damit nur gemacht?" fragte der Polizist und reichte die Papiere, die laut Austellungsdatum druckfrisch waren, etwas erstaunt an Schorsch zurück. Der zuckte nur mit den Schultern und murmelte etwas Unverständliches vor sich hin. Draußen auf dem Gang tuschelten die Beamten miteinander. Resi verstand nur etwas von seltsame Papiere, kein Gepäck und erschrecktem Blick bei der Frau. Langsam entfernten sich dann aber doch die Schritte der Männer und die beiden atmeten erleichtert auf. "Woher hattest du denn plötzlich die Ausweise?"wollte Resi jetzt aber doch wissen. Schorsch erzählte ihr:"Weißt du das war so: Die Zukunftsresi hat die Ausweise extra aufgehoben, als sie abgelaufen waren. Sie dachte wohl schon, dass wir auftauchen und sie dann vielleicht brauchen würden. Nein, genauer gesagt, sie wusste es, denn sie hat das alles ja schon erlebt, was uns noch bevor steht." "Tja, so wird es wohl sein," überlegte Resi, "was ich aber nicht verstehe: Warum hat sie uns das alles nicht erzählt? Wir wären doch dann auf alles vorbereitet gewesen............."In diesem Moment fielen mehrere Schüsse. Jemand schrie in der Finsternis gequält auf. Alle Polizisten, die eben noch die Reisenden kontrolliert haben waren jetzt mit ihren Taschenlampen draußen unterwegs und beleuchteten die Szene. Noch immer war im Zug nicht auszumachen, was sich da eigentlich abspielte und die Reisenden begannen darüber zu diskutieren, was los sein könnte. Aus dem Nachbarabteil war zu hören, dass die Polizei wohl die Geldtransporträuber, die am Vortag 10 Millionen DM geraubt hatten, im Zug vermutete. Plötzlich hörte man eilige Schritte näher kommen und die Polizisten betraten wieder das Abteil in dem Resi und Schorsch saßen. "Gehört das zu ihrem Gepäck?" fragte einer der Beamten und zeigte auf eine Plastiktüte. Resi senkte den Blick und schwieg. Schorsch antwortete:" Uns gehört das nicht. Bisher ist mir die Tüte auch nicht weiter aufgefallen." "Hmmm", brummte der Uniformierte vor sich hin. Er nahm die Tüte und schaute hinein. "Ahaaaa," sagte er laut, " da habe wir es ja!" Dabei holt er eins von vielen Bündeln Geldscheine aus der Tüte. Erstaunt sahen Resi und Schorsch sich an und ahnten nichts Gutes. "Ich fürchte, wir werden uns etwas unterhalten müssen!", sprach der Beamte sie an. Da Resi und Schorsch aber nichts zu verbergen hatten und auch keine Fingerabdrücke von ihnen auf der Tüte sein konnten, sagte Schorsch frech zu dem Polizisten: "Schauen sie mal, wie blau jetzt ihre Finger sind. Das Geld scheint markiert zu sein, sowas habe ich schon mal im Krimi gesehen." Der Uniformierte stutze. Tatsächlich waren seine Finger ganz verfärbt.
"Das ist jedenfalls das Geld, das gestohlen wurde. Haben Sie beide etwas dazu zu sagen?""Wie ich schon gesagt habe, wir hatten die Tüte bislang nicht mal bemerkt. Wir können Ihnen da beim besten Willen nichts darüber sagen", antwortete Schorsch. "Seit München haben wir geschlafen, bis sie den Zug gestoppt haben." Der Polizist sagte darauf nur:" Also bis Hamburg wollen die fahren? Gut, dann bleiben Sie in diesem Abteil. Es könnte sein, dass wir noch weitere Fragen an sie haben."
Er notierte sich nochmal die Personalien, grüßte kurz und ging. Die bis dahin fast stumme Resi seufzte:" Mann, oh Mann, wo sind wir da bloß wieder hineingeraten?"" Stimmt. Einen Urlaub stelle ich mir auch andes vor," antwortete Schorsch, "wir müssen jetzt eben das Beste daraus machen. Wir haben schon Schlimmeres überstanden. Aber ich frage mich doch, wie die Bankräuber auf den Gedanken kommen, dass Geld einfach hier im Zug zu deponieren". "Vielleicht, haben sind sie ja noch irgendwo in der Nähe und warten nur auf einen geeigneten Moment ihre Beute wieder zu holen," überlegte Resi. "Ich denke eher, die haben das Färbemittel bemerkt, das man praktisch nicht abwaschen kann und das das Geld praktisch wertlos macht," entgegnete ihr Freund und sie musste ihm Recht geben. Das hatte sie nicht bedacht. "Ich frage mich, wer da eben bei der Schießerei getroffen wurde?", fragte sich Resi. Schorsch antwortete nicht sondern sah nur nachdenklich aus dem Fenster in die dunkle Nacht."So gezielt, wie sie wieder hier ins Abteil gestürmt sind, muß doch irgend jemand von den Bankräubern was ausgesagt haben!", sinnierte Resie weiter, "meinst du sie kommen wieder und wir bekommen ernsthafte Schwierigkeiten?" "Vielleicht wollten sie ja so ihre Verfolger loswerden, da das Geld ja sowieso für sie wertlos war, wegen des Färbemittels", erwiderte ihr Freund, "na egal, ich hoffe jedenfalls, dass wir unsere Reise jetzt in Ruhe fortsetzen können."

Ein paar Stunden später lief der Zug in Hamburg ein. Das helle Licht auf dem Bahnhof, die vielen Menschen die von einem Ort zum anderen eilten, die Lautsprecherdurschsagen, die Gerüche von den Imbissläden, das alles ließ das Liebespaar die letzten aufregenden Stunden vergessen. Kurz vor Hannover hatte man sie zwar noch gebeten, morgen auf dem Polizeipräsidium am Beliner Tor zu melden, aber das war wohl nur noch der Ordnung halber. Resi und Schorsch machten sich also auf den Weg zu ihrem Hotel, checkten ein und fielen bald darauf in einen erholsamen Schlaf. Helles Mondlicht schien auf die Zwei, die das aber gar nicht mehr bemerkten. Sie schliefen tief und fest, erholten sich von allen Abenteuern und Aufregungen der letzten Tage und es war gut so. Weiß man was der nächste Tag wieder mit sich bringen wird.
Morgens um 6 wurden die beiden aber schon wieder durch den ungewohnten Verkehrslärm geweckt. Resi reckte und streckte sich, Schorsch kroch aus dem Bett und schaute zum Fenster hinaus. Sie hatten einen herrlichen Blick über den Park "Planten und Blomen" zum Fernsehturm hin, der im Licht der aufgehenden Sonne aus einer dünnen Bodennebelschicht aufragte. Es schien ein wunderschöner Tag zu werden und das schlug sich auch auf die Stimmung der beiden nieder. Zuerst sollte mal ausgiebig gefrühstückt werden. Aber als Resi ihren Schorsch so im Sonnenlicht sah, kam ihr ganz anderes in den Sinn und sie lies wie zufällig den Träger ihres Nachthemdchens von der Schulter rutschen. Ihr Liebster sah das sofort und kam der unausgesprochenen Aufforderung gerne nach. Er nahm sie in den Arm und küsste sie leidenschaftlich. Seine Hand streichelte dabei die vollen Rundungen ihres Busens. Resi stöhnte auf, ihr Herz schlug schneller ........ Doch plötzlich klopfte es heftig an der Zimmertüre.
"Inspektor Grau! Darf ich mal kurz stören?" "Verdammt, hat man denn nie seine Ruhe" zischte Schorsch wütend. "Keine Angst, ich habe gute Nachrichten." Resi und ihr Freund schauten den Beamten, nachdem sie die Türe geöffnet hatten, gespannt an.
"Um es gleich vorweg zu schicken", fing der ihnen noch unbekannte Kommissar zu reden an, nachdem er sich ausgewiesen hat, "die Bankräuber haben umfassend gestanden und sie sind frei von jedem Verdacht." Erleichtert blickten die beiden Liebenden sich an. "Eine Belohnung für die Mithilfe bei der Wiederbeschaffung des Geldes steht ihnen wohl auch zu, da sie meinen Kollegen aus dem Zug auf die Tüte aufmerksam gemacht haben." "Juhuuu!," entfuhr es da Resi, "dann können wir ja unsere Urlaub hier ein bisschen verlängern." Schorsch hingegen schaute etwas ungläubig aus der Wäsche, da sie doch nichts dazu beigetragen hatten und fragte: "Was ist da im Zug eigentlich genau passiert?" Der Beamte schaute ihn erstaunt an. Dann sagte er verschämt grinsend: "Ach das können sie ja gar nicht alles mitbekommen haben. Das ging wohl alles zu schnell für Sie. Also das war folgendermaßen: Nach dem Bankraub hat ein Passant die Räuber unauffällig bis zum Bahnhof verfolgt und gesehen, wie sie in den Zug nach Hamburg stiegen. Deshalb haben wir dann den Zug an der bewussten Stelle anhalten lassen, um ihn zu durchsuchen. Als meine Kollegen dann auf die Verbrecher stießen, flohen sie aus dem Zug, genau den anderen Kollegenin die Arme. Dann kam es zur Schießerei, wobei ein Räuber verletzt wurde. Sie weigerten sich allerdings zu sagen wo die Beute war und ob sie noch Komplizen hatten. Ein aufmerksamer Reisender wies uns dann auf ihr Abteil hin, da er einen der Räuber dabei gesehen hatte, als er heraus kam.", erklärte der Polizist den beiden. Schorsch und Resi nickten verstehend. "Die Versicherung hat eine Belohnung von 10% der wiederbeschafften Summe ausgelobt und da wir als ermittelnde Beamte kein Anrecht darauf haben und die beiden Kollegen zu Protokoll gegben haben, dass sie die herrenlose Tüte auf ihren Hinweis hin überprüft haben, dürfte ihnen allein das Geld zustehen." "Juhuuuu!" entfuhr es da Resi. "Das sind ja ganz tolle Neuigkeiten!", freute sich Schorsch. "Es sind die ganzen 10Millionen DM in 1000DM Scheinen in der Tüte gewesen - 10000 Scheine !" Der Beamte klärte die beiden noch auf wo, wann und wie sie an den Finderlohn kommern würden und verabschiedete sich mit einem freundlichen Lächeln. "Eine Millionen € dafür, das wir im Abteil geschlafen haben, in dem Bankräuber ihre unbrauchbare Beute versteckt haben?", sinnierte Schorsch," Nicht übel!" Resi lachte lauthals auf. "Ja, so viel Glück ist doch unglaublich. Aber egal,...... jetzt machen wir uns einfach ein schönes Leben. Wir müssen jetzt überlegen, wie wir einen Teil des Geldes am besten anlegen, damit wir lange davon leben können."" Mit dem Geld in der Hinterhand können wir auch unsere Zeitmaschinen-Hütte so richtig ausnutzen." erwiderte Schorsch. Ganz verstand Resi das nicht, aber sie nickte zustimmend. Nach so viel Aufregung am Morgen war es jetzt höchste Zeit für ein Frühstück.
Nach 25 Minuten waren sie mit der Morgentoilette fertig und begaben sich ins Hotelrestaurant um sich am reichhaltigen Buffet zu stärken. Schorsch füllte sich seinen Teller, als wenn er eine ganze Fußballmannschaft verköstigen müsste. So eine Auswahl an Köstlichkeiten, gab es schließlich nicht jeden Tag und sein Hunger war groß. "Irgendwie kann ich das alles noch gar nicht glauben!"wiederholte Resi nun bestimmt schon zum 10. Mal, wie eine Schallplatte mit einem Sprung, "welch ein Glück! Nein so etwas .....".
"Wir gehen jetzt erst mal eine Runde drüben im Park Planten un Blomen spazieren, damit du mal wieder etwas klarer im Kopf wirst, mein Schatz," grinste Schorsch. "O.K.", stimmte Resi laut lachend zu. "Die frische Luft wird mir gut tun." Also machten die beiden sich auf den Weg. Es war ein wunderschöner Tag, die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel und schien sich mit ihnen zu freuen. Überall genossen Menschen den schönen Tag und die Kinder hatten ihren Spass an den verschiedenen Wasserspielen.
Nach einiger Zeit setzten sich die beiden Liebenden auf eine Parkbank und Schorsch fragte:"Wenn ich hier die vielen Kinder sehe, frage ich mich, wie du zu eigenen Kindern stehst. Hast du schon mal darüber nachgedacht, ob und wenn ja, wann du Kinder willst? Ich wünsche mir Kinder von dir.""Gegen zwei, drei Kinder hätte ich nichts auszusetzten, aber in der Zukunft habe ich keinen Hinweis darauf gesehen, das wir welche hätten", antwortete Resi nicht mehr ganz so fröhlich. "Hmm," überlegte Schorsch,"ich denke wir können die Zukunft mit unserer Zeithütte ändern, meinst du nicht?""Zumindest werden wir erfahren, wieviel Vorbestimmung es in unserem Leben gibt, und wie groß unser Einfluss darauf ist, wenn wir versuchen unser Schicksal zu ändern," antwortete ihr Schorsch, "aber zunächst mal lass uns unseren Urlaub jetzt mal in vollen Zügen genießen. Geld haben wir ja jetzt genug um es uns mal so richtig gut gehen zu lassen.""Vorsicht, noch haben wir es nicht auf dem Konto!"mahnte Resi. Schorsch lachte laut auf und ermahnte sie nicht immer so negativ zu denken.
Nach ihrem Bummel durch den Park stand eine Stadtrundfahrt mit der "Hummelbahn" auf dem Programm. Resi liebte es mit solch romantischen Fahrzeugen durch die Gegend zu bummeln. Am Hafen stiegen sie in eine Barkasse um mit der sie kreuz und Quer durch den Hafen und die alte Speicherstadt schipperten. Sie bewunderten die vielen historischen Gebäude und beobachteten das emsige Treiben der dort arbeitenden Menschen. "Hej Löcht" ("Er Lügt" So nennt man im Hafen die Barkassenkapitäne) hatte bei jeden Gebäude und jedem Schiff seine witzigen "Döntjes" (gem Wikipedia kleinere, zumeist heitere, fiktive Erzählung) auf Lager, und so gab es einiges zu lachen oder zumindest zu schmunzeln. Die Zeit verging wie im Fluge und der schöne Ausflug ging leider zu Ende. Aber am Abend würden sie ja noch zu Cats gehen. So machten sie sich auf ins Hotel um sich schick für den Abend zumachen. Aber vorher kehrten sie noch in einem Chinarestaurant ein um ihren Hunger zu stillen. Resi entschied sich für Frühlingsrolle und knusprige Ente mit Bambus und Morcheln, Schorsch wählte, wie meistes beim Chinesen, scharfes Rindfleich Szechuan-Art. Es dauerte nicht lange und das Mahl wurde ihnen serviert. Sie hatten offenbar ein gutes Restaurant gewählt, die Portionen waren so groß, dass sie sicher nicht hungrig weggehen würden, es war alles appetitlich angerichtet und duftete einfach herrlich. Man hätte denken können, dass Schorsch seit Tagen nicht gegessen hätte, so haute er rein und auch Resi ließ es sich schmecken. Satt und zufrieden lehnten sie sich nach der Mahlzeit zurück und nippen am Pflaumenwein, der ihnen als Aufmerksamkeit des Hauses nach dem Essen gereicht wurde. Zufrieden mit dem schönen Tag gab Schorsch ein fürstliches Trinkgeld, als er die Rechnung bezahlte. Resi lächelte ihn verzückt an. So einen schönen Tag hatten sie lange nicht mehr erlebt, und freute sich schon auf das Musical.
Sie fuhren mit einem Taxi zurück zum Hotel und machten sich hübsch für den Abend im Theater. Schon bald waberte der Wasserdampf im Badezimmer, weil Schorsch ein richtig heißes Duschbad nahm. Resi suchte einstweilen etwas Passendes zum Anziehen. Zwar hatte sie sich schon vor der Abreise für ein schickes Kleid entschieden, aber jetzt war sie doch wieder unschlüssig. Eine Weile probierte sie noch dies und das. Sie wollte doch schließlich besonders hübsch sein an diesem Abend. Endlich wählte sie ein rotes, recht kurzes Kleid, das sie aber noch aufbügelte, da es vom Transport etwas knitterig geworden war. Endlich kam auch Schorsch aus dem Bad. Er duftete nach Rasierwasser und sah umwerfend aus.
Als das bestellte Taxi vorfuhr küssten sich die beiden noch mal kurz und stiegen ein, um zum Operettenhaus auf der Reeperbahn zu fahren. Es herrschte sehr viel Verkehr und sie kamenn nur langsam voran. Gut, dass sie sich das Taxi sehr früh bestellt hatten. Außerdem war der Weg war auch nicht so weit, wie sie dachten, so dass sie sich im Foyer noch ein Glas Sekt gönnten. Als das Signal ertönte, machten sie sich auf den Weg um ihre Plätze einzunehmen. Resi war sehr aufgeregt. Lange schon hatte sie sich auf das Musical gefreut. Schlieslich ging das Licht ganz aus und nur ein paar Katzenaugen leuchteten im dunkeln, während langsam leise, ja fast vorsichtig die Musik einsetzte. Nach und nach schalteten sich Scheinwerfer ein, die die Szene beleuchteten. Die Musik wurde lauter und lauter, die Spannung stieg.
Resi und Schorsch waren im Nu von der Aufführung gefesselt. Die Darsteller waren sehr gut und und das Publikum wusste das durch mehrfachen Szenenapplaus zu würdigen. Schorsch wußte, dass sie es nur ihrer "Zeitmaschinenhütte verdankten so eine schöne Aufführung zu sehen, waren doch die späteren Versionen in Stuttgart, Frankfurt, oder anderswo im deutschsprachigen Raum nur ein müder Abklatsch der Hamburger Produktion.
Resi flüsterte ihrem Liebsten ins Ohr: " Ach Süßer, das ist ein Wahnsinn! Diese Schauspieler, Sänger, Tänzer! Ich wollte diese Musical immer schon sehen, aber soooooooo schön hatte ich es mir nicht mal in meinen Träumen vorgestellt! "Ja, so etwas live zu erleben ist schon was anderes, als im Fernsehn. Echt Klasse!" Gespannt verfolgten die beiden das weitere Geschehen auf der Bühne. In der Pause gönnten sich die beiden ein Gläschen Sekt. Sie genossen den Abend in vollen Zügen. Nach der Vorstellug bummelten sie noch über die "Sündige Meile" die ja direkt vor der Tür des Operettenhauses beginnt. Die schauten sich neugierig um. So viel hatten sie schon gehört davon und jetzt warfen sie endlich da und konnten alles bestaunen was da so ablief. Resi war schon etwas erstaunt, dass Schorsch trotz ihrer Anwesenheit von Damen des "Horizontalen Gewerbes " angesprochen wurde. Das hätte sie sich nicht gedacht, aber sie war auch noch nie in einer solchen Umgebung und hatte keine Ahnung was da alles so ablief. Aber nach dem schönen Abend nahm sie es mit Humor und lies sich die gute Laune nicht verderben. Sie schlenderten weiter die Straße entlang und beobachteten das Treiben dort amüsiert.


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BeitragVerfasst: Fr 23. Okt 2009, 16:36 
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Etwas müde saßen Resi und Schorsch im Abteil des Intercitys nach Hamburg. Es regnete draußen und das Plätschern des Wassers und die Fahrgeräusche des Zugen bewirkten, dass sie schließlich beide ins Land der Träume entschlummerten. Sie hatten gestern (nein, eigentlich heute früh) noch lange gefeiert und sich danach noch lange in den Armen gelegen und gekuschelt. Das hat beide schlussendlich so rührselig gemacht, nach allem was sie erlebt hatten, dass sie den Entschluss gefasst hatten, endlich mal nach Hamburg zu fahren und sich einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen, nämlich Andrew Lloyd Webbers Musical Cats im Operettenhaus an der Reeperbahn live sehen. In ihrem normalen Leben wäre das nicht möglich gewesen, da dort nach 15 Jahren Cats schon lange andere Programme liefen. Nachdem beide eine Weile geschlafen hatten, wurden sie durch das jähe Bremsen des Zuges geweckt. Weder Resi noch Schorsch wussten gleich wo sie waren. Draußen war es mittlerweile stockdunkel geworden. Draußen zuckten ein paar Blaulichter durch die Nacht. Dann hörte man plötzlich auch das Jaulen von Sirenen. "Was da wohl passiert ist?"fragte Resi. "Keine Ahnung", antwortete ihr Freund, " ich hoffe nur, dass es nichts Schlimmes ist. Obwohl, bei Blaulicht und Sirene............................?"
In diesem Moment öffnete sich die Abteiltür und zwei Männer in Uniform fragten höflich aber bestimmt nach den Ausweispapieren. "Oh Mann," zuckte es erschrocken durch Resis Kopf, "wir haben doch gar keine!" Sie blickte die Beamten aber nur erstarrt und schweigsam an. Aber da griff Schorsch in seine Brieftasche und zog beide Ausweise aus der Tasche, wobei er allerdings etwas unsicher wirkte. Seine Freundin wunderte sich zwar etwas, war aber erstmal erleichtert. "Die Ausweise sehen ja aus, als wären sie hundert Jahre alt, was haben sie damit nur gemacht?" fragte der Polizist und reichte die Papiere, die laut Austellungsdatum druckfrisch waren, etwas erstaunt an Schorsch zurück. Der zuckte nur mit den Schultern und murmelte etwas Unverständliches vor sich hin. Draußen auf dem Gang tuschelten die Beamten miteinander. Resi verstand nur etwas von seltsame Papiere, kein Gepäck und erschrecktem Blick bei der Frau. Langsam entfernten sich dann aber doch die Schritte der Männer und die beiden atmeten erleichtert auf. "Woher hattest du denn plötzlich die Ausweise?"wollte Resi jetzt aber doch wissen. Schorsch erzählte ihr:"Weißt du das war so: Die Zukunftsresi hat die Ausweise extra aufgehoben, als sie abgelaufen waren. Sie dachte wohl schon, dass wir auftauchen und sie dann vielleicht brauchen würden. Nein, genauer gesagt, sie wusste es, denn sie hat das alles ja schon erlebt, was uns noch bevor steht." "Tja, so wird es wohl sein," überlegte Resi, "was ich aber nicht verstehe: Warum hat sie uns das alles nicht erzählt? Wir wären doch dann auf alles vorbereitet gewesen............."In diesem Moment fielen mehrere Schüsse. Jemand schrie in der Finsternis gequält auf. Alle Polizisten, die eben noch die Reisenden kontrolliert haben waren jetzt mit ihren Taschenlampen draußen unterwegs und beleuchteten die Szene. Noch immer war im Zug nicht auszumachen, was sich da eigentlich abspielte und die Reisenden begannen darüber zu diskutieren, was los sein könnte. Aus dem Nachbarabteil war zu hören, dass die Polizei wohl die Geldtransporträuber, die am Vortag 10 Millionen DM geraubt hatten, im Zug vermutete. Plötzlich hörte man eilige Schritte näher kommen und die Polizisten betraten wieder das Abteil in dem Resi und Schorsch saßen. "Gehört das zu ihrem Gepäck?" fragte einer der Beamten und zeigte auf eine Plastiktüte. Resi senkte den Blick und schwieg. Schorsch antwortete:" Uns gehört das nicht. Bisher ist mir die Tüte auch nicht weiter aufgefallen." "Hmmm", brummte der Uniformierte vor sich hin. Er nahm die Tüte und schaute hinein. "Ahaaaa," sagte er laut, " da habe wir es ja!" Dabei holt er eins von vielen Bündeln Geldscheine aus der Tüte. Erstaunt sahen Resi und Schorsch sich an und ahnten nichts Gutes. "Ich fürchte, wir werden uns etwas unterhalten müssen!", sprach der Beamte sie an. Da Resi und Schorsch aber nichts zu verbergen hatten und auch keine Fingerabdrücke von ihnen auf der Tüte sein konnten, sagte Schorsch frech zu dem Polizisten: "Schauen sie mal, wie blau jetzt ihre Finger sind. Das Geld scheint markiert zu sein, sowas habe ich schon mal im Krimi gesehen." Der Uniformierte stutze. Tatsächlich waren seine Finger ganz verfärbt.
"Das ist jedenfalls das Geld, das gestohlen wurde. Haben Sie beide etwas dazu zu sagen?""Wie ich schon gesagt habe, wir hatten die Tüte bislang nicht mal bemerkt. Wir können Ihnen da beim besten Willen nichts darüber sagen", antwortete Schorsch. "Seit München haben wir geschlafen, bis sie den Zug gestoppt haben." Der Polizist sagte darauf nur:" Also bis Hamburg wollen die fahren? Gut, dann bleiben Sie in diesem Abteil. Es könnte sein, dass wir noch weitere Fragen an sie haben."
Er notierte sich nochmal die Personalien, grüßte kurz und ging. Die bis dahin fast stumme Resi seufzte:" Mann, oh Mann, wo sind wir da bloß wieder hineingeraten?"" Stimmt. Einen Urlaub stelle ich mir auch andes vor," antwortete Schorsch, "wir müssen jetzt eben das Beste daraus machen. Wir haben schon Schlimmeres überstanden. Aber ich frage mich doch, wie die Bankräuber auf den Gedanken kommen, dass Geld einfach hier im Zug zu deponieren". "Vielleicht, haben sind sie ja noch irgendwo in der Nähe und warten nur auf einen geeigneten Moment ihre Beute wieder zu holen," überlegte Resi. "Ich denke eher, die haben das Färbemittel bemerkt, das man praktisch nicht abwaschen kann und das das Geld praktisch wertlos macht," entgegnete ihr Freund und sie musste ihm Recht geben. Das hatte sie nicht bedacht. "Ich frage mich, wer da eben bei der Schießerei getroffen wurde?", fragte sich Resi. Schorsch antwortete nicht sondern sah nur nachdenklich aus dem Fenster in die dunkle Nacht."So gezielt, wie sie wieder hier ins Abteil gestürmt sind, muß doch irgend jemand von den Bankräubern was ausgesagt haben!", sinnierte Resie weiter, "meinst du sie kommen wieder und wir bekommen ernsthafte Schwierigkeiten?" "Vielleicht wollten sie ja so ihre Verfolger loswerden, da das Geld ja sowieso für sie wertlos war, wegen des Färbemittels", erwiderte ihr Freund, "na egal, ich hoffe jedenfalls, dass wir unsere Reise jetzt in Ruhe fortsetzen können."

Ein paar Stunden später lief der Zug in Hamburg ein. Das helle Licht auf dem Bahnhof, die vielen Menschen die von einem Ort zum anderen eilten, die Lautsprecherdurschsagen, die Gerüche von den Imbissläden, das alles ließ das Liebespaar die letzten aufregenden Stunden vergessen. Kurz vor Hannover hatte man sie zwar noch gebeten, morgen auf dem Polizeipräsidium am Beliner Tor zu melden, aber das war wohl nur noch der Ordnung halber. Resi und Schorsch machten sich also auf den Weg zu ihrem Hotel, checkten ein und fielen bald darauf in einen erholsamen Schlaf. Helles Mondlicht schien auf die Zwei, die das aber gar nicht mehr bemerkten. Sie schliefen tief und fest, erholten sich von allen Abenteuern und Aufregungen der letzten Tage und es war gut so. Weiß man was der nächste Tag wieder mit sich bringen wird.
Morgens um 6 wurden die beiden aber schon wieder durch den ungewohnten Verkehrslärm geweckt. Resi reckte und streckte sich, Schorsch kroch aus dem Bett und schaute zum Fenster hinaus. Sie hatten einen herrlichen Blick über den Park "Planten und Blomen" zum Fernsehturm hin, der im Licht der aufgehenden Sonne aus einer dünnen Bodennebelschicht aufragte. Es schien ein wunderschöner Tag zu werden und das schlug sich auch auf die Stimmung der beiden nieder. Zuerst sollte mal ausgiebig gefrühstückt werden. Aber als Resi ihren Schorsch so im Sonnenlicht sah, kam ihr ganz anderes in den Sinn und sie lies wie zufällig den Träger ihres Nachthemdchens von der Schulter rutschen. Ihr Liebster sah das sofort und kam der unausgesprochenen Aufforderung gerne nach. Er nahm sie in den Arm und küsste sie leidenschaftlich. Seine Hand streichelte dabei die vollen Rundungen ihres Busens. Resi stöhnte auf, ihr Herz schlug schneller ........ Doch plötzlich klopfte es heftig an der Zimmertüre.
"Inspektor Grau! Darf ich mal kurz stören?" "Verdammt, hat man denn nie seine Ruhe" zischte Schorsch wütend. "Keine Angst, ich habe gute Nachrichten." Resi und ihr Freund schauten den Beamten, nachdem sie die Türe geöffnet hatten, gespannt an.
"Um es gleich vorweg zu schicken", fing der ihnen noch unbekannte Kommissar zu reden an, nachdem er sich ausgewiesen hat, "die Bankräuber haben umfassend gestanden und sie sind frei von jedem Verdacht." Erleichtert blickten die beiden Liebenden sich an. "Eine Belohnung für die Mithilfe bei der Wiederbeschaffung des Geldes steht ihnen wohl auch zu, da sie meinen Kollegen aus dem Zug auf die Tüte aufmerksam gemacht haben." "Juhuuu!," entfuhr es da Resi, "dann können wir ja unsere Urlaub hier ein bisschen verlängern." Schorsch hingegen schaute etwas ungläubig aus der Wäsche, da sie doch nichts dazu beigetragen hatten und fragte: "Was ist da im Zug eigentlich genau passiert?" Der Beamte schaute ihn erstaunt an. Dann sagte er verschämt grinsend: "Ach das können sie ja gar nicht alles mitbekommen haben. Das ging wohl alles zu schnell für Sie. Also das war folgendermaßen: Nach dem Bankraub hat ein Passant die Räuber unauffällig bis zum Bahnhof verfolgt und gesehen, wie sie in den Zug nach Hamburg stiegen. Deshalb haben wir dann den Zug an der bewussten Stelle anhalten lassen, um ihn zu durchsuchen. Als meine Kollegen dann auf die Verbrecher stießen, flohen sie aus dem Zug, genau den anderen Kollegenin die Arme. Dann kam es zur Schießerei, wobei ein Räuber verletzt wurde. Sie weigerten sich allerdings zu sagen wo die Beute war und ob sie noch Komplizen hatten. Ein aufmerksamer Reisender wies uns dann auf ihr Abteil hin, da er einen der Räuber dabei gesehen hatte, als er heraus kam.", erklärte der Polizist den beiden. Schorsch und Resi nickten verstehend. "Die Versicherung hat eine Belohnung von 10% der wiederbeschafften Summe ausgelobt und da wir als ermittelnde Beamte kein Anrecht darauf haben und die beiden Kollegen zu Protokoll gegben haben, dass sie die herrenlose Tüte auf ihren Hinweis hin überprüft haben, dürfte ihnen allein das Geld zustehen." "Juhuuuu!" entfuhr es da Resi. "Das sind ja ganz tolle Neuigkeiten!", freute sich Schorsch. "Es sind die ganzen 10Millionen DM in 1000DM Scheinen in der Tüte gewesen - 10000 Scheine !" Der Beamte klärte die beiden noch auf wo, wann und wie sie an den Finderlohn kommern würden und verabschiedete sich mit einem freundlichen Lächeln. "Eine Millionen € dafür, das wir im Abteil geschlafen haben, in dem Bankräuber ihre unbrauchbare Beute versteckt haben?", sinnierte Schorsch," Nicht übel!" Resi lachte lauthals auf. "Ja, so viel Glück ist doch unglaublich. Aber egal,...... jetzt machen wir uns einfach ein schönes Leben. Wir müssen jetzt überlegen, wie wir einen Teil des Geldes am besten anlegen, damit wir lange davon leben können."" Mit dem Geld in der Hinterhand können wir auch unsere Zeitmaschinen-Hütte so richtig ausnutzen." erwiderte Schorsch. Ganz verstand Resi das nicht, aber sie nickte zustimmend. Nach so viel Aufregung am Morgen war es jetzt höchste Zeit für ein Frühstück.
Nach 25 Minuten waren sie mit der Morgentoilette fertig und begaben sich ins Hotelrestaurant um sich am reichhaltigen Buffet zu stärken. Schorsch füllte sich seinen Teller, als wenn er eine ganze Fußballmannschaft verköstigen müsste. So eine Auswahl an Köstlichkeiten, gab es schließlich nicht jeden Tag und sein Hunger war groß. "Irgendwie kann ich das alles noch gar nicht glauben!"wiederholte Resi nun bestimmt schon zum 10. Mal, wie eine Schallplatte mit einem Sprung, "welch ein Glück! Nein so etwas .....".
"Wir gehen jetzt erst mal eine Runde drüben im Park Planten un Blomen spazieren, damit du mal wieder etwas klarer im Kopf wirst, mein Schatz," grinste Schorsch. "O.K.", stimmte Resi laut lachend zu. "Die frische Luft wird mir gut tun." Also machten die beiden sich auf den Weg. Es war ein wunderschöner Tag, die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel und schien sich mit ihnen zu freuen. Überall genossen Menschen den schönen Tag und die Kinder hatten ihren Spass an den verschiedenen Wasserspielen.
Nach einiger Zeit setzten sich die beiden Liebenden auf eine Parkbank und Schorsch fragte:"Wenn ich hier die vielen Kinder sehe, frage ich mich, wie du zu eigenen Kindern stehst. Hast du schon mal darüber nachgedacht, ob und wenn ja, wann du Kinder willst? Ich wünsche mir Kinder von dir.""Gegen zwei, drei Kinder hätte ich nichts auszusetzten, aber in der Zukunft habe ich keinen Hinweis darauf gesehen, das wir welche hätten", antwortete Resi nicht mehr ganz so fröhlich. "Hmm," überlegte Schorsch,"ich denke wir können die Zukunft mit unserer Zeithütte ändern, meinst du nicht?""Zumindest werden wir erfahren, wieviel Vorbestimmung es in unserem Leben gibt, und wie groß unser Einfluss darauf ist, wenn wir versuchen unser Schicksal zu ändern," antwortete ihr Schorsch, "aber zunächst mal lass uns unseren Urlaub jetzt mal in vollen Zügen genießen. Geld haben wir ja jetzt genug um es uns mal so richtig gut gehen zu lassen.""Vorsicht, noch haben wir es nicht auf dem Konto!"mahnte Resi. Schorsch lachte laut auf und ermahnte sie nicht immer so negativ zu denken.
Nach ihrem Bummel durch den Park stand eine Stadtrundfahrt mit der "Hummelbahn" auf dem Programm. Resi liebte es mit solch romantischen Fahrzeugen durch die Gegend zu bummeln. Am Hafen stiegen sie in eine Barkasse um mit der sie kreuz und Quer durch den Hafen und die alte Speicherstadt schipperten. Sie bewunderten die vielen historischen Gebäude und beobachteten das emsige Treiben der dort arbeitenden Menschen. "Hej Löcht" ("Er Lügt" So nennt man im Hafen die Barkassenkapitäne) hatte bei jeden Gebäude und jedem Schiff seine witzigen "Döntjes" (gem Wikipedia kleinere, zumeist heitere, fiktive Erzählung) auf Lager, und so gab es einiges zu lachen oder zumindest zu schmunzeln. Die Zeit verging wie im Fluge und der schöne Ausflug ging leider zu Ende. Aber am Abend würden sie ja noch zu Cats gehen. So machten sie sich auf ins Hotel um sich schick für den Abend zumachen. Aber vorher kehrten sie noch in einem Chinarestaurant ein um ihren Hunger zu stillen. Resi entschied sich für Frühlingsrolle und knusprige Ente mit Bambus und Morcheln, Schorsch wählte, wie meistes beim Chinesen, scharfes Rindfleich Szechuan-Art. Es dauerte nicht lange und das Mahl wurde ihnen serviert. Sie hatten offenbar ein gutes Restaurant gewählt, die Portionen waren so groß, dass sie sicher nicht hungrig weggehen würden, es war alles appetitlich angerichtet und duftete einfach herrlich. Man hätte denken können, dass Schorsch seit Tagen nicht gegessen hätte, so haute er rein und auch Resi ließ es sich schmecken. Satt und zufrieden lehnten sie sich nach der Mahlzeit zurück und nippen am Pflaumenwein, der ihnen als Aufmerksamkeit des Hauses nach dem Essen gereicht wurde. Zufrieden mit dem schönen Tag gab Schorsch ein fürstliches Trinkgeld, als er die Rechnung bezahlte. Resi lächelte ihn verzückt an. So einen schönen Tag hatten sie lange nicht mehr erlebt, und freute sich schon auf das Musical.
Sie fuhren mit einem Taxi zurück zum Hotel und machten sich hübsch für den Abend im Theater. Schon bald waberte der Wasserdampf im Badezimmer, weil Schorsch ein richtig heißes Duschbad nahm. Resi suchte einstweilen etwas Passendes zum Anziehen. Zwar hatte sie sich schon vor der Abreise für ein schickes Kleid entschieden, aber jetzt war sie doch wieder unschlüssig. Eine Weile probierte sie noch dies und das. Sie wollte doch schließlich besonders hübsch sein an diesem Abend. Endlich wählte sie ein rotes, recht kurzes Kleid, das sie aber noch aufbügelte, da es vom Transport etwas knitterig geworden war. Endlich kam auch Schorsch aus dem Bad. Er duftete nach Rasierwasser und sah umwerfend aus.
Als das bestellte Taxi vorfuhr küssten sich die beiden noch mal kurz und stiegen ein, um zum Operettenhaus auf der Reeperbahn zu fahren. Es herrschte sehr viel Verkehr und sie kamenn nur langsam voran. Gut, dass sie sich das Taxi sehr früh bestellt hatten. Außerdem war der Weg war auch nicht so weit, wie sie dachten, so dass sie sich im Foyer noch ein Glas Sekt gönnten. Als das Signal ertönte, machten sie sich auf den Weg um ihre Plätze einzunehmen. Resi war sehr aufgeregt. Lange schon hatte sie sich auf das Musical gefreut. Schlieslich ging das Licht ganz aus und nur ein paar Katzenaugen leuchteten im dunkeln, während langsam leise, ja fast vorsichtig die Musik einsetzte. Nach und nach schalteten sich Scheinwerfer ein, die die Szene beleuchteten. Die Musik wurde lauter und lauter, die Spannung stieg.
Resi und Schorsch waren im Nu von der Aufführung gefesselt. Die Darsteller waren sehr gut und und das Publikum wusste das durch mehrfachen Szenenapplaus zu würdigen. Schorsch wußte, dass sie es nur ihrer "Zeitmaschinenhütte verdankten so eine schöne Aufführung zu sehen, waren doch die späteren Versionen in Stuttgart, Frankfurt, oder anderswo im deutschsprachigen Raum nur ein müder Abklatsch der Hamburger Produktion.
Resi flüsterte ihrem Liebsten ins Ohr: " Ach Süßer, das ist ein Wahnsinn! Diese Schauspieler, Sänger, Tänzer! Ich wollte diese Musical immer schon sehen, aber soooooooo schön hatte ich es mir nicht mal in meinen Träumen vorgestellt! "Ja, so etwas live zu erleben ist schon was anderes, als im Fernsehn. Echt Klasse!" Gespannt verfolgten die beiden das weitere Geschehen auf der Bühne. In der Pause gönnten sich die beiden ein Gläschen Sekt. Sie genossen den Abend in vollen Zügen. Nach der Vorstellug bummelten sie noch über die "Sündige Meile" die ja direkt vor der Tür des Operettenhauses beginnt. Die schauten sich neugierig um. So viel hatten sie schon gehört davon und jetzt warfen sie endlich da und konnten alles bestaunen was da so ablief. Resi war schon etwas erstaunt, dass Schorsch trotz ihrer Anwesenheit von Damen des "Horizontalen Gewerbes " angesprochen wurde. Das hätte sie sich nicht gedacht, aber sie war auch noch nie in einer solchen Umgebung und hatte keine Ahnung was da alles so ablief. Aber nach dem schönen Abend nahm sie es mit Humor und lies sich die gute Laune nicht verderben. Sie schlenderten weiter die Straße entlang und beobachteten das Treiben dort amüsiert. Beide waren erstaunt, zu so später Stunde noch so viele Menschen unterwegs zu sehen, aber Hamburg Sankt Pauli kennt keine Sperrstunde.


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BeitragVerfasst: Sa 24. Okt 2009, 06:05 
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Etwas müde saßen Resi und Schorsch im Abteil des Intercitys nach Hamburg. Es regnete draußen und das Plätschern des Wassers und die Fahrgeräusche des Zugen bewirkten, dass sie schließlich beide ins Land der Träume entschlummerten. Sie hatten gestern (nein, eigentlich heute früh) noch lange gefeiert und sich danach noch lange in den Armen gelegen und gekuschelt. Das hat beide schlussendlich so rührselig gemacht, nach allem was sie erlebt hatten, dass sie den Entschluss gefasst hatten, endlich mal nach Hamburg zu fahren und sich einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen, nämlich Andrew Lloyd Webbers Musical Cats im Operettenhaus an der Reeperbahn live sehen. In ihrem normalen Leben wäre das nicht möglich gewesen, da dort nach 15 Jahren Cats schon lange andere Programme liefen. Nachdem beide eine Weile geschlafen hatten, wurden sie durch das jähe Bremsen des Zuges geweckt. Weder Resi noch Schorsch wussten gleich wo sie waren. Draußen war es mittlerweile stockdunkel geworden. Draußen zuckten ein paar Blaulichter durch die Nacht. Dann hörte man plötzlich auch das Jaulen von Sirenen. "Was da wohl passiert ist?"fragte Resi. "Keine Ahnung", antwortete ihr Freund, " ich hoffe nur, dass es nichts Schlimmes ist. Obwohl, bei Blaulicht und Sirene............................?"
In diesem Moment öffnete sich die Abteiltür und zwei Männer in Uniform fragten höflich aber bestimmt nach den Ausweispapieren. "Oh Mann," zuckte es erschrocken durch Resis Kopf, "wir haben doch gar keine!" Sie blickte die Beamten aber nur erstarrt und schweigsam an. Aber da griff Schorsch in seine Brieftasche und zog beide Ausweise aus der Tasche, wobei er allerdings etwas unsicher wirkte. Seine Freundin wunderte sich zwar etwas, war aber erstmal erleichtert. "Die Ausweise sehen ja aus, als wären sie hundert Jahre alt, was haben sie damit nur gemacht?" fragte der Polizist und reichte die Papiere, die laut Austellungsdatum druckfrisch waren, etwas erstaunt an Schorsch zurück. Der zuckte nur mit den Schultern und murmelte etwas Unverständliches vor sich hin. Draußen auf dem Gang tuschelten die Beamten miteinander. Resi verstand nur etwas von seltsame Papiere, kein Gepäck und erschrecktem Blick bei der Frau. Langsam entfernten sich dann aber doch die Schritte der Männer und die beiden atmeten erleichtert auf. "Woher hattest du denn plötzlich die Ausweise?"wollte Resi jetzt aber doch wissen. Schorsch erzählte ihr:"Weißt du das war so: Die Zukunftsresi hat die Ausweise extra aufgehoben, als sie abgelaufen waren. Sie dachte wohl schon, dass wir auftauchen und sie dann vielleicht brauchen würden. Nein, genauer gesagt, sie wusste es, denn sie hat das alles ja schon erlebt, was uns noch bevor steht." "Tja, so wird es wohl sein," überlegte Resi, "was ich aber nicht verstehe: Warum hat sie uns das alles nicht erzählt? Wir wären doch dann auf alles vorbereitet gewesen............."In diesem Moment fielen mehrere Schüsse. Jemand schrie in der Finsternis gequält auf. Alle Polizisten, die eben noch die Reisenden kontrolliert haben waren jetzt mit ihren Taschenlampen draußen unterwegs und beleuchteten die Szene. Noch immer war im Zug nicht auszumachen, was sich da eigentlich abspielte und die Reisenden begannen darüber zu diskutieren, was los sein könnte. Aus dem Nachbarabteil war zu hören, dass die Polizei wohl die Geldtransporträuber, die am Vortag 10 Millionen DM geraubt hatten, im Zug vermutete. Plötzlich hörte man eilige Schritte näher kommen und die Polizisten betraten wieder das Abteil in dem Resi und Schorsch saßen. "Gehört das zu ihrem Gepäck?" fragte einer der Beamten und zeigte auf eine Plastiktüte. Resi senkte den Blick und schwieg. Schorsch antwortete:" Uns gehört das nicht. Bisher ist mir die Tüte auch nicht weiter aufgefallen." "Hmmm", brummte der Uniformierte vor sich hin. Er nahm die Tüte und schaute hinein. "Ahaaaa," sagte er laut, " da habe wir es ja!" Dabei holt er eins von vielen Bündeln Geldscheine aus der Tüte. Erstaunt sahen Resi und Schorsch sich an und ahnten nichts Gutes. "Ich fürchte, wir werden uns etwas unterhalten müssen!", sprach der Beamte sie an. Da Resi und Schorsch aber nichts zu verbergen hatten und auch keine Fingerabdrücke von ihnen auf der Tüte sein konnten, sagte Schorsch frech zu dem Polizisten: "Schauen sie mal, wie blau jetzt ihre Finger sind. Das Geld scheint markiert zu sein, sowas habe ich schon mal im Krimi gesehen." Der Uniformierte stutze. Tatsächlich waren seine Finger ganz verfärbt.
"Das ist jedenfalls das Geld, das gestohlen wurde. Haben Sie beide etwas dazu zu sagen?""Wie ich schon gesagt habe, wir hatten die Tüte bislang nicht mal bemerkt. Wir können Ihnen da beim besten Willen nichts darüber sagen", antwortete Schorsch. "Seit München haben wir geschlafen, bis sie den Zug gestoppt haben." Der Polizist sagte darauf nur:" Also bis Hamburg wollen die fahren? Gut, dann bleiben Sie in diesem Abteil. Es könnte sein, dass wir noch weitere Fragen an sie haben."
Er notierte sich nochmal die Personalien, grüßte kurz und ging. Die bis dahin fast stumme Resi seufzte:" Mann, oh Mann, wo sind wir da bloß wieder hineingeraten?"" Stimmt. Einen Urlaub stelle ich mir auch andes vor," antwortete Schorsch, "wir müssen jetzt eben das Beste daraus machen. Wir haben schon Schlimmeres überstanden. Aber ich frage mich doch, wie die Bankräuber auf den Gedanken kommen, dass Geld einfach hier im Zug zu deponieren". "Vielleicht, haben sind sie ja noch irgendwo in der Nähe und warten nur auf einen geeigneten Moment ihre Beute wieder zu holen," überlegte Resi. "Ich denke eher, die haben das Färbemittel bemerkt, das man praktisch nicht abwaschen kann und das das Geld praktisch wertlos macht," entgegnete ihr Freund und sie musste ihm Recht geben. Das hatte sie nicht bedacht. "Ich frage mich, wer da eben bei der Schießerei getroffen wurde?", fragte sich Resi. Schorsch antwortete nicht sondern sah nur nachdenklich aus dem Fenster in die dunkle Nacht."So gezielt, wie sie wieder hier ins Abteil gestürmt sind, muß doch irgend jemand von den Bankräubern was ausgesagt haben!", sinnierte Resie weiter, "meinst du sie kommen wieder und wir bekommen ernsthafte Schwierigkeiten?" "Vielleicht wollten sie ja so ihre Verfolger loswerden, da das Geld ja sowieso für sie wertlos war, wegen des Färbemittels", erwiderte ihr Freund, "na egal, ich hoffe jedenfalls, dass wir unsere Reise jetzt in Ruhe fortsetzen können."

Ein paar Stunden später lief der Zug in Hamburg ein. Das helle Licht auf dem Bahnhof, die vielen Menschen die von einem Ort zum anderen eilten, die Lautsprecherdurschsagen, die Gerüche von den Imbissläden, das alles ließ das Liebespaar die letzten aufregenden Stunden vergessen. Kurz vor Hannover hatte man sie zwar noch gebeten, morgen auf dem Polizeipräsidium am Beliner Tor zu melden, aber das war wohl nur noch der Ordnung halber. Resi und Schorsch machten sich also auf den Weg zu ihrem Hotel, checkten ein und fielen bald darauf in einen erholsamen Schlaf. Helles Mondlicht schien auf die Zwei, die das aber gar nicht mehr bemerkten. Sie schliefen tief und fest, erholten sich von allen Abenteuern und Aufregungen der letzten Tage und es war gut so. Weiß man was der nächste Tag wieder mit sich bringen wird.
Morgens um 6 wurden die beiden aber schon wieder durch den ungewohnten Verkehrslärm geweckt. Resi reckte und streckte sich, Schorsch kroch aus dem Bett und schaute zum Fenster hinaus. Sie hatten einen herrlichen Blick über den Park "Planten und Blomen" zum Fernsehturm hin, der im Licht der aufgehenden Sonne aus einer dünnen Bodennebelschicht aufragte. Es schien ein wunderschöner Tag zu werden und das schlug sich auch auf die Stimmung der beiden nieder. Zuerst sollte mal ausgiebig gefrühstückt werden. Aber als Resi ihren Schorsch so im Sonnenlicht sah, kam ihr ganz anderes in den Sinn und sie lies wie zufällig den Träger ihres Nachthemdchens von der Schulter rutschen. Ihr Liebster sah das sofort und kam der unausgesprochenen Aufforderung gerne nach. Er nahm sie in den Arm und küsste sie leidenschaftlich. Seine Hand streichelte dabei die vollen Rundungen ihres Busens. Resi stöhnte auf, ihr Herz schlug schneller ........ Doch plötzlich klopfte es heftig an der Zimmertüre.
"Inspektor Grau! Darf ich mal kurz stören?" "Verdammt, hat man denn nie seine Ruhe" zischte Schorsch wütend. "Keine Angst, ich habe gute Nachrichten." Resi und ihr Freund schauten den Beamten, nachdem sie die Türe geöffnet hatten, gespannt an.
"Um es gleich vorweg zu schicken", fing der ihnen noch unbekannte Kommissar zu reden an, nachdem er sich ausgewiesen hat, "die Bankräuber haben umfassend gestanden und sie sind frei von jedem Verdacht." Erleichtert blickten die beiden Liebenden sich an. "Eine Belohnung für die Mithilfe bei der Wiederbeschaffung des Geldes steht ihnen wohl auch zu, da sie meinen Kollegen aus dem Zug auf die Tüte aufmerksam gemacht haben." "Juhuuu!," entfuhr es da Resi, "dann können wir ja unsere Urlaub hier ein bisschen verlängern." Schorsch hingegen schaute etwas ungläubig aus der Wäsche, da sie doch nichts dazu beigetragen hatten und fragte: "Was ist da im Zug eigentlich genau passiert?" Der Beamte schaute ihn erstaunt an. Dann sagte er verschämt grinsend: "Ach das können sie ja gar nicht alles mitbekommen haben. Das ging wohl alles zu schnell für Sie. Also das war folgendermaßen: Nach dem Bankraub hat ein Passant die Räuber unauffällig bis zum Bahnhof verfolgt und gesehen, wie sie in den Zug nach Hamburg stiegen. Deshalb haben wir dann den Zug an der bewussten Stelle anhalten lassen, um ihn zu durchsuchen. Als meine Kollegen dann auf die Verbrecher stießen, flohen sie aus dem Zug, genau den anderen Kollegenin die Arme. Dann kam es zur Schießerei, wobei ein Räuber verletzt wurde. Sie weigerten sich allerdings zu sagen wo die Beute war und ob sie noch Komplizen hatten. Ein aufmerksamer Reisender wies uns dann auf ihr Abteil hin, da er einen der Räuber dabei gesehen hatte, als er heraus kam.", erklärte der Polizist den beiden. Schorsch und Resi nickten verstehend. "Die Versicherung hat eine Belohnung von 10% der wiederbeschafften Summe ausgelobt und da wir als ermittelnde Beamte kein Anrecht darauf haben und die beiden Kollegen zu Protokoll gegben haben, dass sie die herrenlose Tüte auf ihren Hinweis hin überprüft haben, dürfte ihnen allein das Geld zustehen." "Juhuuuu!" entfuhr es da Resi. "Das sind ja ganz tolle Neuigkeiten!", freute sich Schorsch. "Es sind die ganzen 10Millionen DM in 1000DM Scheinen in der Tüte gewesen - 10000 Scheine !" Der Beamte klärte die beiden noch auf wo, wann und wie sie an den Finderlohn kommern würden und verabschiedete sich mit einem freundlichen Lächeln. "Eine Millionen € dafür, das wir im Abteil geschlafen haben, in dem Bankräuber ihre unbrauchbare Beute versteckt haben?", sinnierte Schorsch," Nicht übel!" Resi lachte lauthals auf. "Ja, so viel Glück ist doch unglaublich. Aber egal,...... jetzt machen wir uns einfach ein schönes Leben. Wir müssen jetzt überlegen, wie wir einen Teil des Geldes am besten anlegen, damit wir lange davon leben können."" Mit dem Geld in der Hinterhand können wir auch unsere Zeitmaschinen-Hütte so richtig ausnutzen." erwiderte Schorsch. Ganz verstand Resi das nicht, aber sie nickte zustimmend. Nach so viel Aufregung am Morgen war es jetzt höchste Zeit für ein Frühstück.
Nach 25 Minuten waren sie mit der Morgentoilette fertig und begaben sich ins Hotelrestaurant um sich am reichhaltigen Buffet zu stärken. Schorsch füllte sich seinen Teller, als wenn er eine ganze Fußballmannschaft verköstigen müsste. So eine Auswahl an Köstlichkeiten, gab es schließlich nicht jeden Tag und sein Hunger war groß. "Irgendwie kann ich das alles noch gar nicht glauben!"wiederholte Resi nun bestimmt schon zum 10. Mal, wie eine Schallplatte mit einem Sprung, "welch ein Glück! Nein so etwas .....".
"Wir gehen jetzt erst mal eine Runde drüben im Park Planten un Blomen spazieren, damit du mal wieder etwas klarer im Kopf wirst, mein Schatz," grinste Schorsch. "O.K.", stimmte Resi laut lachend zu. "Die frische Luft wird mir gut tun." Also machten die beiden sich auf den Weg. Es war ein wunderschöner Tag, die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel und schien sich mit ihnen zu freuen. Überall genossen Menschen den schönen Tag und die Kinder hatten ihren Spass an den verschiedenen Wasserspielen.
Nach einiger Zeit setzten sich die beiden Liebenden auf eine Parkbank und Schorsch fragte:"Wenn ich hier die vielen Kinder sehe, frage ich mich, wie du zu eigenen Kindern stehst. Hast du schon mal darüber nachgedacht, ob und wenn ja, wann du Kinder willst? Ich wünsche mir Kinder von dir.""Gegen zwei, drei Kinder hätte ich nichts auszusetzten, aber in der Zukunft habe ich keinen Hinweis darauf gesehen, das wir welche hätten", antwortete Resi nicht mehr ganz so fröhlich. "Hmm," überlegte Schorsch,"ich denke wir können die Zukunft mit unserer Zeithütte ändern, meinst du nicht?""Zumindest werden wir erfahren, wieviel Vorbestimmung es in unserem Leben gibt, und wie groß unser Einfluss darauf ist, wenn wir versuchen unser Schicksal zu ändern," antwortete ihr Schorsch, "aber zunächst mal lass uns unseren Urlaub jetzt mal in vollen Zügen genießen. Geld haben wir ja jetzt genug um es uns mal so richtig gut gehen zu lassen.""Vorsicht, noch haben wir es nicht auf dem Konto!"mahnte Resi. Schorsch lachte laut auf und ermahnte sie nicht immer so negativ zu denken.
Nach ihrem Bummel durch den Park stand eine Stadtrundfahrt mit der "Hummelbahn" auf dem Programm. Resi liebte es mit solch romantischen Fahrzeugen durch die Gegend zu bummeln. Am Hafen stiegen sie in eine Barkasse um mit der sie kreuz und Quer durch den Hafen und die alte Speicherstadt schipperten. Sie bewunderten die vielen historischen Gebäude und beobachteten das emsige Treiben der dort arbeitenden Menschen. "Hej Löcht" ("Er Lügt" So nennt man im Hafen die Barkassenkapitäne) hatte bei jeden Gebäude und jedem Schiff seine witzigen "Döntjes" (gem Wikipedia kleinere, zumeist heitere, fiktive Erzählung) auf Lager, und so gab es einiges zu lachen oder zumindest zu schmunzeln. Die Zeit verging wie im Fluge und der schöne Ausflug ging leider zu Ende. Aber am Abend würden sie ja noch zu Cats gehen. So machten sie sich auf ins Hotel um sich schick für den Abend zumachen. Aber vorher kehrten sie noch in einem Chinarestaurant ein um ihren Hunger zu stillen. Resi entschied sich für Frühlingsrolle und knusprige Ente mit Bambus und Morcheln, Schorsch wählte, wie meistes beim Chinesen, scharfes Rindfleich Szechuan-Art. Es dauerte nicht lange und das Mahl wurde ihnen serviert. Sie hatten offenbar ein gutes Restaurant gewählt, die Portionen waren so groß, dass sie sicher nicht hungrig weggehen würden, es war alles appetitlich angerichtet und duftete einfach herrlich. Man hätte denken können, dass Schorsch seit Tagen nicht gegessen hätte, so haute er rein und auch Resi ließ es sich schmecken. Satt und zufrieden lehnten sie sich nach der Mahlzeit zurück und nippen am Pflaumenwein, der ihnen als Aufmerksamkeit des Hauses nach dem Essen gereicht wurde. Zufrieden mit dem schönen Tag gab Schorsch ein fürstliches Trinkgeld, als er die Rechnung bezahlte. Resi lächelte ihn verzückt an. So einen schönen Tag hatten sie lange nicht mehr erlebt, und freute sich schon auf das Musical.
Sie fuhren mit einem Taxi zurück zum Hotel und machten sich hübsch für den Abend im Theater. Schon bald waberte der Wasserdampf im Badezimmer, weil Schorsch ein richtig heißes Duschbad nahm. Resi suchte einstweilen etwas Passendes zum Anziehen. Zwar hatte sie sich schon vor der Abreise für ein schickes Kleid entschieden, aber jetzt war sie doch wieder unschlüssig. Eine Weile probierte sie noch dies und das. Sie wollte doch schließlich besonders hübsch sein an diesem Abend. Endlich wählte sie ein rotes, recht kurzes Kleid, das sie aber noch aufbügelte, da es vom Transport etwas knitterig geworden war. Endlich kam auch Schorsch aus dem Bad. Er duftete nach Rasierwasser und sah umwerfend aus.
Als das bestellte Taxi vorfuhr küssten sich die beiden noch mal kurz und stiegen ein, um zum Operettenhaus auf der Reeperbahn zu fahren. Es herrschte sehr viel Verkehr und sie kamenn nur langsam voran. Gut, dass sie sich das Taxi sehr früh bestellt hatten. Außerdem war der Weg war auch nicht so weit, wie sie dachten, so dass sie sich im Foyer noch ein Glas Sekt gönnten. Als das Signal ertönte, machten sie sich auf den Weg um ihre Plätze einzunehmen. Resi war sehr aufgeregt. Lange schon hatte sie sich auf das Musical gefreut. Schlieslich ging das Licht ganz aus und nur ein paar Katzenaugen leuchteten im dunkeln, während langsam leise, ja fast vorsichtig die Musik einsetzte. Nach und nach schalteten sich Scheinwerfer ein, die die Szene beleuchteten. Die Musik wurde lauter und lauter, die Spannung stieg.
Resi und Schorsch waren im Nu von der Aufführung gefesselt. Die Darsteller waren sehr gut und und das Publikum wusste das durch mehrfachen Szenenapplaus zu würdigen. Schorsch wußte, dass sie es nur ihrer "Zeitmaschinenhütte verdankten so eine schöne Aufführung zu sehen, waren doch die späteren Versionen in Stuttgart, Frankfurt, oder anderswo im deutschsprachigen Raum nur ein müder Abklatsch der Hamburger Produktion.
Resi flüsterte ihrem Liebsten ins Ohr: " Ach Süßer, das ist ein Wahnsinn! Diese Schauspieler, Sänger, Tänzer! Ich wollte diese Musical immer schon sehen, aber soooooooo schön hatte ich es mir nicht mal in meinen Träumen vorgestellt! "Ja, so etwas live zu erleben ist schon was anderes, als im Fernsehn. Echt Klasse!" Gespannt verfolgten die beiden das weitere Geschehen auf der Bühne. In der Pause gönnten sich die beiden ein Gläschen Sekt. Sie genossen den Abend in vollen Zügen. Nach der Vorstellug bummelten sie noch über die "Sündige Meile" die ja direkt vor der Tür des Operettenhauses beginnt. Die schauten sich neugierig um. So viel hatten sie schon gehört davon und jetzt warfen sie endlich da und konnten alles bestaunen was da so ablief. Resi war schon etwas erstaunt, dass Schorsch trotz ihrer Anwesenheit von Damen des "Horizontalen Gewerbes " angesprochen wurde. Das hätte sie sich nicht gedacht, aber sie war auch noch nie in einer solchen Umgebung und hatte keine Ahnung was da alles so ablief. Aber nach dem schönen Abend nahm sie es mit Humor und lies sich die gute Laune nicht verderben. Sie schlenderten weiter die Straße entlang und beobachteten das Treiben dort amüsiert. Beide waren erstaunt, zu so später Stunde noch so viele Menschen unterwegs zu sehen, aber Hamburg Sankt Pauli kennt keine Sperrstunde. Schorsch fragte Resi ob sie noch irgendwo einkehren sollten, aber Resi war mittlerweile müde geworden und wollte lieber zurück ins Hotel.


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BeitragVerfasst: Sa 24. Okt 2009, 12:40 
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Wohnort: Henstedt-Ulzburg
Etwas müde saßen Resi und Schorsch im Abteil des Intercitys nach Hamburg. Es regnete draußen und das Plätschern des Wassers und die Fahrgeräusche des Zugen bewirkten, dass sie schließlich beide ins Land der Träume entschlummerten. Sie hatten gestern (nein, eigentlich heute früh) noch lange gefeiert und sich danach noch lange in den Armen gelegen und gekuschelt. Das hat beide schlussendlich so rührselig gemacht, nach allem was sie erlebt hatten, dass sie den Entschluss gefasst hatten, endlich mal nach Hamburg zu fahren und sich einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen, nämlich Andrew Lloyd Webbers Musical Cats im Operettenhaus an der Reeperbahn live sehen. In ihrem normalen Leben wäre das nicht möglich gewesen, da dort nach 15 Jahren Cats schon lange andere Programme liefen. Nachdem beide eine Weile geschlafen hatten, wurden sie durch das jähe Bremsen des Zuges geweckt. Weder Resi noch Schorsch wussten gleich wo sie waren. Draußen war es mittlerweile stockdunkel geworden. Draußen zuckten ein paar Blaulichter durch die Nacht. Dann hörte man plötzlich auch das Jaulen von Sirenen. "Was da wohl passiert ist?"fragte Resi. "Keine Ahnung", antwortete ihr Freund, " ich hoffe nur, dass es nichts Schlimmes ist. Obwohl, bei Blaulicht und Sirene............................?"
In diesem Moment öffnete sich die Abteiltür und zwei Männer in Uniform fragten höflich aber bestimmt nach den Ausweispapieren. "Oh Mann," zuckte es erschrocken durch Resis Kopf, "wir haben doch gar keine!" Sie blickte die Beamten aber nur erstarrt und schweigsam an. Aber da griff Schorsch in seine Brieftasche und zog beide Ausweise aus der Tasche, wobei er allerdings etwas unsicher wirkte. Seine Freundin wunderte sich zwar etwas, war aber erstmal erleichtert. "Die Ausweise sehen ja aus, als wären sie hundert Jahre alt, was haben sie damit nur gemacht?" fragte der Polizist und reichte die Papiere, die laut Austellungsdatum druckfrisch waren, etwas erstaunt an Schorsch zurück. Der zuckte nur mit den Schultern und murmelte etwas Unverständliches vor sich hin. Draußen auf dem Gang tuschelten die Beamten miteinander. Resi verstand nur etwas von seltsame Papiere, kein Gepäck und erschrecktem Blick bei der Frau. Langsam entfernten sich dann aber doch die Schritte der Männer und die beiden atmeten erleichtert auf. "Woher hattest du denn plötzlich die Ausweise?"wollte Resi jetzt aber doch wissen. Schorsch erzählte ihr:"Weißt du das war so: Die Zukunftsresi hat die Ausweise extra aufgehoben, als sie abgelaufen waren. Sie dachte wohl schon, dass wir auftauchen und sie dann vielleicht brauchen würden. Nein, genauer gesagt, sie wusste es, denn sie hat das alles ja schon erlebt, was uns noch bevor steht." "Tja, so wird es wohl sein," überlegte Resi, "was ich aber nicht verstehe: Warum hat sie uns das alles nicht erzählt? Wir wären doch dann auf alles vorbereitet gewesen............."In diesem Moment fielen mehrere Schüsse. Jemand schrie in der Finsternis gequält auf. Alle Polizisten, die eben noch die Reisenden kontrolliert haben waren jetzt mit ihren Taschenlampen draußen unterwegs und beleuchteten die Szene. Noch immer war im Zug nicht auszumachen, was sich da eigentlich abspielte und die Reisenden begannen darüber zu diskutieren, was los sein könnte. Aus dem Nachbarabteil war zu hören, dass die Polizei wohl die Geldtransporträuber, die am Vortag 10 Millionen DM geraubt hatten, im Zug vermutete. Plötzlich hörte man eilige Schritte näher kommen und die Polizisten betraten wieder das Abteil in dem Resi und Schorsch saßen. "Gehört das zu ihrem Gepäck?" fragte einer der Beamten und zeigte auf eine Plastiktüte. Resi senkte den Blick und schwieg. Schorsch antwortete:" Uns gehört das nicht. Bisher ist mir die Tüte auch nicht weiter aufgefallen." "Hmmm", brummte der Uniformierte vor sich hin. Er nahm die Tüte und schaute hinein. "Ahaaaa," sagte er laut, " da habe wir es ja!" Dabei holt er eins von vielen Bündeln Geldscheine aus der Tüte. Erstaunt sahen Resi und Schorsch sich an und ahnten nichts Gutes. "Ich fürchte, wir werden uns etwas unterhalten müssen!", sprach der Beamte sie an. Da Resi und Schorsch aber nichts zu verbergen hatten und auch keine Fingerabdrücke von ihnen auf der Tüte sein konnten, sagte Schorsch frech zu dem Polizisten: "Schauen sie mal, wie blau jetzt ihre Finger sind. Das Geld scheint markiert zu sein, sowas habe ich schon mal im Krimi gesehen." Der Uniformierte stutze. Tatsächlich waren seine Finger ganz verfärbt.
"Das ist jedenfalls das Geld, das gestohlen wurde. Haben Sie beide etwas dazu zu sagen?""Wie ich schon gesagt habe, wir hatten die Tüte bislang nicht mal bemerkt. Wir können Ihnen da beim besten Willen nichts darüber sagen", antwortete Schorsch. "Seit München haben wir geschlafen, bis sie den Zug gestoppt haben." Der Polizist sagte darauf nur:" Also bis Hamburg wollen die fahren? Gut, dann bleiben Sie in diesem Abteil. Es könnte sein, dass wir noch weitere Fragen an sie haben."
Er notierte sich nochmal die Personalien, grüßte kurz und ging. Die bis dahin fast stumme Resi seufzte:" Mann, oh Mann, wo sind wir da bloß wieder hineingeraten?"" Stimmt. Einen Urlaub stelle ich mir auch andes vor," antwortete Schorsch, "wir müssen jetzt eben das Beste daraus machen. Wir haben schon Schlimmeres überstanden. Aber ich frage mich doch, wie die Bankräuber auf den Gedanken kommen, dass Geld einfach hier im Zug zu deponieren". "Vielleicht, haben sind sie ja noch irgendwo in der Nähe und warten nur auf einen geeigneten Moment ihre Beute wieder zu holen," überlegte Resi. "Ich denke eher, die haben das Färbemittel bemerkt, das man praktisch nicht abwaschen kann und das das Geld praktisch wertlos macht," entgegnete ihr Freund und sie musste ihm Recht geben. Das hatte sie nicht bedacht. "Ich frage mich, wer da eben bei der Schießerei getroffen wurde?", fragte sich Resi. Schorsch antwortete nicht sondern sah nur nachdenklich aus dem Fenster in die dunkle Nacht."So gezielt, wie sie wieder hier ins Abteil gestürmt sind, muß doch irgend jemand von den Bankräubern was ausgesagt haben!", sinnierte Resie weiter, "meinst du sie kommen wieder und wir bekommen ernsthafte Schwierigkeiten?" "Vielleicht wollten sie ja so ihre Verfolger loswerden, da das Geld ja sowieso für sie wertlos war, wegen des Färbemittels", erwiderte ihr Freund, "na egal, ich hoffe jedenfalls, dass wir unsere Reise jetzt in Ruhe fortsetzen können."

Ein paar Stunden später lief der Zug in Hamburg ein. Das helle Licht auf dem Bahnhof, die vielen Menschen die von einem Ort zum anderen eilten, die Lautsprecherdurschsagen, die Gerüche von den Imbissläden, das alles ließ das Liebespaar die letzten aufregenden Stunden vergessen. Kurz vor Hannover hatte man sie zwar noch gebeten, morgen auf dem Polizeipräsidium am Beliner Tor zu melden, aber das war wohl nur noch der Ordnung halber. Resi und Schorsch machten sich also auf den Weg zu ihrem Hotel, checkten ein und fielen bald darauf in einen erholsamen Schlaf. Helles Mondlicht schien auf die Zwei, die das aber gar nicht mehr bemerkten. Sie schliefen tief und fest, erholten sich von allen Abenteuern und Aufregungen der letzten Tage und es war gut so. Weiß man was der nächste Tag wieder mit sich bringen wird.
Morgens um 6 wurden die beiden aber schon wieder durch den ungewohnten Verkehrslärm geweckt. Resi reckte und streckte sich, Schorsch kroch aus dem Bett und schaute zum Fenster hinaus. Sie hatten einen herrlichen Blick über den Park "Planten und Blomen" zum Fernsehturm hin, der im Licht der aufgehenden Sonne aus einer dünnen Bodennebelschicht aufragte. Es schien ein wunderschöner Tag zu werden und das schlug sich auch auf die Stimmung der beiden nieder. Zuerst sollte mal ausgiebig gefrühstückt werden. Aber als Resi ihren Schorsch so im Sonnenlicht sah, kam ihr ganz anderes in den Sinn und sie lies wie zufällig den Träger ihres Nachthemdchens von der Schulter rutschen. Ihr Liebster sah das sofort und kam der unausgesprochenen Aufforderung gerne nach. Er nahm sie in den Arm und küsste sie leidenschaftlich. Seine Hand streichelte dabei die vollen Rundungen ihres Busens. Resi stöhnte auf, ihr Herz schlug schneller ........ Doch plötzlich klopfte es heftig an der Zimmertüre.
"Inspektor Grau! Darf ich mal kurz stören?" "Verdammt, hat man denn nie seine Ruhe" zischte Schorsch wütend. "Keine Angst, ich habe gute Nachrichten." Resi und ihr Freund schauten den Beamten, nachdem sie die Türe geöffnet hatten, gespannt an.
"Um es gleich vorweg zu schicken", fing der ihnen noch unbekannte Kommissar zu reden an, nachdem er sich ausgewiesen hat, "die Bankräuber haben umfassend gestanden und sie sind frei von jedem Verdacht." Erleichtert blickten die beiden Liebenden sich an. "Eine Belohnung für die Mithilfe bei der Wiederbeschaffung des Geldes steht ihnen wohl auch zu, da sie meinen Kollegen aus dem Zug auf die Tüte aufmerksam gemacht haben." "Juhuuu!," entfuhr es da Resi, "dann können wir ja unsere Urlaub hier ein bisschen verlängern." Schorsch hingegen schaute etwas ungläubig aus der Wäsche, da sie doch nichts dazu beigetragen hatten und fragte: "Was ist da im Zug eigentlich genau passiert?" Der Beamte schaute ihn erstaunt an. Dann sagte er verschämt grinsend: "Ach das können sie ja gar nicht alles mitbekommen haben. Das ging wohl alles zu schnell für Sie. Also das war folgendermaßen: Nach dem Bankraub hat ein Passant die Räuber unauffällig bis zum Bahnhof verfolgt und gesehen, wie sie in den Zug nach Hamburg stiegen. Deshalb haben wir dann den Zug an der bewussten Stelle anhalten lassen, um ihn zu durchsuchen. Als meine Kollegen dann auf die Verbrecher stießen, flohen sie aus dem Zug, genau den anderen Kollegenin die Arme. Dann kam es zur Schießerei, wobei ein Räuber verletzt wurde. Sie weigerten sich allerdings zu sagen wo die Beute war und ob sie noch Komplizen hatten. Ein aufmerksamer Reisender wies uns dann auf ihr Abteil hin, da er einen der Räuber dabei gesehen hatte, als er heraus kam.", erklärte der Polizist den beiden. Schorsch und Resi nickten verstehend. "Die Versicherung hat eine Belohnung von 10% der wiederbeschafften Summe ausgelobt und da wir als ermittelnde Beamte kein Anrecht darauf haben und die beiden Kollegen zu Protokoll gegben haben, dass sie die herrenlose Tüte auf ihren Hinweis hin überprüft haben, dürfte ihnen allein das Geld zustehen." "Juhuuuu!" entfuhr es da Resi. "Das sind ja ganz tolle Neuigkeiten!", freute sich Schorsch. "Es sind die ganzen 10Millionen DM in 1000DM Scheinen in der Tüte gewesen - 10000 Scheine !" Der Beamte klärte die beiden noch auf wo, wann und wie sie an den Finderlohn kommern würden und verabschiedete sich mit einem freundlichen Lächeln. "Eine Millionen € dafür, das wir im Abteil geschlafen haben, in dem Bankräuber ihre unbrauchbare Beute versteckt haben?", sinnierte Schorsch," Nicht übel!" Resi lachte lauthals auf. "Ja, so viel Glück ist doch unglaublich. Aber egal,...... jetzt machen wir uns einfach ein schönes Leben. Wir müssen jetzt überlegen, wie wir einen Teil des Geldes am besten anlegen, damit wir lange davon leben können."" Mit dem Geld in der Hinterhand können wir auch unsere Zeitmaschinen-Hütte so richtig ausnutzen." erwiderte Schorsch. Ganz verstand Resi das nicht, aber sie nickte zustimmend. Nach so viel Aufregung am Morgen war es jetzt höchste Zeit für ein Frühstück.
Nach 25 Minuten waren sie mit der Morgentoilette fertig und begaben sich ins Hotelrestaurant um sich am reichhaltigen Buffet zu stärken. Schorsch füllte sich seinen Teller, als wenn er eine ganze Fußballmannschaft verköstigen müsste. So eine Auswahl an Köstlichkeiten, gab es schließlich nicht jeden Tag und sein Hunger war groß. "Irgendwie kann ich das alles noch gar nicht glauben!"wiederholte Resi nun bestimmt schon zum 10. Mal, wie eine Schallplatte mit einem Sprung, "welch ein Glück! Nein so etwas .....".
"Wir gehen jetzt erst mal eine Runde drüben im Park Planten un Blomen spazieren, damit du mal wieder etwas klarer im Kopf wirst, mein Schatz," grinste Schorsch. "O.K.", stimmte Resi laut lachend zu. "Die frische Luft wird mir gut tun." Also machten die beiden sich auf den Weg. Es war ein wunderschöner Tag, die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel und schien sich mit ihnen zu freuen. Überall genossen Menschen den schönen Tag und die Kinder hatten ihren Spass an den verschiedenen Wasserspielen.
Nach einiger Zeit setzten sich die beiden Liebenden auf eine Parkbank und Schorsch fragte:"Wenn ich hier die vielen Kinder sehe, frage ich mich, wie du zu eigenen Kindern stehst. Hast du schon mal darüber nachgedacht, ob und wenn ja, wann du Kinder willst? Ich wünsche mir Kinder von dir.""Gegen zwei, drei Kinder hätte ich nichts auszusetzten, aber in der Zukunft habe ich keinen Hinweis darauf gesehen, das wir welche hätten", antwortete Resi nicht mehr ganz so fröhlich. "Hmm," überlegte Schorsch,"ich denke wir können die Zukunft mit unserer Zeithütte ändern, meinst du nicht?""Zumindest werden wir erfahren, wieviel Vorbestimmung es in unserem Leben gibt, und wie groß unser Einfluss darauf ist, wenn wir versuchen unser Schicksal zu ändern," antwortete ihr Schorsch, "aber zunächst mal lass uns unseren Urlaub jetzt mal in vollen Zügen genießen. Geld haben wir ja jetzt genug um es uns mal so richtig gut gehen zu lassen.""Vorsicht, noch haben wir es nicht auf dem Konto!"mahnte Resi. Schorsch lachte laut auf und ermahnte sie nicht immer so negativ zu denken.
Nach ihrem Bummel durch den Park stand eine Stadtrundfahrt mit der "Hummelbahn" auf dem Programm. Resi liebte es mit solch romantischen Fahrzeugen durch die Gegend zu bummeln. Am Hafen stiegen sie in eine Barkasse um mit der sie kreuz und Quer durch den Hafen und die alte Speicherstadt schipperten. Sie bewunderten die vielen historischen Gebäude und beobachteten das emsige Treiben der dort arbeitenden Menschen. "Hej Löcht" ("Er Lügt" So nennt man im Hafen die Barkassenkapitäne) hatte bei jeden Gebäude und jedem Schiff seine witzigen "Döntjes" (gem Wikipedia kleinere, zumeist heitere, fiktive Erzählung) auf Lager, und so gab es einiges zu lachen oder zumindest zu schmunzeln. Die Zeit verging wie im Fluge und der schöne Ausflug ging leider zu Ende. Aber am Abend würden sie ja noch zu Cats gehen. So machten sie sich auf ins Hotel um sich schick für den Abend zumachen. Aber vorher kehrten sie noch in einem Chinarestaurant ein um ihren Hunger zu stillen. Resi entschied sich für Frühlingsrolle und knusprige Ente mit Bambus und Morcheln, Schorsch wählte, wie meistes beim Chinesen, scharfes Rindfleich Szechuan-Art. Es dauerte nicht lange und das Mahl wurde ihnen serviert. Sie hatten offenbar ein gutes Restaurant gewählt, die Portionen waren so groß, dass sie sicher nicht hungrig weggehen würden, es war alles appetitlich angerichtet und duftete einfach herrlich. Man hätte denken können, dass Schorsch seit Tagen nicht gegessen hätte, so haute er rein und auch Resi ließ es sich schmecken. Satt und zufrieden lehnten sie sich nach der Mahlzeit zurück und nippen am Pflaumenwein, der ihnen als Aufmerksamkeit des Hauses nach dem Essen gereicht wurde. Zufrieden mit dem schönen Tag gab Schorsch ein fürstliches Trinkgeld, als er die Rechnung bezahlte. Resi lächelte ihn verzückt an. So einen schönen Tag hatten sie lange nicht mehr erlebt, und freute sich schon auf das Musical.
Sie fuhren mit einem Taxi zurück zum Hotel und machten sich hübsch für den Abend im Theater. Schon bald waberte der Wasserdampf im Badezimmer, weil Schorsch ein richtig heißes Duschbad nahm. Resi suchte einstweilen etwas Passendes zum Anziehen. Zwar hatte sie sich schon vor der Abreise für ein schickes Kleid entschieden, aber jetzt war sie doch wieder unschlüssig. Eine Weile probierte sie noch dies und das. Sie wollte doch schließlich besonders hübsch sein an diesem Abend. Endlich wählte sie ein rotes, recht kurzes Kleid, das sie aber noch aufbügelte, da es vom Transport etwas knitterig geworden war. Endlich kam auch Schorsch aus dem Bad. Er duftete nach Rasierwasser und sah umwerfend aus.
Als das bestellte Taxi vorfuhr küssten sich die beiden noch mal kurz und stiegen ein, um zum Operettenhaus auf der Reeperbahn zu fahren. Es herrschte sehr viel Verkehr und sie kamenn nur langsam voran. Gut, dass sie sich das Taxi sehr früh bestellt hatten. Außerdem war der Weg war auch nicht so weit, wie sie dachten, so dass sie sich im Foyer noch ein Glas Sekt gönnten. Als das Signal ertönte, machten sie sich auf den Weg um ihre Plätze einzunehmen. Resi war sehr aufgeregt. Lange schon hatte sie sich auf das Musical gefreut. Schlieslich ging das Licht ganz aus und nur ein paar Katzenaugen leuchteten im dunkeln, während langsam leise, ja fast vorsichtig die Musik einsetzte. Nach und nach schalteten sich Scheinwerfer ein, die die Szene beleuchteten. Die Musik wurde lauter und lauter, die Spannung stieg.
Resi und Schorsch waren im Nu von der Aufführung gefesselt. Die Darsteller waren sehr gut und und das Publikum wusste das durch mehrfachen Szenenapplaus zu würdigen. Schorsch wußte, dass sie es nur ihrer "Zeitmaschinenhütte verdankten so eine schöne Aufführung zu sehen, waren doch die späteren Versionen in Stuttgart, Frankfurt, oder anderswo im deutschsprachigen Raum nur ein müder Abklatsch der Hamburger Produktion.
Resi flüsterte ihrem Liebsten ins Ohr: " Ach Süßer, das ist ein Wahnsinn! Diese Schauspieler, Sänger, Tänzer! Ich wollte diese Musical immer schon sehen, aber soooooooo schön hatte ich es mir nicht mal in meinen Träumen vorgestellt! "Ja, so etwas live zu erleben ist schon was anderes, als im Fernsehn. Echt Klasse!" Gespannt verfolgten die beiden das weitere Geschehen auf der Bühne. In der Pause gönnten sich die beiden ein Gläschen Sekt. Sie genossen den Abend in vollen Zügen. Nach der Vorstellug bummelten sie noch über die "Sündige Meile" die ja direkt vor der Tür des Operettenhauses beginnt. Die schauten sich neugierig um. So viel hatten sie schon gehört davon und jetzt warfen sie endlich da und konnten alles bestaunen was da so ablief. Resi war schon etwas erstaunt, dass Schorsch trotz ihrer Anwesenheit von Damen des "Horizontalen Gewerbes " angesprochen wurde. Das hätte sie sich nicht gedacht, aber sie war auch noch nie in einer solchen Umgebung und hatte keine Ahnung was da alles so ablief. Aber nach dem schönen Abend nahm sie es mit Humor und lies sich die gute Laune nicht verderben. Sie schlenderten weiter die Straße entlang und beobachteten das Treiben dort amüsiert. Beide waren erstaunt, zu so später Stunde noch so viele Menschen unterwegs zu sehen, aber Hamburg Sankt Pauli kennt keine Sperrstunde. Schorsch fragte Resi ob sie noch irgendwo einkehren sollten, aber Resi war mittlerweile müde geworden und wollte lieber zurück ins Hotel. Eine knappe Stunde später schlummerten beide tief, fest und glücklich.


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BeitragVerfasst: Di 27. Okt 2009, 09:51 
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Etwas müde saßen Resi und Schorsch im Abteil des Intercitys nach Hamburg. Es regnete draußen und das Plätschern des Wassers und die Fahrgeräusche des Zugen bewirkten, dass sie schließlich beide ins Land der Träume entschlummerten. Sie hatten gestern (nein, eigentlich heute früh) noch lange gefeiert und sich danach noch lange in den Armen gelegen und gekuschelt. Das hat beide schlussendlich so rührselig gemacht, nach allem was sie erlebt hatten, dass sie den Entschluss gefasst hatten, endlich mal nach Hamburg zu fahren und sich einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen, nämlich Andrew Lloyd Webbers Musical Cats im Operettenhaus an der Reeperbahn live sehen. In ihrem normalen Leben wäre das nicht möglich gewesen, da dort nach 15 Jahren Cats schon lange andere Programme liefen. Nachdem beide eine Weile geschlafen hatten, wurden sie durch das jähe Bremsen des Zuges geweckt. Weder Resi noch Schorsch wussten gleich wo sie waren. Draußen war es mittlerweile stockdunkel geworden. Draußen zuckten ein paar Blaulichter durch die Nacht. Dann hörte man plötzlich auch das Jaulen von Sirenen. "Was da wohl passiert ist?"fragte Resi. "Keine Ahnung", antwortete ihr Freund, " ich hoffe nur, dass es nichts Schlimmes ist. Obwohl, bei Blaulicht und Sirene............................?"
In diesem Moment öffnete sich die Abteiltür und zwei Männer in Uniform fragten höflich aber bestimmt nach den Ausweispapieren. "Oh Mann," zuckte es erschrocken durch Resis Kopf, "wir haben doch gar keine!" Sie blickte die Beamten aber nur erstarrt und schweigsam an. Aber da griff Schorsch in seine Brieftasche und zog beide Ausweise aus der Tasche, wobei er allerdings etwas unsicher wirkte. Seine Freundin wunderte sich zwar etwas, war aber erstmal erleichtert. "Die Ausweise sehen ja aus, als wären sie hundert Jahre alt, was haben sie damit nur gemacht?" fragte der Polizist und reichte die Papiere, die laut Austellungsdatum druckfrisch waren, etwas erstaunt an Schorsch zurück. Der zuckte nur mit den Schultern und murmelte etwas Unverständliches vor sich hin. Draußen auf dem Gang tuschelten die Beamten miteinander. Resi verstand nur etwas von seltsame Papiere, kein Gepäck und erschrecktem Blick bei der Frau. Langsam entfernten sich dann aber doch die Schritte der Männer und die beiden atmeten erleichtert auf. "Woher hattest du denn plötzlich die Ausweise?"wollte Resi jetzt aber doch wissen. Schorsch erzählte ihr:"Weißt du das war so: Die Zukunftsresi hat die Ausweise extra aufgehoben, als sie abgelaufen waren. Sie dachte wohl schon, dass wir auftauchen und sie dann vielleicht brauchen würden. Nein, genauer gesagt, sie wusste es, denn sie hat das alles ja schon erlebt, was uns noch bevor steht." "Tja, so wird es wohl sein," überlegte Resi, "was ich aber nicht verstehe: Warum hat sie uns das alles nicht erzählt? Wir wären doch dann auf alles vorbereitet gewesen............."In diesem Moment fielen mehrere Schüsse. Jemand schrie in der Finsternis gequält auf. Alle Polizisten, die eben noch die Reisenden kontrolliert haben waren jetzt mit ihren Taschenlampen draußen unterwegs und beleuchteten die Szene. Noch immer war im Zug nicht auszumachen, was sich da eigentlich abspielte und die Reisenden begannen darüber zu diskutieren, was los sein könnte. Aus dem Nachbarabteil war zu hören, dass die Polizei wohl die Geldtransporträuber, die am Vortag 10 Millionen DM geraubt hatten, im Zug vermutete. Plötzlich hörte man eilige Schritte näher kommen und die Polizisten betraten wieder das Abteil in dem Resi und Schorsch saßen. "Gehört das zu ihrem Gepäck?" fragte einer der Beamten und zeigte auf eine Plastiktüte. Resi senkte den Blick und schwieg. Schorsch antwortete:" Uns gehört das nicht. Bisher ist mir die Tüte auch nicht weiter aufgefallen." "Hmmm", brummte der Uniformierte vor sich hin. Er nahm die Tüte und schaute hinein. "Ahaaaa," sagte er laut, " da habe wir es ja!" Dabei holt er eins von vielen Bündeln Geldscheine aus der Tüte. Erstaunt sahen Resi und Schorsch sich an und ahnten nichts Gutes. "Ich fürchte, wir werden uns etwas unterhalten müssen!", sprach der Beamte sie an. Da Resi und Schorsch aber nichts zu verbergen hatten und auch keine Fingerabdrücke von ihnen auf der Tüte sein konnten, sagte Schorsch frech zu dem Polizisten: "Schauen sie mal, wie blau jetzt ihre Finger sind. Das Geld scheint markiert zu sein, sowas habe ich schon mal im Krimi gesehen." Der Uniformierte stutze. Tatsächlich waren seine Finger ganz verfärbt.
"Das ist jedenfalls das Geld, das gestohlen wurde. Haben Sie beide etwas dazu zu sagen?""Wie ich schon gesagt habe, wir hatten die Tüte bislang nicht mal bemerkt. Wir können Ihnen da beim besten Willen nichts darüber sagen", antwortete Schorsch. "Seit München haben wir geschlafen, bis sie den Zug gestoppt haben." Der Polizist sagte darauf nur:" Also bis Hamburg wollen die fahren? Gut, dann bleiben Sie in diesem Abteil. Es könnte sein, dass wir noch weitere Fragen an sie haben."
Er notierte sich nochmal die Personalien, grüßte kurz und ging. Die bis dahin fast stumme Resi seufzte:" Mann, oh Mann, wo sind wir da bloß wieder hineingeraten?"" Stimmt. Einen Urlaub stelle ich mir auch andes vor," antwortete Schorsch, "wir müssen jetzt eben das Beste daraus machen. Wir haben schon Schlimmeres überstanden. Aber ich frage mich doch, wie die Bankräuber auf den Gedanken kommen, dass Geld einfach hier im Zug zu deponieren". "Vielleicht, haben sind sie ja noch irgendwo in der Nähe und warten nur auf einen geeigneten Moment ihre Beute wieder zu holen," überlegte Resi. "Ich denke eher, die haben das Färbemittel bemerkt, das man praktisch nicht abwaschen kann und das das Geld praktisch wertlos macht," entgegnete ihr Freund und sie musste ihm Recht geben. Das hatte sie nicht bedacht. "Ich frage mich, wer da eben bei der Schießerei getroffen wurde?", fragte sich Resi. Schorsch antwortete nicht sondern sah nur nachdenklich aus dem Fenster in die dunkle Nacht."So gezielt, wie sie wieder hier ins Abteil gestürmt sind, muß doch irgend jemand von den Bankräubern was ausgesagt haben!", sinnierte Resie weiter, "meinst du sie kommen wieder und wir bekommen ernsthafte Schwierigkeiten?" "Vielleicht wollten sie ja so ihre Verfolger loswerden, da das Geld ja sowieso für sie wertlos war, wegen des Färbemittels", erwiderte ihr Freund, "na egal, ich hoffe jedenfalls, dass wir unsere Reise jetzt in Ruhe fortsetzen können."

Ein paar Stunden später lief der Zug in Hamburg ein. Das helle Licht auf dem Bahnhof, die vielen Menschen die von einem Ort zum anderen eilten, die Lautsprecherdurschsagen, die Gerüche von den Imbissläden, das alles ließ das Liebespaar die letzten aufregenden Stunden vergessen. Kurz vor Hannover hatte man sie zwar noch gebeten, morgen auf dem Polizeipräsidium am Beliner Tor zu melden, aber das war wohl nur noch der Ordnung halber. Resi und Schorsch machten sich also auf den Weg zu ihrem Hotel, checkten ein und fielen bald darauf in einen erholsamen Schlaf. Helles Mondlicht schien auf die Zwei, die das aber gar nicht mehr bemerkten. Sie schliefen tief und fest, erholten sich von allen Abenteuern und Aufregungen der letzten Tage und es war gut so. Weiß man was der nächste Tag wieder mit sich bringen wird.
Morgens um 6 wurden die beiden aber schon wieder durch den ungewohnten Verkehrslärm geweckt. Resi reckte und streckte sich, Schorsch kroch aus dem Bett und schaute zum Fenster hinaus. Sie hatten einen herrlichen Blick über den Park "Planten und Blomen" zum Fernsehturm hin, der im Licht der aufgehenden Sonne aus einer dünnen Bodennebelschicht aufragte. Es schien ein wunderschöner Tag zu werden und das schlug sich auch auf die Stimmung der beiden nieder. Zuerst sollte mal ausgiebig gefrühstückt werden. Aber als Resi ihren Schorsch so im Sonnenlicht sah, kam ihr ganz anderes in den Sinn und sie lies wie zufällig den Träger ihres Nachthemdchens von der Schulter rutschen. Ihr Liebster sah das sofort und kam der unausgesprochenen Aufforderung gerne nach. Er nahm sie in den Arm und küsste sie leidenschaftlich. Seine Hand streichelte dabei die vollen Rundungen ihres Busens. Resi stöhnte auf, ihr Herz schlug schneller ........ Doch plötzlich klopfte es heftig an der Zimmertüre.
"Inspektor Grau! Darf ich mal kurz stören?" "Verdammt, hat man denn nie seine Ruhe" zischte Schorsch wütend. "Keine Angst, ich habe gute Nachrichten." Resi und ihr Freund schauten den Beamten, nachdem sie die Türe geöffnet hatten, gespannt an.
"Um es gleich vorweg zu schicken", fing der ihnen noch unbekannte Kommissar zu reden an, nachdem er sich ausgewiesen hat, "die Bankräuber haben umfassend gestanden und sie sind frei von jedem Verdacht." Erleichtert blickten die beiden Liebenden sich an. "Eine Belohnung für die Mithilfe bei der Wiederbeschaffung des Geldes steht ihnen wohl auch zu, da sie meinen Kollegen aus dem Zug auf die Tüte aufmerksam gemacht haben." "Juhuuu!," entfuhr es da Resi, "dann können wir ja unsere Urlaub hier ein bisschen verlängern." Schorsch hingegen schaute etwas ungläubig aus der Wäsche, da sie doch nichts dazu beigetragen hatten und fragte: "Was ist da im Zug eigentlich genau passiert?" Der Beamte schaute ihn erstaunt an. Dann sagte er verschämt grinsend: "Ach das können sie ja gar nicht alles mitbekommen haben. Das ging wohl alles zu schnell für Sie. Also das war folgendermaßen: Nach dem Bankraub hat ein Passant die Räuber unauffällig bis zum Bahnhof verfolgt und gesehen, wie sie in den Zug nach Hamburg stiegen. Deshalb haben wir dann den Zug an der bewussten Stelle anhalten lassen, um ihn zu durchsuchen. Als meine Kollegen dann auf die Verbrecher stießen, flohen sie aus dem Zug, genau den anderen Kollegenin die Arme. Dann kam es zur Schießerei, wobei ein Räuber verletzt wurde. Sie weigerten sich allerdings zu sagen wo die Beute war und ob sie noch Komplizen hatten. Ein aufmerksamer Reisender wies uns dann auf ihr Abteil hin, da er einen der Räuber dabei gesehen hatte, als er heraus kam.", erklärte der Polizist den beiden. Schorsch und Resi nickten verstehend. "Die Versicherung hat eine Belohnung von 10% der wiederbeschafften Summe ausgelobt und da wir als ermittelnde Beamte kein Anrecht darauf haben und die beiden Kollegen zu Protokoll gegben haben, dass sie die herrenlose Tüte auf ihren Hinweis hin überprüft haben, dürfte ihnen allein das Geld zustehen." "Juhuuuu!" entfuhr es da Resi. "Das sind ja ganz tolle Neuigkeiten!", freute sich Schorsch. "Es sind die ganzen 10Millionen DM in 1000DM Scheinen in der Tüte gewesen - 10000 Scheine !" Der Beamte klärte die beiden noch auf wo, wann und wie sie an den Finderlohn kommern würden und verabschiedete sich mit einem freundlichen Lächeln. "Eine Millionen € dafür, das wir im Abteil geschlafen haben, in dem Bankräuber ihre unbrauchbare Beute versteckt haben?", sinnierte Schorsch," Nicht übel!" Resi lachte lauthals auf. "Ja, so viel Glück ist doch unglaublich. Aber egal,...... jetzt machen wir uns einfach ein schönes Leben. Wir müssen jetzt überlegen, wie wir einen Teil des Geldes am besten anlegen, damit wir lange davon leben können."" Mit dem Geld in der Hinterhand können wir auch unsere Zeitmaschinen-Hütte so richtig ausnutzen." erwiderte Schorsch. Ganz verstand Resi das nicht, aber sie nickte zustimmend. Nach so viel Aufregung am Morgen war es jetzt höchste Zeit für ein Frühstück.
Nach 25 Minuten waren sie mit der Morgentoilette fertig und begaben sich ins Hotelrestaurant um sich am reichhaltigen Buffet zu stärken. Schorsch füllte sich seinen Teller, als wenn er eine ganze Fußballmannschaft verköstigen müsste. So eine Auswahl an Köstlichkeiten, gab es schließlich nicht jeden Tag und sein Hunger war groß. "Irgendwie kann ich das alles noch gar nicht glauben!"wiederholte Resi nun bestimmt schon zum 10. Mal, wie eine Schallplatte mit einem Sprung, "welch ein Glück! Nein so etwas .....".
"Wir gehen jetzt erst mal eine Runde drüben im Park Planten un Blomen spazieren, damit du mal wieder etwas klarer im Kopf wirst, mein Schatz," grinste Schorsch. "O.K.", stimmte Resi laut lachend zu. "Die frische Luft wird mir gut tun." Also machten die beiden sich auf den Weg. Es war ein wunderschöner Tag, die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel und schien sich mit ihnen zu freuen. Überall genossen Menschen den schönen Tag und die Kinder hatten ihren Spass an den verschiedenen Wasserspielen.
Nach einiger Zeit setzten sich die beiden Liebenden auf eine Parkbank und Schorsch fragte:"Wenn ich hier die vielen Kinder sehe, frage ich mich, wie du zu eigenen Kindern stehst. Hast du schon mal darüber nachgedacht, ob und wenn ja, wann du Kinder willst? Ich wünsche mir Kinder von dir.""Gegen zwei, drei Kinder hätte ich nichts auszusetzten, aber in der Zukunft habe ich keinen Hinweis darauf gesehen, das wir welche hätten", antwortete Resi nicht mehr ganz so fröhlich. "Hmm," überlegte Schorsch,"ich denke wir können die Zukunft mit unserer Zeithütte ändern, meinst du nicht?""Zumindest werden wir erfahren, wieviel Vorbestimmung es in unserem Leben gibt, und wie groß unser Einfluss darauf ist, wenn wir versuchen unser Schicksal zu ändern," antwortete ihr Schorsch, "aber zunächst mal lass uns unseren Urlaub jetzt mal in vollen Zügen genießen. Geld haben wir ja jetzt genug um es uns mal so richtig gut gehen zu lassen.""Vorsicht, noch haben wir es nicht auf dem Konto!"mahnte Resi. Schorsch lachte laut auf und ermahnte sie nicht immer so negativ zu denken.
Nach ihrem Bummel durch den Park stand eine Stadtrundfahrt mit der "Hummelbahn" auf dem Programm. Resi liebte es mit solch romantischen Fahrzeugen durch die Gegend zu bummeln. Am Hafen stiegen sie in eine Barkasse um mit der sie kreuz und Quer durch den Hafen und die alte Speicherstadt schipperten. Sie bewunderten die vielen historischen Gebäude und beobachteten das emsige Treiben der dort arbeitenden Menschen. "Hej Löcht" ("Er Lügt" So nennt man im Hafen die Barkassenkapitäne) hatte bei jeden Gebäude und jedem Schiff seine witzigen "Döntjes" (gem Wikipedia kleinere, zumeist heitere, fiktive Erzählung) auf Lager, und so gab es einiges zu lachen oder zumindest zu schmunzeln. Die Zeit verging wie im Fluge und der schöne Ausflug ging leider zu Ende. Aber am Abend würden sie ja noch zu Cats gehen. So machten sie sich auf ins Hotel um sich schick für den Abend zumachen. Aber vorher kehrten sie noch in einem Chinarestaurant ein um ihren Hunger zu stillen. Resi entschied sich für Frühlingsrolle und knusprige Ente mit Bambus und Morcheln, Schorsch wählte, wie meistes beim Chinesen, scharfes Rindfleich Szechuan-Art. Es dauerte nicht lange und das Mahl wurde ihnen serviert. Sie hatten offenbar ein gutes Restaurant gewählt, die Portionen waren so groß, dass sie sicher nicht hungrig weggehen würden, es war alles appetitlich angerichtet und duftete einfach herrlich. Man hätte denken können, dass Schorsch seit Tagen nicht gegessen hätte, so haute er rein und auch Resi ließ es sich schmecken. Satt und zufrieden lehnten sie sich nach der Mahlzeit zurück und nippen am Pflaumenwein, der ihnen als Aufmerksamkeit des Hauses nach dem Essen gereicht wurde. Zufrieden mit dem schönen Tag gab Schorsch ein fürstliches Trinkgeld, als er die Rechnung bezahlte. Resi lächelte ihn verzückt an. So einen schönen Tag hatten sie lange nicht mehr erlebt, und freute sich schon auf das Musical.
Sie fuhren mit einem Taxi zurück zum Hotel und machten sich hübsch für den Abend im Theater. Schon bald waberte der Wasserdampf im Badezimmer, weil Schorsch ein richtig heißes Duschbad nahm. Resi suchte einstweilen etwas Passendes zum Anziehen. Zwar hatte sie sich schon vor der Abreise für ein schickes Kleid entschieden, aber jetzt war sie doch wieder unschlüssig. Eine Weile probierte sie noch dies und das. Sie wollte doch schließlich besonders hübsch sein an diesem Abend. Endlich wählte sie ein rotes, recht kurzes Kleid, das sie aber noch aufbügelte, da es vom Transport etwas knitterig geworden war. Endlich kam auch Schorsch aus dem Bad. Er duftete nach Rasierwasser und sah umwerfend aus.
Als das bestellte Taxi vorfuhr küssten sich die beiden noch mal kurz und stiegen ein, um zum Operettenhaus auf der Reeperbahn zu fahren. Es herrschte sehr viel Verkehr und sie kamenn nur langsam voran. Gut, dass sie sich das Taxi sehr früh bestellt hatten. Außerdem war der Weg war auch nicht so weit, wie sie dachten, so dass sie sich im Foyer noch ein Glas Sekt gönnten. Als das Signal ertönte, machten sie sich auf den Weg um ihre Plätze einzunehmen. Resi war sehr aufgeregt. Lange schon hatte sie sich auf das Musical gefreut. Schlieslich ging das Licht ganz aus und nur ein paar Katzenaugen leuchteten im dunkeln, während langsam leise, ja fast vorsichtig die Musik einsetzte. Nach und nach schalteten sich Scheinwerfer ein, die die Szene beleuchteten. Die Musik wurde lauter und lauter, die Spannung stieg.
Resi und Schorsch waren im Nu von der Aufführung gefesselt. Die Darsteller waren sehr gut und und das Publikum wusste das durch mehrfachen Szenenapplaus zu würdigen. Schorsch wußte, dass sie es nur ihrer "Zeitmaschinenhütte verdankten so eine schöne Aufführung zu sehen, waren doch die späteren Versionen in Stuttgart, Frankfurt, oder anderswo im deutschsprachigen Raum nur ein müder Abklatsch der Hamburger Produktion.
Resi flüsterte ihrem Liebsten ins Ohr: " Ach Süßer, das ist ein Wahnsinn! Diese Schauspieler, Sänger, Tänzer! Ich wollte diese Musical immer schon sehen, aber soooooooo schön hatte ich es mir nicht mal in meinen Träumen vorgestellt! "Ja, so etwas live zu erleben ist schon was anderes, als im Fernsehn. Echt Klasse!" Gespannt verfolgten die beiden das weitere Geschehen auf der Bühne. In der Pause gönnten sich die beiden ein Gläschen Sekt. Sie genossen den Abend in vollen Zügen. Nach der Vorstellug bummelten sie noch über die "Sündige Meile" die ja direkt vor der Tür des Operettenhauses beginnt. Die schauten sich neugierig um. So viel hatten sie schon gehört davon und jetzt warfen sie endlich da und konnten alles bestaunen was da so ablief. Resi war schon etwas erstaunt, dass Schorsch trotz ihrer Anwesenheit von Damen des "Horizontalen Gewerbes " angesprochen wurde. Das hätte sie sich nicht gedacht, aber sie war auch noch nie in einer solchen Umgebung und hatte keine Ahnung was da alles so ablief. Aber nach dem schönen Abend nahm sie es mit Humor und lies sich die gute Laune nicht verderben. Sie schlenderten weiter die Straße entlang und beobachteten das Treiben dort amüsiert. Beide waren erstaunt, zu so später Stunde noch so viele Menschen unterwegs zu sehen, aber Hamburg Sankt Pauli kennt keine Sperrstunde. Schorsch fragte Resi ob sie noch irgendwo einkehren sollten, aber Resi war mittlerweile müde geworden und wollte lieber zurück ins Hotel. Eine knappe Stunde später schlummerten beide tief, fest und glücklich.

Resi reckte sich als die aufgehende Sonne ihre Nase kitzelte. Sie blickte auf Schorsch, der noch tief zu schlafen schien.


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BeitragVerfasst: Di 27. Okt 2009, 18:56 
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Etwas müde saßen Resi und Schorsch im Abteil des Intercitys nach Hamburg. Es regnete draußen und das Plätschern des Wassers und die Fahrgeräusche des Zugen bewirkten, dass sie schließlich beide ins Land der Träume entschlummerten. Sie hatten gestern (nein, eigentlich heute früh) noch lange gefeiert und sich danach noch lange in den Armen gelegen und gekuschelt. Das hat beide schlussendlich so rührselig gemacht, nach allem was sie erlebt hatten, dass sie den Entschluss gefasst hatten, endlich mal nach Hamburg zu fahren und sich einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen, nämlich Andrew Lloyd Webbers Musical Cats im Operettenhaus an der Reeperbahn live sehen. In ihrem normalen Leben wäre das nicht möglich gewesen, da dort nach 15 Jahren Cats schon lange andere Programme liefen. Nachdem beide eine Weile geschlafen hatten, wurden sie durch das jähe Bremsen des Zuges geweckt. Weder Resi noch Schorsch wussten gleich wo sie waren. Draußen war es mittlerweile stockdunkel geworden. Draußen zuckten ein paar Blaulichter durch die Nacht. Dann hörte man plötzlich auch das Jaulen von Sirenen. "Was da wohl passiert ist?"fragte Resi. "Keine Ahnung", antwortete ihr Freund, " ich hoffe nur, dass es nichts Schlimmes ist. Obwohl, bei Blaulicht und Sirene............................?"
In diesem Moment öffnete sich die Abteiltür und zwei Männer in Uniform fragten höflich aber bestimmt nach den Ausweispapieren. "Oh Mann," zuckte es erschrocken durch Resis Kopf, "wir haben doch gar keine!" Sie blickte die Beamten aber nur erstarrt und schweigsam an. Aber da griff Schorsch in seine Brieftasche und zog beide Ausweise aus der Tasche, wobei er allerdings etwas unsicher wirkte. Seine Freundin wunderte sich zwar etwas, war aber erstmal erleichtert. "Die Ausweise sehen ja aus, als wären sie hundert Jahre alt, was haben sie damit nur gemacht?" fragte der Polizist und reichte die Papiere, die laut Austellungsdatum druckfrisch waren, etwas erstaunt an Schorsch zurück. Der zuckte nur mit den Schultern und murmelte etwas Unverständliches vor sich hin. Draußen auf dem Gang tuschelten die Beamten miteinander. Resi verstand nur etwas von seltsame Papiere, kein Gepäck und erschrecktem Blick bei der Frau. Langsam entfernten sich dann aber doch die Schritte der Männer und die beiden atmeten erleichtert auf. "Woher hattest du denn plötzlich die Ausweise?"wollte Resi jetzt aber doch wissen. Schorsch erzählte ihr:"Weißt du das war so: Die Zukunftsresi hat die Ausweise extra aufgehoben, als sie abgelaufen waren. Sie dachte wohl schon, dass wir auftauchen und sie dann vielleicht brauchen würden. Nein, genauer gesagt, sie wusste es, denn sie hat das alles ja schon erlebt, was uns noch bevor steht." "Tja, so wird es wohl sein," überlegte Resi, "was ich aber nicht verstehe: Warum hat sie uns das alles nicht erzählt? Wir wären doch dann auf alles vorbereitet gewesen............."In diesem Moment fielen mehrere Schüsse. Jemand schrie in der Finsternis gequält auf. Alle Polizisten, die eben noch die Reisenden kontrolliert haben waren jetzt mit ihren Taschenlampen draußen unterwegs und beleuchteten die Szene. Noch immer war im Zug nicht auszumachen, was sich da eigentlich abspielte und die Reisenden begannen darüber zu diskutieren, was los sein könnte. Aus dem Nachbarabteil war zu hören, dass die Polizei wohl die Geldtransporträuber, die am Vortag 10 Millionen DM geraubt hatten, im Zug vermutete. Plötzlich hörte man eilige Schritte näher kommen und die Polizisten betraten wieder das Abteil in dem Resi und Schorsch saßen. "Gehört das zu ihrem Gepäck?" fragte einer der Beamten und zeigte auf eine Plastiktüte. Resi senkte den Blick und schwieg. Schorsch antwortete:" Uns gehört das nicht. Bisher ist mir die Tüte auch nicht weiter aufgefallen." "Hmmm", brummte der Uniformierte vor sich hin. Er nahm die Tüte und schaute hinein. "Ahaaaa," sagte er laut, " da habe wir es ja!" Dabei holt er eins von vielen Bündeln Geldscheine aus der Tüte. Erstaunt sahen Resi und Schorsch sich an und ahnten nichts Gutes. "Ich fürchte, wir werden uns etwas unterhalten müssen!", sprach der Beamte sie an. Da Resi und Schorsch aber nichts zu verbergen hatten und auch keine Fingerabdrücke von ihnen auf der Tüte sein konnten, sagte Schorsch frech zu dem Polizisten: "Schauen sie mal, wie blau jetzt ihre Finger sind. Das Geld scheint markiert zu sein, sowas habe ich schon mal im Krimi gesehen." Der Uniformierte stutze. Tatsächlich waren seine Finger ganz verfärbt.
"Das ist jedenfalls das Geld, das gestohlen wurde. Haben Sie beide etwas dazu zu sagen?""Wie ich schon gesagt habe, wir hatten die Tüte bislang nicht mal bemerkt. Wir können Ihnen da beim besten Willen nichts darüber sagen", antwortete Schorsch. "Seit München haben wir geschlafen, bis sie den Zug gestoppt haben." Der Polizist sagte darauf nur:" Also bis Hamburg wollen die fahren? Gut, dann bleiben Sie in diesem Abteil. Es könnte sein, dass wir noch weitere Fragen an sie haben."
Er notierte sich nochmal die Personalien, grüßte kurz und ging. Die bis dahin fast stumme Resi seufzte:" Mann, oh Mann, wo sind wir da bloß wieder hineingeraten?"" Stimmt. Einen Urlaub stelle ich mir auch andes vor," antwortete Schorsch, "wir müssen jetzt eben das Beste daraus machen. Wir haben schon Schlimmeres überstanden. Aber ich frage mich doch, wie die Bankräuber auf den Gedanken kommen, dass Geld einfach hier im Zug zu deponieren". "Vielleicht, haben sind sie ja noch irgendwo in der Nähe und warten nur auf einen geeigneten Moment ihre Beute wieder zu holen," überlegte Resi. "Ich denke eher, die haben das Färbemittel bemerkt, das man praktisch nicht abwaschen kann und das das Geld praktisch wertlos macht," entgegnete ihr Freund und sie musste ihm Recht geben. Das hatte sie nicht bedacht. "Ich frage mich, wer da eben bei der Schießerei getroffen wurde?", fragte sich Resi. Schorsch antwortete nicht sondern sah nur nachdenklich aus dem Fenster in die dunkle Nacht."So gezielt, wie sie wieder hier ins Abteil gestürmt sind, muß doch irgend jemand von den Bankräubern was ausgesagt haben!", sinnierte Resie weiter, "meinst du sie kommen wieder und wir bekommen ernsthafte Schwierigkeiten?" "Vielleicht wollten sie ja so ihre Verfolger loswerden, da das Geld ja sowieso für sie wertlos war, wegen des Färbemittels", erwiderte ihr Freund, "na egal, ich hoffe jedenfalls, dass wir unsere Reise jetzt in Ruhe fortsetzen können."

Ein paar Stunden später lief der Zug in Hamburg ein. Das helle Licht auf dem Bahnhof, die vielen Menschen die von einem Ort zum anderen eilten, die Lautsprecherdurschsagen, die Gerüche von den Imbissläden, das alles ließ das Liebespaar die letzten aufregenden Stunden vergessen. Kurz vor Hannover hatte man sie zwar noch gebeten, morgen auf dem Polizeipräsidium am Beliner Tor zu melden, aber das war wohl nur noch der Ordnung halber. Resi und Schorsch machten sich also auf den Weg zu ihrem Hotel, checkten ein und fielen bald darauf in einen erholsamen Schlaf. Helles Mondlicht schien auf die Zwei, die das aber gar nicht mehr bemerkten. Sie schliefen tief und fest, erholten sich von allen Abenteuern und Aufregungen der letzten Tage und es war gut so. Weiß man was der nächste Tag wieder mit sich bringen wird.
Morgens um 6 wurden die beiden aber schon wieder durch den ungewohnten Verkehrslärm geweckt. Resi reckte und streckte sich, Schorsch kroch aus dem Bett und schaute zum Fenster hinaus. Sie hatten einen herrlichen Blick über den Park "Planten und Blomen" zum Fernsehturm hin, der im Licht der aufgehenden Sonne aus einer dünnen Bodennebelschicht aufragte. Es schien ein wunderschöner Tag zu werden und das schlug sich auch auf die Stimmung der beiden nieder. Zuerst sollte mal ausgiebig gefrühstückt werden. Aber als Resi ihren Schorsch so im Sonnenlicht sah, kam ihr ganz anderes in den Sinn und sie lies wie zufällig den Träger ihres Nachthemdchens von der Schulter rutschen. Ihr Liebster sah das sofort und kam der unausgesprochenen Aufforderung gerne nach. Er nahm sie in den Arm und küsste sie leidenschaftlich. Seine Hand streichelte dabei die vollen Rundungen ihres Busens. Resi stöhnte auf, ihr Herz schlug schneller ........ Doch plötzlich klopfte es heftig an der Zimmertüre.
"Inspektor Grau! Darf ich mal kurz stören?" "Verdammt, hat man denn nie seine Ruhe" zischte Schorsch wütend. "Keine Angst, ich habe gute Nachrichten." Resi und ihr Freund schauten den Beamten, nachdem sie die Türe geöffnet hatten, gespannt an.
"Um es gleich vorweg zu schicken", fing der ihnen noch unbekannte Kommissar zu reden an, nachdem er sich ausgewiesen hat, "die Bankräuber haben umfassend gestanden und sie sind frei von jedem Verdacht." Erleichtert blickten die beiden Liebenden sich an. "Eine Belohnung für die Mithilfe bei der Wiederbeschaffung des Geldes steht ihnen wohl auch zu, da sie meinen Kollegen aus dem Zug auf die Tüte aufmerksam gemacht haben." "Juhuuu!," entfuhr es da Resi, "dann können wir ja unsere Urlaub hier ein bisschen verlängern." Schorsch hingegen schaute etwas ungläubig aus der Wäsche, da sie doch nichts dazu beigetragen hatten und fragte: "Was ist da im Zug eigentlich genau passiert?" Der Beamte schaute ihn erstaunt an. Dann sagte er verschämt grinsend: "Ach das können sie ja gar nicht alles mitbekommen haben. Das ging wohl alles zu schnell für Sie. Also das war folgendermaßen: Nach dem Bankraub hat ein Passant die Räuber unauffällig bis zum Bahnhof verfolgt und gesehen, wie sie in den Zug nach Hamburg stiegen. Deshalb haben wir dann den Zug an der bewussten Stelle anhalten lassen, um ihn zu durchsuchen. Als meine Kollegen dann auf die Verbrecher stießen, flohen sie aus dem Zug, genau den anderen Kollegenin die Arme. Dann kam es zur Schießerei, wobei ein Räuber verletzt wurde. Sie weigerten sich allerdings zu sagen wo die Beute war und ob sie noch Komplizen hatten. Ein aufmerksamer Reisender wies uns dann auf ihr Abteil hin, da er einen der Räuber dabei gesehen hatte, als er heraus kam.", erklärte der Polizist den beiden. Schorsch und Resi nickten verstehend. "Die Versicherung hat eine Belohnung von 10% der wiederbeschafften Summe ausgelobt und da wir als ermittelnde Beamte kein Anrecht darauf haben und die beiden Kollegen zu Protokoll gegben haben, dass sie die herrenlose Tüte auf ihren Hinweis hin überprüft haben, dürfte ihnen allein das Geld zustehen." "Juhuuuu!" entfuhr es da Resi. "Das sind ja ganz tolle Neuigkeiten!", freute sich Schorsch. "Es sind die ganzen 10Millionen DM in 1000DM Scheinen in der Tüte gewesen - 10000 Scheine !" Der Beamte klärte die beiden noch auf wo, wann und wie sie an den Finderlohn kommern würden und verabschiedete sich mit einem freundlichen Lächeln. "Eine Millionen € dafür, das wir im Abteil geschlafen haben, in dem Bankräuber ihre unbrauchbare Beute versteckt haben?", sinnierte Schorsch," Nicht übel!" Resi lachte lauthals auf. "Ja, so viel Glück ist doch unglaublich. Aber egal,...... jetzt machen wir uns einfach ein schönes Leben. Wir müssen jetzt überlegen, wie wir einen Teil des Geldes am besten anlegen, damit wir lange davon leben können."" Mit dem Geld in der Hinterhand können wir auch unsere Zeitmaschinen-Hütte so richtig ausnutzen." erwiderte Schorsch. Ganz verstand Resi das nicht, aber sie nickte zustimmend. Nach so viel Aufregung am Morgen war es jetzt höchste Zeit für ein Frühstück.
Nach 25 Minuten waren sie mit der Morgentoilette fertig und begaben sich ins Hotelrestaurant um sich am reichhaltigen Buffet zu stärken. Schorsch füllte sich seinen Teller, als wenn er eine ganze Fußballmannschaft verköstigen müsste. So eine Auswahl an Köstlichkeiten, gab es schließlich nicht jeden Tag und sein Hunger war groß. "Irgendwie kann ich das alles noch gar nicht glauben!"wiederholte Resi nun bestimmt schon zum 10. Mal, wie eine Schallplatte mit einem Sprung, "welch ein Glück! Nein so etwas .....".
"Wir gehen jetzt erst mal eine Runde drüben im Park Planten un Blomen spazieren, damit du mal wieder etwas klarer im Kopf wirst, mein Schatz," grinste Schorsch. "O.K.", stimmte Resi laut lachend zu. "Die frische Luft wird mir gut tun." Also machten die beiden sich auf den Weg. Es war ein wunderschöner Tag, die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel und schien sich mit ihnen zu freuen. Überall genossen Menschen den schönen Tag und die Kinder hatten ihren Spass an den verschiedenen Wasserspielen.
Nach einiger Zeit setzten sich die beiden Liebenden auf eine Parkbank und Schorsch fragte:"Wenn ich hier die vielen Kinder sehe, frage ich mich, wie du zu eigenen Kindern stehst. Hast du schon mal darüber nachgedacht, ob und wenn ja, wann du Kinder willst? Ich wünsche mir Kinder von dir.""Gegen zwei, drei Kinder hätte ich nichts auszusetzten, aber in der Zukunft habe ich keinen Hinweis darauf gesehen, das wir welche hätten", antwortete Resi nicht mehr ganz so fröhlich. "Hmm," überlegte Schorsch,"ich denke wir können die Zukunft mit unserer Zeithütte ändern, meinst du nicht?""Zumindest werden wir erfahren, wieviel Vorbestimmung es in unserem Leben gibt, und wie groß unser Einfluss darauf ist, wenn wir versuchen unser Schicksal zu ändern," antwortete ihr Schorsch, "aber zunächst mal lass uns unseren Urlaub jetzt mal in vollen Zügen genießen. Geld haben wir ja jetzt genug um es uns mal so richtig gut gehen zu lassen.""Vorsicht, noch haben wir es nicht auf dem Konto!"mahnte Resi. Schorsch lachte laut auf und ermahnte sie nicht immer so negativ zu denken.
Nach ihrem Bummel durch den Park stand eine Stadtrundfahrt mit der "Hummelbahn" auf dem Programm. Resi liebte es mit solch romantischen Fahrzeugen durch die Gegend zu bummeln. Am Hafen stiegen sie in eine Barkasse um mit der sie kreuz und Quer durch den Hafen und die alte Speicherstadt schipperten. Sie bewunderten die vielen historischen Gebäude und beobachteten das emsige Treiben der dort arbeitenden Menschen. "Hej Löcht" ("Er Lügt" So nennt man im Hafen die Barkassenkapitäne) hatte bei jeden Gebäude und jedem Schiff seine witzigen "Döntjes" (gem Wikipedia kleinere, zumeist heitere, fiktive Erzählung) auf Lager, und so gab es einiges zu lachen oder zumindest zu schmunzeln. Die Zeit verging wie im Fluge und der schöne Ausflug ging leider zu Ende. Aber am Abend würden sie ja noch zu Cats gehen. So machten sie sich auf ins Hotel um sich schick für den Abend zumachen. Aber vorher kehrten sie noch in einem Chinarestaurant ein um ihren Hunger zu stillen. Resi entschied sich für Frühlingsrolle und knusprige Ente mit Bambus und Morcheln, Schorsch wählte, wie meistes beim Chinesen, scharfes Rindfleich Szechuan-Art. Es dauerte nicht lange und das Mahl wurde ihnen serviert. Sie hatten offenbar ein gutes Restaurant gewählt, die Portionen waren so groß, dass sie sicher nicht hungrig weggehen würden, es war alles appetitlich angerichtet und duftete einfach herrlich. Man hätte denken können, dass Schorsch seit Tagen nicht gegessen hätte, so haute er rein und auch Resi ließ es sich schmecken. Satt und zufrieden lehnten sie sich nach der Mahlzeit zurück und nippen am Pflaumenwein, der ihnen als Aufmerksamkeit des Hauses nach dem Essen gereicht wurde. Zufrieden mit dem schönen Tag gab Schorsch ein fürstliches Trinkgeld, als er die Rechnung bezahlte. Resi lächelte ihn verzückt an. So einen schönen Tag hatten sie lange nicht mehr erlebt, und freute sich schon auf das Musical.
Sie fuhren mit einem Taxi zurück zum Hotel und machten sich hübsch für den Abend im Theater. Schon bald waberte der Wasserdampf im Badezimmer, weil Schorsch ein richtig heißes Duschbad nahm. Resi suchte einstweilen etwas Passendes zum Anziehen. Zwar hatte sie sich schon vor der Abreise für ein schickes Kleid entschieden, aber jetzt war sie doch wieder unschlüssig. Eine Weile probierte sie noch dies und das. Sie wollte doch schließlich besonders hübsch sein an diesem Abend. Endlich wählte sie ein rotes, recht kurzes Kleid, das sie aber noch aufbügelte, da es vom Transport etwas knitterig geworden war. Endlich kam auch Schorsch aus dem Bad. Er duftete nach Rasierwasser und sah umwerfend aus.
Als das bestellte Taxi vorfuhr küssten sich die beiden noch mal kurz und stiegen ein, um zum Operettenhaus auf der Reeperbahn zu fahren. Es herrschte sehr viel Verkehr und sie kamenn nur langsam voran. Gut, dass sie sich das Taxi sehr früh bestellt hatten. Außerdem war der Weg war auch nicht so weit, wie sie dachten, so dass sie sich im Foyer noch ein Glas Sekt gönnten. Als das Signal ertönte, machten sie sich auf den Weg um ihre Plätze einzunehmen. Resi war sehr aufgeregt. Lange schon hatte sie sich auf das Musical gefreut. Schlieslich ging das Licht ganz aus und nur ein paar Katzenaugen leuchteten im dunkeln, während langsam leise, ja fast vorsichtig die Musik einsetzte. Nach und nach schalteten sich Scheinwerfer ein, die die Szene beleuchteten. Die Musik wurde lauter und lauter, die Spannung stieg.
Resi und Schorsch waren im Nu von der Aufführung gefesselt. Die Darsteller waren sehr gut und und das Publikum wusste das durch mehrfachen Szenenapplaus zu würdigen. Schorsch wußte, dass sie es nur ihrer "Zeitmaschinenhütte verdankten so eine schöne Aufführung zu sehen, waren doch die späteren Versionen in Stuttgart, Frankfurt, oder anderswo im deutschsprachigen Raum nur ein müder Abklatsch der Hamburger Produktion.
Resi flüsterte ihrem Liebsten ins Ohr: " Ach Süßer, das ist ein Wahnsinn! Diese Schauspieler, Sänger, Tänzer! Ich wollte diese Musical immer schon sehen, aber soooooooo schön hatte ich es mir nicht mal in meinen Träumen vorgestellt! "Ja, so etwas live zu erleben ist schon was anderes, als im Fernsehn. Echt Klasse!" Gespannt verfolgten die beiden das weitere Geschehen auf der Bühne. In der Pause gönnten sich die beiden ein Gläschen Sekt. Sie genossen den Abend in vollen Zügen. Nach der Vorstellug bummelten sie noch über die "Sündige Meile" die ja direkt vor der Tür des Operettenhauses beginnt. Die schauten sich neugierig um. So viel hatten sie schon gehört davon und jetzt warfen sie endlich da und konnten alles bestaunen was da so ablief. Resi war schon etwas erstaunt, dass Schorsch trotz ihrer Anwesenheit von Damen des "Horizontalen Gewerbes " angesprochen wurde. Das hätte sie sich nicht gedacht, aber sie war auch noch nie in einer solchen Umgebung und hatte keine Ahnung was da alles so ablief. Aber nach dem schönen Abend nahm sie es mit Humor und lies sich die gute Laune nicht verderben. Sie schlenderten weiter die Straße entlang und beobachteten das Treiben dort amüsiert. Beide waren erstaunt, zu so später Stunde noch so viele Menschen unterwegs zu sehen, aber Hamburg Sankt Pauli kennt keine Sperrstunde. Schorsch fragte Resi ob sie noch irgendwo einkehren sollten, aber Resi war mittlerweile müde geworden und wollte lieber zurück ins Hotel. Eine knappe Stunde später schlummerten beide tief, fest und glücklich.

Resi reckte sich als die aufgehende Sonne ihre Nase kitzelte. Sie blickte auf Schorsch, der noch tief zu schlafen schien. Leise summte sie ein Lied aus dem Musical, während sie aus dem Bett glitt und ins Bad huschte.


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BeitragVerfasst: Mi 28. Okt 2009, 08:42 
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Etwas müde saßen Resi und Schorsch im Abteil des Intercitys nach Hamburg. Es regnete draußen und das Plätschern des Wassers und die Fahrgeräusche des Zugen bewirkten, dass sie schließlich beide ins Land der Träume entschlummerten. Sie hatten gestern (nein, eigentlich heute früh) noch lange gefeiert und sich danach noch lange in den Armen gelegen und gekuschelt. Das hat beide schlussendlich so rührselig gemacht, nach allem was sie erlebt hatten, dass sie den Entschluss gefasst hatten, endlich mal nach Hamburg zu fahren und sich einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen, nämlich Andrew Lloyd Webbers Musical Cats im Operettenhaus an der Reeperbahn live sehen. In ihrem normalen Leben wäre das nicht möglich gewesen, da dort nach 15 Jahren Cats schon lange andere Programme liefen. Nachdem beide eine Weile geschlafen hatten, wurden sie durch das jähe Bremsen des Zuges geweckt. Weder Resi noch Schorsch wussten gleich wo sie waren. Draußen war es mittlerweile stockdunkel geworden. Draußen zuckten ein paar Blaulichter durch die Nacht. Dann hörte man plötzlich auch das Jaulen von Sirenen. "Was da wohl passiert ist?"fragte Resi. "Keine Ahnung", antwortete ihr Freund, " ich hoffe nur, dass es nichts Schlimmes ist. Obwohl, bei Blaulicht und Sirene............................?"
In diesem Moment öffnete sich die Abteiltür und zwei Männer in Uniform fragten höflich aber bestimmt nach den Ausweispapieren. "Oh Mann," zuckte es erschrocken durch Resis Kopf, "wir haben doch gar keine!" Sie blickte die Beamten aber nur erstarrt und schweigsam an. Aber da griff Schorsch in seine Brieftasche und zog beide Ausweise aus der Tasche, wobei er allerdings etwas unsicher wirkte. Seine Freundin wunderte sich zwar etwas, war aber erstmal erleichtert. "Die Ausweise sehen ja aus, als wären sie hundert Jahre alt, was haben sie damit nur gemacht?" fragte der Polizist und reichte die Papiere, die laut Austellungsdatum druckfrisch waren, etwas erstaunt an Schorsch zurück. Der zuckte nur mit den Schultern und murmelte etwas Unverständliches vor sich hin. Draußen auf dem Gang tuschelten die Beamten miteinander. Resi verstand nur etwas von seltsame Papiere, kein Gepäck und erschrecktem Blick bei der Frau. Langsam entfernten sich dann aber doch die Schritte der Männer und die beiden atmeten erleichtert auf. "Woher hattest du denn plötzlich die Ausweise?"wollte Resi jetzt aber doch wissen. Schorsch erzählte ihr:"Weißt du das war so: Die Zukunftsresi hat die Ausweise extra aufgehoben, als sie abgelaufen waren. Sie dachte wohl schon, dass wir auftauchen und sie dann vielleicht brauchen würden. Nein, genauer gesagt, sie wusste es, denn sie hat das alles ja schon erlebt, was uns noch bevor steht." "Tja, so wird es wohl sein," überlegte Resi, "was ich aber nicht verstehe: Warum hat sie uns das alles nicht erzählt? Wir wären doch dann auf alles vorbereitet gewesen............."In diesem Moment fielen mehrere Schüsse. Jemand schrie in der Finsternis gequält auf. Alle Polizisten, die eben noch die Reisenden kontrolliert haben waren jetzt mit ihren Taschenlampen draußen unterwegs und beleuchteten die Szene. Noch immer war im Zug nicht auszumachen, was sich da eigentlich abspielte und die Reisenden begannen darüber zu diskutieren, was los sein könnte. Aus dem Nachbarabteil war zu hören, dass die Polizei wohl die Geldtransporträuber, die am Vortag 10 Millionen DM geraubt hatten, im Zug vermutete. Plötzlich hörte man eilige Schritte näher kommen und die Polizisten betraten wieder das Abteil in dem Resi und Schorsch saßen. "Gehört das zu ihrem Gepäck?" fragte einer der Beamten und zeigte auf eine Plastiktüte. Resi senkte den Blick und schwieg. Schorsch antwortete:" Uns gehört das nicht. Bisher ist mir die Tüte auch nicht weiter aufgefallen." "Hmmm", brummte der Uniformierte vor sich hin. Er nahm die Tüte und schaute hinein. "Ahaaaa," sagte er laut, " da habe wir es ja!" Dabei holt er eins von vielen Bündeln Geldscheine aus der Tüte. Erstaunt sahen Resi und Schorsch sich an und ahnten nichts Gutes. "Ich fürchte, wir werden uns etwas unterhalten müssen!", sprach der Beamte sie an. Da Resi und Schorsch aber nichts zu verbergen hatten und auch keine Fingerabdrücke von ihnen auf der Tüte sein konnten, sagte Schorsch frech zu dem Polizisten: "Schauen sie mal, wie blau jetzt ihre Finger sind. Das Geld scheint markiert zu sein, sowas habe ich schon mal im Krimi gesehen." Der Uniformierte stutze. Tatsächlich waren seine Finger ganz verfärbt.
"Das ist jedenfalls das Geld, das gestohlen wurde. Haben Sie beide etwas dazu zu sagen?""Wie ich schon gesagt habe, wir hatten die Tüte bislang nicht mal bemerkt. Wir können Ihnen da beim besten Willen nichts darüber sagen", antwortete Schorsch. "Seit München haben wir geschlafen, bis sie den Zug gestoppt haben." Der Polizist sagte darauf nur:" Also bis Hamburg wollen die fahren? Gut, dann bleiben Sie in diesem Abteil. Es könnte sein, dass wir noch weitere Fragen an sie haben."
Er notierte sich nochmal die Personalien, grüßte kurz und ging. Die bis dahin fast stumme Resi seufzte:" Mann, oh Mann, wo sind wir da bloß wieder hineingeraten?"" Stimmt. Einen Urlaub stelle ich mir auch andes vor," antwortete Schorsch, "wir müssen jetzt eben das Beste daraus machen. Wir haben schon Schlimmeres überstanden. Aber ich frage mich doch, wie die Bankräuber auf den Gedanken kommen, dass Geld einfach hier im Zug zu deponieren". "Vielleicht, haben sind sie ja noch irgendwo in der Nähe und warten nur auf einen geeigneten Moment ihre Beute wieder zu holen," überlegte Resi. "Ich denke eher, die haben das Färbemittel bemerkt, das man praktisch nicht abwaschen kann und das das Geld praktisch wertlos macht," entgegnete ihr Freund und sie musste ihm Recht geben. Das hatte sie nicht bedacht. "Ich frage mich, wer da eben bei der Schießerei getroffen wurde?", fragte sich Resi. Schorsch antwortete nicht sondern sah nur nachdenklich aus dem Fenster in die dunkle Nacht."So gezielt, wie sie wieder hier ins Abteil gestürmt sind, muß doch irgend jemand von den Bankräubern was ausgesagt haben!", sinnierte Resie weiter, "meinst du sie kommen wieder und wir bekommen ernsthafte Schwierigkeiten?" "Vielleicht wollten sie ja so ihre Verfolger loswerden, da das Geld ja sowieso für sie wertlos war, wegen des Färbemittels", erwiderte ihr Freund, "na egal, ich hoffe jedenfalls, dass wir unsere Reise jetzt in Ruhe fortsetzen können."

Ein paar Stunden später lief der Zug in Hamburg ein. Das helle Licht auf dem Bahnhof, die vielen Menschen die von einem Ort zum anderen eilten, die Lautsprecherdurschsagen, die Gerüche von den Imbissläden, das alles ließ das Liebespaar die letzten aufregenden Stunden vergessen. Kurz vor Hannover hatte man sie zwar noch gebeten, morgen auf dem Polizeipräsidium am Beliner Tor zu melden, aber das war wohl nur noch der Ordnung halber. Resi und Schorsch machten sich also auf den Weg zu ihrem Hotel, checkten ein und fielen bald darauf in einen erholsamen Schlaf. Helles Mondlicht schien auf die Zwei, die das aber gar nicht mehr bemerkten. Sie schliefen tief und fest, erholten sich von allen Abenteuern und Aufregungen der letzten Tage und es war gut so. Weiß man was der nächste Tag wieder mit sich bringen wird.
Morgens um 6 wurden die beiden aber schon wieder durch den ungewohnten Verkehrslärm geweckt. Resi reckte und streckte sich, Schorsch kroch aus dem Bett und schaute zum Fenster hinaus. Sie hatten einen herrlichen Blick über den Park "Planten und Blomen" zum Fernsehturm hin, der im Licht der aufgehenden Sonne aus einer dünnen Bodennebelschicht aufragte. Es schien ein wunderschöner Tag zu werden und das schlug sich auch auf die Stimmung der beiden nieder. Zuerst sollte mal ausgiebig gefrühstückt werden. Aber als Resi ihren Schorsch so im Sonnenlicht sah, kam ihr ganz anderes in den Sinn und sie lies wie zufällig den Träger ihres Nachthemdchens von der Schulter rutschen. Ihr Liebster sah das sofort und kam der unausgesprochenen Aufforderung gerne nach. Er nahm sie in den Arm und küsste sie leidenschaftlich. Seine Hand streichelte dabei die vollen Rundungen ihres Busens. Resi stöhnte auf, ihr Herz schlug schneller ........ Doch plötzlich klopfte es heftig an der Zimmertüre.
"Inspektor Grau! Darf ich mal kurz stören?" "Verdammt, hat man denn nie seine Ruhe" zischte Schorsch wütend. "Keine Angst, ich habe gute Nachrichten." Resi und ihr Freund schauten den Beamten, nachdem sie die Türe geöffnet hatten, gespannt an.
"Um es gleich vorweg zu schicken", fing der ihnen noch unbekannte Kommissar zu reden an, nachdem er sich ausgewiesen hat, "die Bankräuber haben umfassend gestanden und sie sind frei von jedem Verdacht." Erleichtert blickten die beiden Liebenden sich an. "Eine Belohnung für die Mithilfe bei der Wiederbeschaffung des Geldes steht ihnen wohl auch zu, da sie meinen Kollegen aus dem Zug auf die Tüte aufmerksam gemacht haben." "Juhuuu!," entfuhr es da Resi, "dann können wir ja unsere Urlaub hier ein bisschen verlängern." Schorsch hingegen schaute etwas ungläubig aus der Wäsche, da sie doch nichts dazu beigetragen hatten und fragte: "Was ist da im Zug eigentlich genau passiert?" Der Beamte schaute ihn erstaunt an. Dann sagte er verschämt grinsend: "Ach das können sie ja gar nicht alles mitbekommen haben. Das ging wohl alles zu schnell für Sie. Also das war folgendermaßen: Nach dem Bankraub hat ein Passant die Räuber unauffällig bis zum Bahnhof verfolgt und gesehen, wie sie in den Zug nach Hamburg stiegen. Deshalb haben wir dann den Zug an der bewussten Stelle anhalten lassen, um ihn zu durchsuchen. Als meine Kollegen dann auf die Verbrecher stießen, flohen sie aus dem Zug, genau den anderen Kollegenin die Arme. Dann kam es zur Schießerei, wobei ein Räuber verletzt wurde. Sie weigerten sich allerdings zu sagen wo die Beute war und ob sie noch Komplizen hatten. Ein aufmerksamer Reisender wies uns dann auf ihr Abteil hin, da er einen der Räuber dabei gesehen hatte, als er heraus kam.", erklärte der Polizist den beiden. Schorsch und Resi nickten verstehend. "Die Versicherung hat eine Belohnung von 10% der wiederbeschafften Summe ausgelobt und da wir als ermittelnde Beamte kein Anrecht darauf haben und die beiden Kollegen zu Protokoll gegben haben, dass sie die herrenlose Tüte auf ihren Hinweis hin überprüft haben, dürfte ihnen allein das Geld zustehen." "Juhuuuu!" entfuhr es da Resi. "Das sind ja ganz tolle Neuigkeiten!", freute sich Schorsch. "Es sind die ganzen 10Millionen DM in 1000DM Scheinen in der Tüte gewesen - 10000 Scheine !" Der Beamte klärte die beiden noch auf wo, wann und wie sie an den Finderlohn kommern würden und verabschiedete sich mit einem freundlichen Lächeln. "Eine Millionen € dafür, das wir im Abteil geschlafen haben, in dem Bankräuber ihre unbrauchbare Beute versteckt haben?", sinnierte Schorsch," Nicht übel!" Resi lachte lauthals auf. "Ja, so viel Glück ist doch unglaublich. Aber egal,...... jetzt machen wir uns einfach ein schönes Leben. Wir müssen jetzt überlegen, wie wir einen Teil des Geldes am besten anlegen, damit wir lange davon leben können."" Mit dem Geld in der Hinterhand können wir auch unsere Zeitmaschinen-Hütte so richtig ausnutzen." erwiderte Schorsch. Ganz verstand Resi das nicht, aber sie nickte zustimmend. Nach so viel Aufregung am Morgen war es jetzt höchste Zeit für ein Frühstück.
Nach 25 Minuten waren sie mit der Morgentoilette fertig und begaben sich ins Hotelrestaurant um sich am reichhaltigen Buffet zu stärken. Schorsch füllte sich seinen Teller, als wenn er eine ganze Fußballmannschaft verköstigen müsste. So eine Auswahl an Köstlichkeiten, gab es schließlich nicht jeden Tag und sein Hunger war groß. "Irgendwie kann ich das alles noch gar nicht glauben!"wiederholte Resi nun bestimmt schon zum 10. Mal, wie eine Schallplatte mit einem Sprung, "welch ein Glück! Nein so etwas .....".
"Wir gehen jetzt erst mal eine Runde drüben im Park Planten un Blomen spazieren, damit du mal wieder etwas klarer im Kopf wirst, mein Schatz," grinste Schorsch. "O.K.", stimmte Resi laut lachend zu. "Die frische Luft wird mir gut tun." Also machten die beiden sich auf den Weg. Es war ein wunderschöner Tag, die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel und schien sich mit ihnen zu freuen. Überall genossen Menschen den schönen Tag und die Kinder hatten ihren Spass an den verschiedenen Wasserspielen.
Nach einiger Zeit setzten sich die beiden Liebenden auf eine Parkbank und Schorsch fragte:"Wenn ich hier die vielen Kinder sehe, frage ich mich, wie du zu eigenen Kindern stehst. Hast du schon mal darüber nachgedacht, ob und wenn ja, wann du Kinder willst? Ich wünsche mir Kinder von dir.""Gegen zwei, drei Kinder hätte ich nichts auszusetzten, aber in der Zukunft habe ich keinen Hinweis darauf gesehen, das wir welche hätten", antwortete Resi nicht mehr ganz so fröhlich. "Hmm," überlegte Schorsch,"ich denke wir können die Zukunft mit unserer Zeithütte ändern, meinst du nicht?""Zumindest werden wir erfahren, wieviel Vorbestimmung es in unserem Leben gibt, und wie groß unser Einfluss darauf ist, wenn wir versuchen unser Schicksal zu ändern," antwortete ihr Schorsch, "aber zunächst mal lass uns unseren Urlaub jetzt mal in vollen Zügen genießen. Geld haben wir ja jetzt genug um es uns mal so richtig gut gehen zu lassen.""Vorsicht, noch haben wir es nicht auf dem Konto!"mahnte Resi. Schorsch lachte laut auf und ermahnte sie nicht immer so negativ zu denken.
Nach ihrem Bummel durch den Park stand eine Stadtrundfahrt mit der "Hummelbahn" auf dem Programm. Resi liebte es mit solch romantischen Fahrzeugen durch die Gegend zu bummeln. Am Hafen stiegen sie in eine Barkasse um mit der sie kreuz und Quer durch den Hafen und die alte Speicherstadt schipperten. Sie bewunderten die vielen historischen Gebäude und beobachteten das emsige Treiben der dort arbeitenden Menschen. "Hej Löcht" ("Er Lügt" So nennt man im Hafen die Barkassenkapitäne) hatte bei jeden Gebäude und jedem Schiff seine witzigen "Döntjes" (gem Wikipedia kleinere, zumeist heitere, fiktive Erzählung) auf Lager, und so gab es einiges zu lachen oder zumindest zu schmunzeln. Die Zeit verging wie im Fluge und der schöne Ausflug ging leider zu Ende. Aber am Abend würden sie ja noch zu Cats gehen. So machten sie sich auf ins Hotel um sich schick für den Abend zumachen. Aber vorher kehrten sie noch in einem Chinarestaurant ein um ihren Hunger zu stillen. Resi entschied sich für Frühlingsrolle und knusprige Ente mit Bambus und Morcheln, Schorsch wählte, wie meistes beim Chinesen, scharfes Rindfleich Szechuan-Art. Es dauerte nicht lange und das Mahl wurde ihnen serviert. Sie hatten offenbar ein gutes Restaurant gewählt, die Portionen waren so groß, dass sie sicher nicht hungrig weggehen würden, es war alles appetitlich angerichtet und duftete einfach herrlich. Man hätte denken können, dass Schorsch seit Tagen nicht gegessen hätte, so haute er rein und auch Resi ließ es sich schmecken. Satt und zufrieden lehnten sie sich nach der Mahlzeit zurück und nippen am Pflaumenwein, der ihnen als Aufmerksamkeit des Hauses nach dem Essen gereicht wurde. Zufrieden mit dem schönen Tag gab Schorsch ein fürstliches Trinkgeld, als er die Rechnung bezahlte. Resi lächelte ihn verzückt an. So einen schönen Tag hatten sie lange nicht mehr erlebt, und freute sich schon auf das Musical.
Sie fuhren mit einem Taxi zurück zum Hotel und machten sich hübsch für den Abend im Theater. Schon bald waberte der Wasserdampf im Badezimmer, weil Schorsch ein richtig heißes Duschbad nahm. Resi suchte einstweilen etwas Passendes zum Anziehen. Zwar hatte sie sich schon vor der Abreise für ein schickes Kleid entschieden, aber jetzt war sie doch wieder unschlüssig. Eine Weile probierte sie noch dies und das. Sie wollte doch schließlich besonders hübsch sein an diesem Abend. Endlich wählte sie ein rotes, recht kurzes Kleid, das sie aber noch aufbügelte, da es vom Transport etwas knitterig geworden war. Endlich kam auch Schorsch aus dem Bad. Er duftete nach Rasierwasser und sah umwerfend aus.
Als das bestellte Taxi vorfuhr küssten sich die beiden noch mal kurz und stiegen ein, um zum Operettenhaus auf der Reeperbahn zu fahren. Es herrschte sehr viel Verkehr und sie kamenn nur langsam voran. Gut, dass sie sich das Taxi sehr früh bestellt hatten. Außerdem war der Weg war auch nicht so weit, wie sie dachten, so dass sie sich im Foyer noch ein Glas Sekt gönnten. Als das Signal ertönte, machten sie sich auf den Weg um ihre Plätze einzunehmen. Resi war sehr aufgeregt. Lange schon hatte sie sich auf das Musical gefreut. Schlieslich ging das Licht ganz aus und nur ein paar Katzenaugen leuchteten im dunkeln, während langsam leise, ja fast vorsichtig die Musik einsetzte. Nach und nach schalteten sich Scheinwerfer ein, die die Szene beleuchteten. Die Musik wurde lauter und lauter, die Spannung stieg.
Resi und Schorsch waren im Nu von der Aufführung gefesselt. Die Darsteller waren sehr gut und und das Publikum wusste das durch mehrfachen Szenenapplaus zu würdigen. Schorsch wußte, dass sie es nur ihrer "Zeitmaschinenhütte verdankten so eine schöne Aufführung zu sehen, waren doch die späteren Versionen in Stuttgart, Frankfurt, oder anderswo im deutschsprachigen Raum nur ein müder Abklatsch der Hamburger Produktion.
Resi flüsterte ihrem Liebsten ins Ohr: " Ach Süßer, das ist ein Wahnsinn! Diese Schauspieler, Sänger, Tänzer! Ich wollte diese Musical immer schon sehen, aber soooooooo schön hatte ich es mir nicht mal in meinen Träumen vorgestellt! "Ja, so etwas live zu erleben ist schon was anderes, als im Fernsehn. Echt Klasse!" Gespannt verfolgten die beiden das weitere Geschehen auf der Bühne. In der Pause gönnten sich die beiden ein Gläschen Sekt. Sie genossen den Abend in vollen Zügen. Nach der Vorstellug bummelten sie noch über die "Sündige Meile" die ja direkt vor der Tür des Operettenhauses beginnt. Die schauten sich neugierig um. So viel hatten sie schon gehört davon und jetzt warfen sie endlich da und konnten alles bestaunen was da so ablief. Resi war schon etwas erstaunt, dass Schorsch trotz ihrer Anwesenheit von Damen des "Horizontalen Gewerbes " angesprochen wurde. Das hätte sie sich nicht gedacht, aber sie war auch noch nie in einer solchen Umgebung und hatte keine Ahnung was da alles so ablief. Aber nach dem schönen Abend nahm sie es mit Humor und lies sich die gute Laune nicht verderben. Sie schlenderten weiter die Straße entlang und beobachteten das Treiben dort amüsiert. Beide waren erstaunt, zu so später Stunde noch so viele Menschen unterwegs zu sehen, aber Hamburg Sankt Pauli kennt keine Sperrstunde. Schorsch fragte Resi ob sie noch irgendwo einkehren sollten, aber Resi war mittlerweile müde geworden und wollte lieber zurück ins Hotel. Eine knappe Stunde später schlummerten beide tief, fest und glücklich.

Resi reckte sich als die aufgehende Sonne ihre Nase kitzelte. Sie blickte auf Schorsch, der noch tief zu schlafen schien. Leise summte sie ein Lied aus dem Musical, während sie aus dem Bett glitt und ins Bad huschte.
Lange ließ sie das heiße Wasser über ihren wohlgeformten Körper prasseln.


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BeitragVerfasst: Mi 28. Okt 2009, 21:06 
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Etwas müde saßen Resi und Schorsch im Abteil des Intercitys nach Hamburg. Es regnete draußen und das Plätschern des Wassers und die Fahrgeräusche des Zugen bewirkten, dass sie schließlich beide ins Land der Träume entschlummerten. Sie hatten gestern (nein, eigentlich heute früh) noch lange gefeiert und sich danach noch lange in den Armen gelegen und gekuschelt. Das hat beide schlussendlich so rührselig gemacht, nach allem was sie erlebt hatten, dass sie den Entschluss gefasst hatten, endlich mal nach Hamburg zu fahren und sich einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen, nämlich Andrew Lloyd Webbers Musical Cats im Operettenhaus an der Reeperbahn live sehen. In ihrem normalen Leben wäre das nicht möglich gewesen, da dort nach 15 Jahren Cats schon lange andere Programme liefen. Nachdem beide eine Weile geschlafen hatten, wurden sie durch das jähe Bremsen des Zuges geweckt. Weder Resi noch Schorsch wussten gleich wo sie waren. Draußen war es mittlerweile stockdunkel geworden. Draußen zuckten ein paar Blaulichter durch die Nacht. Dann hörte man plötzlich auch das Jaulen von Sirenen. "Was da wohl passiert ist?"fragte Resi. "Keine Ahnung", antwortete ihr Freund, " ich hoffe nur, dass es nichts Schlimmes ist. Obwohl, bei Blaulicht und Sirene............................?"
In diesem Moment öffnete sich die Abteiltür und zwei Männer in Uniform fragten höflich aber bestimmt nach den Ausweispapieren. "Oh Mann," zuckte es erschrocken durch Resis Kopf, "wir haben doch gar keine!" Sie blickte die Beamten aber nur erstarrt und schweigsam an. Aber da griff Schorsch in seine Brieftasche und zog beide Ausweise aus der Tasche, wobei er allerdings etwas unsicher wirkte. Seine Freundin wunderte sich zwar etwas, war aber erstmal erleichtert. "Die Ausweise sehen ja aus, als wären sie hundert Jahre alt, was haben sie damit nur gemacht?" fragte der Polizist und reichte die Papiere, die laut Austellungsdatum druckfrisch waren, etwas erstaunt an Schorsch zurück. Der zuckte nur mit den Schultern und murmelte etwas Unverständliches vor sich hin. Draußen auf dem Gang tuschelten die Beamten miteinander. Resi verstand nur etwas von seltsame Papiere, kein Gepäck und erschrecktem Blick bei der Frau. Langsam entfernten sich dann aber doch die Schritte der Männer und die beiden atmeten erleichtert auf. "Woher hattest du denn plötzlich die Ausweise?"wollte Resi jetzt aber doch wissen. Schorsch erzählte ihr:"Weißt du das war so: Die Zukunftsresi hat die Ausweise extra aufgehoben, als sie abgelaufen waren. Sie dachte wohl schon, dass wir auftauchen und sie dann vielleicht brauchen würden. Nein, genauer gesagt, sie wusste es, denn sie hat das alles ja schon erlebt, was uns noch bevor steht." "Tja, so wird es wohl sein," überlegte Resi, "was ich aber nicht verstehe: Warum hat sie uns das alles nicht erzählt? Wir wären doch dann auf alles vorbereitet gewesen............."In diesem Moment fielen mehrere Schüsse. Jemand schrie in der Finsternis gequält auf. Alle Polizisten, die eben noch die Reisenden kontrolliert haben waren jetzt mit ihren Taschenlampen draußen unterwegs und beleuchteten die Szene. Noch immer war im Zug nicht auszumachen, was sich da eigentlich abspielte und die Reisenden begannen darüber zu diskutieren, was los sein könnte. Aus dem Nachbarabteil war zu hören, dass die Polizei wohl die Geldtransporträuber, die am Vortag 10 Millionen DM geraubt hatten, im Zug vermutete. Plötzlich hörte man eilige Schritte näher kommen und die Polizisten betraten wieder das Abteil in dem Resi und Schorsch saßen. "Gehört das zu ihrem Gepäck?" fragte einer der Beamten und zeigte auf eine Plastiktüte. Resi senkte den Blick und schwieg. Schorsch antwortete:" Uns gehört das nicht. Bisher ist mir die Tüte auch nicht weiter aufgefallen." "Hmmm", brummte der Uniformierte vor sich hin. Er nahm die Tüte und schaute hinein. "Ahaaaa," sagte er laut, " da habe wir es ja!" Dabei holt er eins von vielen Bündeln Geldscheine aus der Tüte. Erstaunt sahen Resi und Schorsch sich an und ahnten nichts Gutes. "Ich fürchte, wir werden uns etwas unterhalten müssen!", sprach der Beamte sie an. Da Resi und Schorsch aber nichts zu verbergen hatten und auch keine Fingerabdrücke von ihnen auf der Tüte sein konnten, sagte Schorsch frech zu dem Polizisten: "Schauen sie mal, wie blau jetzt ihre Finger sind. Das Geld scheint markiert zu sein, sowas habe ich schon mal im Krimi gesehen." Der Uniformierte stutze. Tatsächlich waren seine Finger ganz verfärbt.
"Das ist jedenfalls das Geld, das gestohlen wurde. Haben Sie beide etwas dazu zu sagen?""Wie ich schon gesagt habe, wir hatten die Tüte bislang nicht mal bemerkt. Wir können Ihnen da beim besten Willen nichts darüber sagen", antwortete Schorsch. "Seit München haben wir geschlafen, bis sie den Zug gestoppt haben." Der Polizist sagte darauf nur:" Also bis Hamburg wollen die fahren? Gut, dann bleiben Sie in diesem Abteil. Es könnte sein, dass wir noch weitere Fragen an sie haben."
Er notierte sich nochmal die Personalien, grüßte kurz und ging. Die bis dahin fast stumme Resi seufzte:" Mann, oh Mann, wo sind wir da bloß wieder hineingeraten?"" Stimmt. Einen Urlaub stelle ich mir auch andes vor," antwortete Schorsch, "wir müssen jetzt eben das Beste daraus machen. Wir haben schon Schlimmeres überstanden. Aber ich frage mich doch, wie die Bankräuber auf den Gedanken kommen, dass Geld einfach hier im Zug zu deponieren". "Vielleicht, haben sind sie ja noch irgendwo in der Nähe und warten nur auf einen geeigneten Moment ihre Beute wieder zu holen," überlegte Resi. "Ich denke eher, die haben das Färbemittel bemerkt, das man praktisch nicht abwaschen kann und das das Geld praktisch wertlos macht," entgegnete ihr Freund und sie musste ihm Recht geben. Das hatte sie nicht bedacht. "Ich frage mich, wer da eben bei der Schießerei getroffen wurde?", fragte sich Resi. Schorsch antwortete nicht sondern sah nur nachdenklich aus dem Fenster in die dunkle Nacht."So gezielt, wie sie wieder hier ins Abteil gestürmt sind, muß doch irgend jemand von den Bankräubern was ausgesagt haben!", sinnierte Resie weiter, "meinst du sie kommen wieder und wir bekommen ernsthafte Schwierigkeiten?" "Vielleicht wollten sie ja so ihre Verfolger loswerden, da das Geld ja sowieso für sie wertlos war, wegen des Färbemittels", erwiderte ihr Freund, "na egal, ich hoffe jedenfalls, dass wir unsere Reise jetzt in Ruhe fortsetzen können."

Ein paar Stunden später lief der Zug in Hamburg ein. Das helle Licht auf dem Bahnhof, die vielen Menschen die von einem Ort zum anderen eilten, die Lautsprecherdurschsagen, die Gerüche von den Imbissläden, das alles ließ das Liebespaar die letzten aufregenden Stunden vergessen. Kurz vor Hannover hatte man sie zwar noch gebeten, morgen auf dem Polizeipräsidium am Beliner Tor zu melden, aber das war wohl nur noch der Ordnung halber. Resi und Schorsch machten sich also auf den Weg zu ihrem Hotel, checkten ein und fielen bald darauf in einen erholsamen Schlaf. Helles Mondlicht schien auf die Zwei, die das aber gar nicht mehr bemerkten. Sie schliefen tief und fest, erholten sich von allen Abenteuern und Aufregungen der letzten Tage und es war gut so. Weiß man was der nächste Tag wieder mit sich bringen wird.
Morgens um 6 wurden die beiden aber schon wieder durch den ungewohnten Verkehrslärm geweckt. Resi reckte und streckte sich, Schorsch kroch aus dem Bett und schaute zum Fenster hinaus. Sie hatten einen herrlichen Blick über den Park "Planten und Blomen" zum Fernsehturm hin, der im Licht der aufgehenden Sonne aus einer dünnen Bodennebelschicht aufragte. Es schien ein wunderschöner Tag zu werden und das schlug sich auch auf die Stimmung der beiden nieder. Zuerst sollte mal ausgiebig gefrühstückt werden. Aber als Resi ihren Schorsch so im Sonnenlicht sah, kam ihr ganz anderes in den Sinn und sie lies wie zufällig den Träger ihres Nachthemdchens von der Schulter rutschen. Ihr Liebster sah das sofort und kam der unausgesprochenen Aufforderung gerne nach. Er nahm sie in den Arm und küsste sie leidenschaftlich. Seine Hand streichelte dabei die vollen Rundungen ihres Busens. Resi stöhnte auf, ihr Herz schlug schneller ........ Doch plötzlich klopfte es heftig an der Zimmertüre.
"Inspektor Grau! Darf ich mal kurz stören?" "Verdammt, hat man denn nie seine Ruhe" zischte Schorsch wütend. "Keine Angst, ich habe gute Nachrichten." Resi und ihr Freund schauten den Beamten, nachdem sie die Türe geöffnet hatten, gespannt an.
"Um es gleich vorweg zu schicken", fing der ihnen noch unbekannte Kommissar zu reden an, nachdem er sich ausgewiesen hat, "die Bankräuber haben umfassend gestanden und sie sind frei von jedem Verdacht." Erleichtert blickten die beiden Liebenden sich an. "Eine Belohnung für die Mithilfe bei der Wiederbeschaffung des Geldes steht ihnen wohl auch zu, da sie meinen Kollegen aus dem Zug auf die Tüte aufmerksam gemacht haben." "Juhuuu!," entfuhr es da Resi, "dann können wir ja unsere Urlaub hier ein bisschen verlängern." Schorsch hingegen schaute etwas ungläubig aus der Wäsche, da sie doch nichts dazu beigetragen hatten und fragte: "Was ist da im Zug eigentlich genau passiert?" Der Beamte schaute ihn erstaunt an. Dann sagte er verschämt grinsend: "Ach das können sie ja gar nicht alles mitbekommen haben. Das ging wohl alles zu schnell für Sie. Also das war folgendermaßen: Nach dem Bankraub hat ein Passant die Räuber unauffällig bis zum Bahnhof verfolgt und gesehen, wie sie in den Zug nach Hamburg stiegen. Deshalb haben wir dann den Zug an der bewussten Stelle anhalten lassen, um ihn zu durchsuchen. Als meine Kollegen dann auf die Verbrecher stießen, flohen sie aus dem Zug, genau den anderen Kollegenin die Arme. Dann kam es zur Schießerei, wobei ein Räuber verletzt wurde. Sie weigerten sich allerdings zu sagen wo die Beute war und ob sie noch Komplizen hatten. Ein aufmerksamer Reisender wies uns dann auf ihr Abteil hin, da er einen der Räuber dabei gesehen hatte, als er heraus kam.", erklärte der Polizist den beiden. Schorsch und Resi nickten verstehend. "Die Versicherung hat eine Belohnung von 10% der wiederbeschafften Summe ausgelobt und da wir als ermittelnde Beamte kein Anrecht darauf haben und die beiden Kollegen zu Protokoll gegben haben, dass sie die herrenlose Tüte auf ihren Hinweis hin überprüft haben, dürfte ihnen allein das Geld zustehen." "Juhuuuu!" entfuhr es da Resi. "Das sind ja ganz tolle Neuigkeiten!", freute sich Schorsch. "Es sind die ganzen 10Millionen DM in 1000DM Scheinen in der Tüte gewesen - 10000 Scheine !" Der Beamte klärte die beiden noch auf wo, wann und wie sie an den Finderlohn kommern würden und verabschiedete sich mit einem freundlichen Lächeln. "Eine Millionen € dafür, das wir im Abteil geschlafen haben, in dem Bankräuber ihre unbrauchbare Beute versteckt haben?", sinnierte Schorsch," Nicht übel!" Resi lachte lauthals auf. "Ja, so viel Glück ist doch unglaublich. Aber egal,...... jetzt machen wir uns einfach ein schönes Leben. Wir müssen jetzt überlegen, wie wir einen Teil des Geldes am besten anlegen, damit wir lange davon leben können."" Mit dem Geld in der Hinterhand können wir auch unsere Zeitmaschinen-Hütte so richtig ausnutzen." erwiderte Schorsch. Ganz verstand Resi das nicht, aber sie nickte zustimmend. Nach so viel Aufregung am Morgen war es jetzt höchste Zeit für ein Frühstück.
Nach 25 Minuten waren sie mit der Morgentoilette fertig und begaben sich ins Hotelrestaurant um sich am reichhaltigen Buffet zu stärken. Schorsch füllte sich seinen Teller, als wenn er eine ganze Fußballmannschaft verköstigen müsste. So eine Auswahl an Köstlichkeiten, gab es schließlich nicht jeden Tag und sein Hunger war groß. "Irgendwie kann ich das alles noch gar nicht glauben!"wiederholte Resi nun bestimmt schon zum 10. Mal, wie eine Schallplatte mit einem Sprung, "welch ein Glück! Nein so etwas .....".
"Wir gehen jetzt erst mal eine Runde drüben im Park Planten un Blomen spazieren, damit du mal wieder etwas klarer im Kopf wirst, mein Schatz," grinste Schorsch. "O.K.", stimmte Resi laut lachend zu. "Die frische Luft wird mir gut tun." Also machten die beiden sich auf den Weg. Es war ein wunderschöner Tag, die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel und schien sich mit ihnen zu freuen. Überall genossen Menschen den schönen Tag und die Kinder hatten ihren Spass an den verschiedenen Wasserspielen.
Nach einiger Zeit setzten sich die beiden Liebenden auf eine Parkbank und Schorsch fragte:"Wenn ich hier die vielen Kinder sehe, frage ich mich, wie du zu eigenen Kindern stehst. Hast du schon mal darüber nachgedacht, ob und wenn ja, wann du Kinder willst? Ich wünsche mir Kinder von dir.""Gegen zwei, drei Kinder hätte ich nichts auszusetzten, aber in der Zukunft habe ich keinen Hinweis darauf gesehen, das wir welche hätten", antwortete Resi nicht mehr ganz so fröhlich. "Hmm," überlegte Schorsch,"ich denke wir können die Zukunft mit unserer Zeithütte ändern, meinst du nicht?""Zumindest werden wir erfahren, wieviel Vorbestimmung es in unserem Leben gibt, und wie groß unser Einfluss darauf ist, wenn wir versuchen unser Schicksal zu ändern," antwortete ihr Schorsch, "aber zunächst mal lass uns unseren Urlaub jetzt mal in vollen Zügen genießen. Geld haben wir ja jetzt genug um es uns mal so richtig gut gehen zu lassen.""Vorsicht, noch haben wir es nicht auf dem Konto!"mahnte Resi. Schorsch lachte laut auf und ermahnte sie nicht immer so negativ zu denken.
Nach ihrem Bummel durch den Park stand eine Stadtrundfahrt mit der "Hummelbahn" auf dem Programm. Resi liebte es mit solch romantischen Fahrzeugen durch die Gegend zu bummeln. Am Hafen stiegen sie in eine Barkasse um mit der sie kreuz und Quer durch den Hafen und die alte Speicherstadt schipperten. Sie bewunderten die vielen historischen Gebäude und beobachteten das emsige Treiben der dort arbeitenden Menschen. "Hej Löcht" ("Er Lügt" So nennt man im Hafen die Barkassenkapitäne) hatte bei jeden Gebäude und jedem Schiff seine witzigen "Döntjes" (gem Wikipedia kleinere, zumeist heitere, fiktive Erzählung) auf Lager, und so gab es einiges zu lachen oder zumindest zu schmunzeln. Die Zeit verging wie im Fluge und der schöne Ausflug ging leider zu Ende. Aber am Abend würden sie ja noch zu Cats gehen. So machten sie sich auf ins Hotel um sich schick für den Abend zumachen. Aber vorher kehrten sie noch in einem Chinarestaurant ein um ihren Hunger zu stillen. Resi entschied sich für Frühlingsrolle und knusprige Ente mit Bambus und Morcheln, Schorsch wählte, wie meistes beim Chinesen, scharfes Rindfleich Szechuan-Art. Es dauerte nicht lange und das Mahl wurde ihnen serviert. Sie hatten offenbar ein gutes Restaurant gewählt, die Portionen waren so groß, dass sie sicher nicht hungrig weggehen würden, es war alles appetitlich angerichtet und duftete einfach herrlich. Man hätte denken können, dass Schorsch seit Tagen nicht gegessen hätte, so haute er rein und auch Resi ließ es sich schmecken. Satt und zufrieden lehnten sie sich nach der Mahlzeit zurück und nippen am Pflaumenwein, der ihnen als Aufmerksamkeit des Hauses nach dem Essen gereicht wurde. Zufrieden mit dem schönen Tag gab Schorsch ein fürstliches Trinkgeld, als er die Rechnung bezahlte. Resi lächelte ihn verzückt an. So einen schönen Tag hatten sie lange nicht mehr erlebt, und freute sich schon auf das Musical.
Sie fuhren mit einem Taxi zurück zum Hotel und machten sich hübsch für den Abend im Theater. Schon bald waberte der Wasserdampf im Badezimmer, weil Schorsch ein richtig heißes Duschbad nahm. Resi suchte einstweilen etwas Passendes zum Anziehen. Zwar hatte sie sich schon vor der Abreise für ein schickes Kleid entschieden, aber jetzt war sie doch wieder unschlüssig. Eine Weile probierte sie noch dies und das. Sie wollte doch schließlich besonders hübsch sein an diesem Abend. Endlich wählte sie ein rotes, recht kurzes Kleid, das sie aber noch aufbügelte, da es vom Transport etwas knitterig geworden war. Endlich kam auch Schorsch aus dem Bad. Er duftete nach Rasierwasser und sah umwerfend aus.
Als das bestellte Taxi vorfuhr küssten sich die beiden noch mal kurz und stiegen ein, um zum Operettenhaus auf der Reeperbahn zu fahren. Es herrschte sehr viel Verkehr und sie kamenn nur langsam voran. Gut, dass sie sich das Taxi sehr früh bestellt hatten. Außerdem war der Weg war auch nicht so weit, wie sie dachten, so dass sie sich im Foyer noch ein Glas Sekt gönnten. Als das Signal ertönte, machten sie sich auf den Weg um ihre Plätze einzunehmen. Resi war sehr aufgeregt. Lange schon hatte sie sich auf das Musical gefreut. Schlieslich ging das Licht ganz aus und nur ein paar Katzenaugen leuchteten im dunkeln, während langsam leise, ja fast vorsichtig die Musik einsetzte. Nach und nach schalteten sich Scheinwerfer ein, die die Szene beleuchteten. Die Musik wurde lauter und lauter, die Spannung stieg.
Resi und Schorsch waren im Nu von der Aufführung gefesselt. Die Darsteller waren sehr gut und und das Publikum wusste das durch mehrfachen Szenenapplaus zu würdigen. Schorsch wußte, dass sie es nur ihrer "Zeitmaschinenhütte verdankten so eine schöne Aufführung zu sehen, waren doch die späteren Versionen in Stuttgart, Frankfurt, oder anderswo im deutschsprachigen Raum nur ein müder Abklatsch der Hamburger Produktion.
Resi flüsterte ihrem Liebsten ins Ohr: " Ach Süßer, das ist ein Wahnsinn! Diese Schauspieler, Sänger, Tänzer! Ich wollte diese Musical immer schon sehen, aber soooooooo schön hatte ich es mir nicht mal in meinen Träumen vorgestellt! "Ja, so etwas live zu erleben ist schon was anderes, als im Fernsehn. Echt Klasse!" Gespannt verfolgten die beiden das weitere Geschehen auf der Bühne. In der Pause gönnten sich die beiden ein Gläschen Sekt. Sie genossen den Abend in vollen Zügen. Nach der Vorstellug bummelten sie noch über die "Sündige Meile" die ja direkt vor der Tür des Operettenhauses beginnt. Die schauten sich neugierig um. So viel hatten sie schon gehört davon und jetzt warfen sie endlich da und konnten alles bestaunen was da so ablief. Resi war schon etwas erstaunt, dass Schorsch trotz ihrer Anwesenheit von Damen des "Horizontalen Gewerbes " angesprochen wurde. Das hätte sie sich nicht gedacht, aber sie war auch noch nie in einer solchen Umgebung und hatte keine Ahnung was da alles so ablief. Aber nach dem schönen Abend nahm sie es mit Humor und lies sich die gute Laune nicht verderben. Sie schlenderten weiter die Straße entlang und beobachteten das Treiben dort amüsiert. Beide waren erstaunt, zu so später Stunde noch so viele Menschen unterwegs zu sehen, aber Hamburg Sankt Pauli kennt keine Sperrstunde. Schorsch fragte Resi ob sie noch irgendwo einkehren sollten, aber Resi war mittlerweile müde geworden und wollte lieber zurück ins Hotel. Eine knappe Stunde später schlummerten beide tief, fest und glücklich.

Resi reckte sich als die aufgehende Sonne ihre Nase kitzelte. Sie blickte auf Schorsch, der noch tief zu schlafen schien. Leise summte sie ein Lied aus dem Musical, während sie aus dem Bett glitt und ins Bad huschte.
Lange ließ sie das heiße Wasser über ihren wohlgeformten Körper prasseln. Bald darauf waberten dicke Wasserdampfschwaden durch den Raum.


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BeitragVerfasst: Do 29. Okt 2009, 09:56 
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Etwas müde saßen Resi und Schorsch im Abteil des Intercitys nach Hamburg. Es regnete draußen und das Plätschern des Wassers und die Fahrgeräusche des Zugen bewirkten, dass sie schließlich beide ins Land der Träume entschlummerten. Sie hatten gestern (nein, eigentlich heute früh) noch lange gefeiert und sich danach noch lange in den Armen gelegen und gekuschelt. Das hat beide schlussendlich so rührselig gemacht, nach allem was sie erlebt hatten, dass sie den Entschluss gefasst hatten, endlich mal nach Hamburg zu fahren und sich einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen, nämlich Andrew Lloyd Webbers Musical Cats im Operettenhaus an der Reeperbahn live sehen. In ihrem normalen Leben wäre das nicht möglich gewesen, da dort nach 15 Jahren Cats schon lange andere Programme liefen. Nachdem beide eine Weile geschlafen hatten, wurden sie durch das jähe Bremsen des Zuges geweckt. Weder Resi noch Schorsch wussten gleich wo sie waren. Draußen war es mittlerweile stockdunkel geworden. Draußen zuckten ein paar Blaulichter durch die Nacht. Dann hörte man plötzlich auch das Jaulen von Sirenen. "Was da wohl passiert ist?"fragte Resi. "Keine Ahnung", antwortete ihr Freund, " ich hoffe nur, dass es nichts Schlimmes ist. Obwohl, bei Blaulicht und Sirene............................?"
In diesem Moment öffnete sich die Abteiltür und zwei Männer in Uniform fragten höflich aber bestimmt nach den Ausweispapieren. "Oh Mann," zuckte es erschrocken durch Resis Kopf, "wir haben doch gar keine!" Sie blickte die Beamten aber nur erstarrt und schweigsam an. Aber da griff Schorsch in seine Brieftasche und zog beide Ausweise aus der Tasche, wobei er allerdings etwas unsicher wirkte. Seine Freundin wunderte sich zwar etwas, war aber erstmal erleichtert. "Die Ausweise sehen ja aus, als wären sie hundert Jahre alt, was haben sie damit nur gemacht?" fragte der Polizist und reichte die Papiere, die laut Austellungsdatum druckfrisch waren, etwas erstaunt an Schorsch zurück. Der zuckte nur mit den Schultern und murmelte etwas Unverständliches vor sich hin. Draußen auf dem Gang tuschelten die Beamten miteinander. Resi verstand nur etwas von seltsame Papiere, kein Gepäck und erschrecktem Blick bei der Frau. Langsam entfernten sich dann aber doch die Schritte der Männer und die beiden atmeten erleichtert auf. "Woher hattest du denn plötzlich die Ausweise?"wollte Resi jetzt aber doch wissen. Schorsch erzählte ihr:"Weißt du das war so: Die Zukunftsresi hat die Ausweise extra aufgehoben, als sie abgelaufen waren. Sie dachte wohl schon, dass wir auftauchen und sie dann vielleicht brauchen würden. Nein, genauer gesagt, sie wusste es, denn sie hat das alles ja schon erlebt, was uns noch bevor steht." "Tja, so wird es wohl sein," überlegte Resi, "was ich aber nicht verstehe: Warum hat sie uns das alles nicht erzählt? Wir wären doch dann auf alles vorbereitet gewesen............."In diesem Moment fielen mehrere Schüsse. Jemand schrie in der Finsternis gequält auf. Alle Polizisten, die eben noch die Reisenden kontrolliert haben waren jetzt mit ihren Taschenlampen draußen unterwegs und beleuchteten die Szene. Noch immer war im Zug nicht auszumachen, was sich da eigentlich abspielte und die Reisenden begannen darüber zu diskutieren, was los sein könnte. Aus dem Nachbarabteil war zu hören, dass die Polizei wohl die Geldtransporträuber, die am Vortag 10 Millionen DM geraubt hatten, im Zug vermutete. Plötzlich hörte man eilige Schritte näher kommen und die Polizisten betraten wieder das Abteil in dem Resi und Schorsch saßen. "Gehört das zu ihrem Gepäck?" fragte einer der Beamten und zeigte auf eine Plastiktüte. Resi senkte den Blick und schwieg. Schorsch antwortete:" Uns gehört das nicht. Bisher ist mir die Tüte auch nicht weiter aufgefallen." "Hmmm", brummte der Uniformierte vor sich hin. Er nahm die Tüte und schaute hinein. "Ahaaaa," sagte er laut, " da habe wir es ja!" Dabei holt er eins von vielen Bündeln Geldscheine aus der Tüte. Erstaunt sahen Resi und Schorsch sich an und ahnten nichts Gutes. "Ich fürchte, wir werden uns etwas unterhalten müssen!", sprach der Beamte sie an. Da Resi und Schorsch aber nichts zu verbergen hatten und auch keine Fingerabdrücke von ihnen auf der Tüte sein konnten, sagte Schorsch frech zu dem Polizisten: "Schauen sie mal, wie blau jetzt ihre Finger sind. Das Geld scheint markiert zu sein, sowas habe ich schon mal im Krimi gesehen." Der Uniformierte stutze. Tatsächlich waren seine Finger ganz verfärbt.
"Das ist jedenfalls das Geld, das gestohlen wurde. Haben Sie beide etwas dazu zu sagen?""Wie ich schon gesagt habe, wir hatten die Tüte bislang nicht mal bemerkt. Wir können Ihnen da beim besten Willen nichts darüber sagen", antwortete Schorsch. "Seit München haben wir geschlafen, bis sie den Zug gestoppt haben." Der Polizist sagte darauf nur:" Also bis Hamburg wollen die fahren? Gut, dann bleiben Sie in diesem Abteil. Es könnte sein, dass wir noch weitere Fragen an sie haben."
Er notierte sich nochmal die Personalien, grüßte kurz und ging. Die bis dahin fast stumme Resi seufzte:" Mann, oh Mann, wo sind wir da bloß wieder hineingeraten?"" Stimmt. Einen Urlaub stelle ich mir auch andes vor," antwortete Schorsch, "wir müssen jetzt eben das Beste daraus machen. Wir haben schon Schlimmeres überstanden. Aber ich frage mich doch, wie die Bankräuber auf den Gedanken kommen, dass Geld einfach hier im Zug zu deponieren". "Vielleicht, haben sind sie ja noch irgendwo in der Nähe und warten nur auf einen geeigneten Moment ihre Beute wieder zu holen," überlegte Resi. "Ich denke eher, die haben das Färbemittel bemerkt, das man praktisch nicht abwaschen kann und das das Geld praktisch wertlos macht," entgegnete ihr Freund und sie musste ihm Recht geben. Das hatte sie nicht bedacht. "Ich frage mich, wer da eben bei der Schießerei getroffen wurde?", fragte sich Resi. Schorsch antwortete nicht sondern sah nur nachdenklich aus dem Fenster in die dunkle Nacht."So gezielt, wie sie wieder hier ins Abteil gestürmt sind, muß doch irgend jemand von den Bankräubern was ausgesagt haben!", sinnierte Resie weiter, "meinst du sie kommen wieder und wir bekommen ernsthafte Schwierigkeiten?" "Vielleicht wollten sie ja so ihre Verfolger loswerden, da das Geld ja sowieso für sie wertlos war, wegen des Färbemittels", erwiderte ihr Freund, "na egal, ich hoffe jedenfalls, dass wir unsere Reise jetzt in Ruhe fortsetzen können."

Ein paar Stunden später lief der Zug in Hamburg ein. Das helle Licht auf dem Bahnhof, die vielen Menschen die von einem Ort zum anderen eilten, die Lautsprecherdurschsagen, die Gerüche von den Imbissläden, das alles ließ das Liebespaar die letzten aufregenden Stunden vergessen. Kurz vor Hannover hatte man sie zwar noch gebeten, morgen auf dem Polizeipräsidium am Beliner Tor zu melden, aber das war wohl nur noch der Ordnung halber. Resi und Schorsch machten sich also auf den Weg zu ihrem Hotel, checkten ein und fielen bald darauf in einen erholsamen Schlaf. Helles Mondlicht schien auf die Zwei, die das aber gar nicht mehr bemerkten. Sie schliefen tief und fest, erholten sich von allen Abenteuern und Aufregungen der letzten Tage und es war gut so. Weiß man was der nächste Tag wieder mit sich bringen wird.
Morgens um 6 wurden die beiden aber schon wieder durch den ungewohnten Verkehrslärm geweckt. Resi reckte und streckte sich, Schorsch kroch aus dem Bett und schaute zum Fenster hinaus. Sie hatten einen herrlichen Blick über den Park "Planten und Blomen" zum Fernsehturm hin, der im Licht der aufgehenden Sonne aus einer dünnen Bodennebelschicht aufragte. Es schien ein wunderschöner Tag zu werden und das schlug sich auch auf die Stimmung der beiden nieder. Zuerst sollte mal ausgiebig gefrühstückt werden. Aber als Resi ihren Schorsch so im Sonnenlicht sah, kam ihr ganz anderes in den Sinn und sie lies wie zufällig den Träger ihres Nachthemdchens von der Schulter rutschen. Ihr Liebster sah das sofort und kam der unausgesprochenen Aufforderung gerne nach. Er nahm sie in den Arm und küsste sie leidenschaftlich. Seine Hand streichelte dabei die vollen Rundungen ihres Busens. Resi stöhnte auf, ihr Herz schlug schneller ........ Doch plötzlich klopfte es heftig an der Zimmertüre.
"Inspektor Grau! Darf ich mal kurz stören?" "Verdammt, hat man denn nie seine Ruhe" zischte Schorsch wütend. "Keine Angst, ich habe gute Nachrichten." Resi und ihr Freund schauten den Beamten, nachdem sie die Türe geöffnet hatten, gespannt an.
"Um es gleich vorweg zu schicken", fing der ihnen noch unbekannte Kommissar zu reden an, nachdem er sich ausgewiesen hat, "die Bankräuber haben umfassend gestanden und sie sind frei von jedem Verdacht." Erleichtert blickten die beiden Liebenden sich an. "Eine Belohnung für die Mithilfe bei der Wiederbeschaffung des Geldes steht ihnen wohl auch zu, da sie meinen Kollegen aus dem Zug auf die Tüte aufmerksam gemacht haben." "Juhuuu!," entfuhr es da Resi, "dann können wir ja unsere Urlaub hier ein bisschen verlängern." Schorsch hingegen schaute etwas ungläubig aus der Wäsche, da sie doch nichts dazu beigetragen hatten und fragte: "Was ist da im Zug eigentlich genau passiert?" Der Beamte schaute ihn erstaunt an. Dann sagte er verschämt grinsend: "Ach das können sie ja gar nicht alles mitbekommen haben. Das ging wohl alles zu schnell für Sie. Also das war folgendermaßen: Nach dem Bankraub hat ein Passant die Räuber unauffällig bis zum Bahnhof verfolgt und gesehen, wie sie in den Zug nach Hamburg stiegen. Deshalb haben wir dann den Zug an der bewussten Stelle anhalten lassen, um ihn zu durchsuchen. Als meine Kollegen dann auf die Verbrecher stießen, flohen sie aus dem Zug, genau den anderen Kollegenin die Arme. Dann kam es zur Schießerei, wobei ein Räuber verletzt wurde. Sie weigerten sich allerdings zu sagen wo die Beute war und ob sie noch Komplizen hatten. Ein aufmerksamer Reisender wies uns dann auf ihr Abteil hin, da er einen der Räuber dabei gesehen hatte, als er heraus kam.", erklärte der Polizist den beiden. Schorsch und Resi nickten verstehend. "Die Versicherung hat eine Belohnung von 10% der wiederbeschafften Summe ausgelobt und da wir als ermittelnde Beamte kein Anrecht darauf haben und die beiden Kollegen zu Protokoll gegben haben, dass sie die herrenlose Tüte auf ihren Hinweis hin überprüft haben, dürfte ihnen allein das Geld zustehen." "Juhuuuu!" entfuhr es da Resi. "Das sind ja ganz tolle Neuigkeiten!", freute sich Schorsch. "Es sind die ganzen 10Millionen DM in 1000DM Scheinen in der Tüte gewesen - 10000 Scheine !" Der Beamte klärte die beiden noch auf wo, wann und wie sie an den Finderlohn kommern würden und verabschiedete sich mit einem freundlichen Lächeln. "Eine Millionen € dafür, das wir im Abteil geschlafen haben, in dem Bankräuber ihre unbrauchbare Beute versteckt haben?", sinnierte Schorsch," Nicht übel!" Resi lachte lauthals auf. "Ja, so viel Glück ist doch unglaublich. Aber egal,...... jetzt machen wir uns einfach ein schönes Leben. Wir müssen jetzt überlegen, wie wir einen Teil des Geldes am besten anlegen, damit wir lange davon leben können."" Mit dem Geld in der Hinterhand können wir auch unsere Zeitmaschinen-Hütte so richtig ausnutzen." erwiderte Schorsch. Ganz verstand Resi das nicht, aber sie nickte zustimmend. Nach so viel Aufregung am Morgen war es jetzt höchste Zeit für ein Frühstück.
Nach 25 Minuten waren sie mit der Morgentoilette fertig und begaben sich ins Hotelrestaurant um sich am reichhaltigen Buffet zu stärken. Schorsch füllte sich seinen Teller, als wenn er eine ganze Fußballmannschaft verköstigen müsste. So eine Auswahl an Köstlichkeiten, gab es schließlich nicht jeden Tag und sein Hunger war groß. "Irgendwie kann ich das alles noch gar nicht glauben!"wiederholte Resi nun bestimmt schon zum 10. Mal, wie eine Schallplatte mit einem Sprung, "welch ein Glück! Nein so etwas .....".
"Wir gehen jetzt erst mal eine Runde drüben im Park Planten un Blomen spazieren, damit du mal wieder etwas klarer im Kopf wirst, mein Schatz," grinste Schorsch. "O.K.", stimmte Resi laut lachend zu. "Die frische Luft wird mir gut tun." Also machten die beiden sich auf den Weg. Es war ein wunderschöner Tag, die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel und schien sich mit ihnen zu freuen. Überall genossen Menschen den schönen Tag und die Kinder hatten ihren Spass an den verschiedenen Wasserspielen.
Nach einiger Zeit setzten sich die beiden Liebenden auf eine Parkbank und Schorsch fragte:"Wenn ich hier die vielen Kinder sehe, frage ich mich, wie du zu eigenen Kindern stehst. Hast du schon mal darüber nachgedacht, ob und wenn ja, wann du Kinder willst? Ich wünsche mir Kinder von dir.""Gegen zwei, drei Kinder hätte ich nichts auszusetzten, aber in der Zukunft habe ich keinen Hinweis darauf gesehen, das wir welche hätten", antwortete Resi nicht mehr ganz so fröhlich. "Hmm," überlegte Schorsch,"ich denke wir können die Zukunft mit unserer Zeithütte ändern, meinst du nicht?""Zumindest werden wir erfahren, wieviel Vorbestimmung es in unserem Leben gibt, und wie groß unser Einfluss darauf ist, wenn wir versuchen unser Schicksal zu ändern," antwortete ihr Schorsch, "aber zunächst mal lass uns unseren Urlaub jetzt mal in vollen Zügen genießen. Geld haben wir ja jetzt genug um es uns mal so richtig gut gehen zu lassen.""Vorsicht, noch haben wir es nicht auf dem Konto!"mahnte Resi. Schorsch lachte laut auf und ermahnte sie nicht immer so negativ zu denken.
Nach ihrem Bummel durch den Park stand eine Stadtrundfahrt mit der "Hummelbahn" auf dem Programm. Resi liebte es mit solch romantischen Fahrzeugen durch die Gegend zu bummeln. Am Hafen stiegen sie in eine Barkasse um mit der sie kreuz und Quer durch den Hafen und die alte Speicherstadt schipperten. Sie bewunderten die vielen historischen Gebäude und beobachteten das emsige Treiben der dort arbeitenden Menschen. "Hej Löcht" ("Er Lügt" So nennt man im Hafen die Barkassenkapitäne) hatte bei jeden Gebäude und jedem Schiff seine witzigen "Döntjes" (gem Wikipedia kleinere, zumeist heitere, fiktive Erzählung) auf Lager, und so gab es einiges zu lachen oder zumindest zu schmunzeln. Die Zeit verging wie im Fluge und der schöne Ausflug ging leider zu Ende. Aber am Abend würden sie ja noch zu Cats gehen. So machten sie sich auf ins Hotel um sich schick für den Abend zumachen. Aber vorher kehrten sie noch in einem Chinarestaurant ein um ihren Hunger zu stillen. Resi entschied sich für Frühlingsrolle und knusprige Ente mit Bambus und Morcheln, Schorsch wählte, wie meistes beim Chinesen, scharfes Rindfleich Szechuan-Art. Es dauerte nicht lange und das Mahl wurde ihnen serviert. Sie hatten offenbar ein gutes Restaurant gewählt, die Portionen waren so groß, dass sie sicher nicht hungrig weggehen würden, es war alles appetitlich angerichtet und duftete einfach herrlich. Man hätte denken können, dass Schorsch seit Tagen nicht gegessen hätte, so haute er rein und auch Resi ließ es sich schmecken. Satt und zufrieden lehnten sie sich nach der Mahlzeit zurück und nippen am Pflaumenwein, der ihnen als Aufmerksamkeit des Hauses nach dem Essen gereicht wurde. Zufrieden mit dem schönen Tag gab Schorsch ein fürstliches Trinkgeld, als er die Rechnung bezahlte. Resi lächelte ihn verzückt an. So einen schönen Tag hatten sie lange nicht mehr erlebt, und freute sich schon auf das Musical.
Sie fuhren mit einem Taxi zurück zum Hotel und machten sich hübsch für den Abend im Theater. Schon bald waberte der Wasserdampf im Badezimmer, weil Schorsch ein richtig heißes Duschbad nahm. Resi suchte einstweilen etwas Passendes zum Anziehen. Zwar hatte sie sich schon vor der Abreise für ein schickes Kleid entschieden, aber jetzt war sie doch wieder unschlüssig. Eine Weile probierte sie noch dies und das. Sie wollte doch schließlich besonders hübsch sein an diesem Abend. Endlich wählte sie ein rotes, recht kurzes Kleid, das sie aber noch aufbügelte, da es vom Transport etwas knitterig geworden war. Endlich kam auch Schorsch aus dem Bad. Er duftete nach Rasierwasser und sah umwerfend aus.
Als das bestellte Taxi vorfuhr küssten sich die beiden noch mal kurz und stiegen ein, um zum Operettenhaus auf der Reeperbahn zu fahren. Es herrschte sehr viel Verkehr und sie kamenn nur langsam voran. Gut, dass sie sich das Taxi sehr früh bestellt hatten. Außerdem war der Weg war auch nicht so weit, wie sie dachten, so dass sie sich im Foyer noch ein Glas Sekt gönnten. Als das Signal ertönte, machten sie sich auf den Weg um ihre Plätze einzunehmen. Resi war sehr aufgeregt. Lange schon hatte sie sich auf das Musical gefreut. Schlieslich ging das Licht ganz aus und nur ein paar Katzenaugen leuchteten im dunkeln, während langsam leise, ja fast vorsichtig die Musik einsetzte. Nach und nach schalteten sich Scheinwerfer ein, die die Szene beleuchteten. Die Musik wurde lauter und lauter, die Spannung stieg.
Resi und Schorsch waren im Nu von der Aufführung gefesselt. Die Darsteller waren sehr gut und und das Publikum wusste das durch mehrfachen Szenenapplaus zu würdigen. Schorsch wußte, dass sie es nur ihrer "Zeitmaschinenhütte verdankten so eine schöne Aufführung zu sehen, waren doch die späteren Versionen in Stuttgart, Frankfurt, oder anderswo im deutschsprachigen Raum nur ein müder Abklatsch der Hamburger Produktion.
Resi flüsterte ihrem Liebsten ins Ohr: " Ach Süßer, das ist ein Wahnsinn! Diese Schauspieler, Sänger, Tänzer! Ich wollte diese Musical immer schon sehen, aber soooooooo schön hatte ich es mir nicht mal in meinen Träumen vorgestellt! "Ja, so etwas live zu erleben ist schon was anderes, als im Fernsehn. Echt Klasse!" Gespannt verfolgten die beiden das weitere Geschehen auf der Bühne. In der Pause gönnten sich die beiden ein Gläschen Sekt. Sie genossen den Abend in vollen Zügen. Nach der Vorstellug bummelten sie noch über die "Sündige Meile" die ja direkt vor der Tür des Operettenhauses beginnt. Die schauten sich neugierig um. So viel hatten sie schon gehört davon und jetzt warfen sie endlich da und konnten alles bestaunen was da so ablief. Resi war schon etwas erstaunt, dass Schorsch trotz ihrer Anwesenheit von Damen des "Horizontalen Gewerbes " angesprochen wurde. Das hätte sie sich nicht gedacht, aber sie war auch noch nie in einer solchen Umgebung und hatte keine Ahnung was da alles so ablief. Aber nach dem schönen Abend nahm sie es mit Humor und lies sich die gute Laune nicht verderben. Sie schlenderten weiter die Straße entlang und beobachteten das Treiben dort amüsiert. Beide waren erstaunt, zu so später Stunde noch so viele Menschen unterwegs zu sehen, aber Hamburg Sankt Pauli kennt keine Sperrstunde. Schorsch fragte Resi ob sie noch irgendwo einkehren sollten, aber Resi war mittlerweile müde geworden und wollte lieber zurück ins Hotel. Eine knappe Stunde später schlummerten beide tief, fest und glücklich.

Resi reckte sich als die aufgehende Sonne ihre Nase kitzelte. Sie blickte auf Schorsch, der noch tief zu schlafen schien. Leise summte sie ein Lied aus dem Musical, während sie aus dem Bett glitt und ins Bad huschte.
Lange ließ sie das heiße Wasser über ihren wohlgeformten Körper prasseln. Bald darauf waberten dicke Wasserdampfschwaden durch den Raum. Dann rief Schorsch:"Guten Morgen mein Schatz. Brauchst du noch lange?"


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BeitragVerfasst: Do 29. Okt 2009, 19:37 
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Etwas müde saßen Resi und Schorsch im Abteil des Intercitys nach Hamburg. Es regnete draußen und das Plätschern des Wassers und die Fahrgeräusche des Zugen bewirkten, dass sie schließlich beide ins Land der Träume entschlummerten. Sie hatten gestern (nein, eigentlich heute früh) noch lange gefeiert und sich danach noch lange in den Armen gelegen und gekuschelt. Das hat beide schlussendlich so rührselig gemacht, nach allem was sie erlebt hatten, dass sie den Entschluss gefasst hatten, endlich mal nach Hamburg zu fahren und sich einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen, nämlich Andrew Lloyd Webbers Musical Cats im Operettenhaus an der Reeperbahn live sehen. In ihrem normalen Leben wäre das nicht möglich gewesen, da dort nach 15 Jahren Cats schon lange andere Programme liefen. Nachdem beide eine Weile geschlafen hatten, wurden sie durch das jähe Bremsen des Zuges geweckt. Weder Resi noch Schorsch wussten gleich wo sie waren. Draußen war es mittlerweile stockdunkel geworden. Draußen zuckten ein paar Blaulichter durch die Nacht. Dann hörte man plötzlich auch das Jaulen von Sirenen. "Was da wohl passiert ist?"fragte Resi. "Keine Ahnung", antwortete ihr Freund, " ich hoffe nur, dass es nichts Schlimmes ist. Obwohl, bei Blaulicht und Sirene............................?"
In diesem Moment öffnete sich die Abteiltür und zwei Männer in Uniform fragten höflich aber bestimmt nach den Ausweispapieren. "Oh Mann," zuckte es erschrocken durch Resis Kopf, "wir haben doch gar keine!" Sie blickte die Beamten aber nur erstarrt und schweigsam an. Aber da griff Schorsch in seine Brieftasche und zog beide Ausweise aus der Tasche, wobei er allerdings etwas unsicher wirkte. Seine Freundin wunderte sich zwar etwas, war aber erstmal erleichtert. "Die Ausweise sehen ja aus, als wären sie hundert Jahre alt, was haben sie damit nur gemacht?" fragte der Polizist und reichte die Papiere, die laut Austellungsdatum druckfrisch waren, etwas erstaunt an Schorsch zurück. Der zuckte nur mit den Schultern und murmelte etwas Unverständliches vor sich hin. Draußen auf dem Gang tuschelten die Beamten miteinander. Resi verstand nur etwas von seltsame Papiere, kein Gepäck und erschrecktem Blick bei der Frau. Langsam entfernten sich dann aber doch die Schritte der Männer und die beiden atmeten erleichtert auf. "Woher hattest du denn plötzlich die Ausweise?"wollte Resi jetzt aber doch wissen. Schorsch erzählte ihr:"Weißt du das war so: Die Zukunftsresi hat die Ausweise extra aufgehoben, als sie abgelaufen waren. Sie dachte wohl schon, dass wir auftauchen und sie dann vielleicht brauchen würden. Nein, genauer gesagt, sie wusste es, denn sie hat das alles ja schon erlebt, was uns noch bevor steht." "Tja, so wird es wohl sein," überlegte Resi, "was ich aber nicht verstehe: Warum hat sie uns das alles nicht erzählt? Wir wären doch dann auf alles vorbereitet gewesen............."In diesem Moment fielen mehrere Schüsse. Jemand schrie in der Finsternis gequält auf. Alle Polizisten, die eben noch die Reisenden kontrolliert haben waren jetzt mit ihren Taschenlampen draußen unterwegs und beleuchteten die Szene. Noch immer war im Zug nicht auszumachen, was sich da eigentlich abspielte und die Reisenden begannen darüber zu diskutieren, was los sein könnte. Aus dem Nachbarabteil war zu hören, dass die Polizei wohl die Geldtransporträuber, die am Vortag 10 Millionen DM geraubt hatten, im Zug vermutete. Plötzlich hörte man eilige Schritte näher kommen und die Polizisten betraten wieder das Abteil in dem Resi und Schorsch saßen. "Gehört das zu ihrem Gepäck?" fragte einer der Beamten und zeigte auf eine Plastiktüte. Resi senkte den Blick und schwieg. Schorsch antwortete:" Uns gehört das nicht. Bisher ist mir die Tüte auch nicht weiter aufgefallen." "Hmmm", brummte der Uniformierte vor sich hin. Er nahm die Tüte und schaute hinein. "Ahaaaa," sagte er laut, " da habe wir es ja!" Dabei holt er eins von vielen Bündeln Geldscheine aus der Tüte. Erstaunt sahen Resi und Schorsch sich an und ahnten nichts Gutes. "Ich fürchte, wir werden uns etwas unterhalten müssen!", sprach der Beamte sie an. Da Resi und Schorsch aber nichts zu verbergen hatten und auch keine Fingerabdrücke von ihnen auf der Tüte sein konnten, sagte Schorsch frech zu dem Polizisten: "Schauen sie mal, wie blau jetzt ihre Finger sind. Das Geld scheint markiert zu sein, sowas habe ich schon mal im Krimi gesehen." Der Uniformierte stutze. Tatsächlich waren seine Finger ganz verfärbt.
"Das ist jedenfalls das Geld, das gestohlen wurde. Haben Sie beide etwas dazu zu sagen?""Wie ich schon gesagt habe, wir hatten die Tüte bislang nicht mal bemerkt. Wir können Ihnen da beim besten Willen nichts darüber sagen", antwortete Schorsch. "Seit München haben wir geschlafen, bis sie den Zug gestoppt haben." Der Polizist sagte darauf nur:" Also bis Hamburg wollen die fahren? Gut, dann bleiben Sie in diesem Abteil. Es könnte sein, dass wir noch weitere Fragen an sie haben."
Er notierte sich nochmal die Personalien, grüßte kurz und ging. Die bis dahin fast stumme Resi seufzte:" Mann, oh Mann, wo sind wir da bloß wieder hineingeraten?"" Stimmt. Einen Urlaub stelle ich mir auch andes vor," antwortete Schorsch, "wir müssen jetzt eben das Beste daraus machen. Wir haben schon Schlimmeres überstanden. Aber ich frage mich doch, wie die Bankräuber auf den Gedanken kommen, dass Geld einfach hier im Zug zu deponieren". "Vielleicht, haben sind sie ja noch irgendwo in der Nähe und warten nur auf einen geeigneten Moment ihre Beute wieder zu holen," überlegte Resi. "Ich denke eher, die haben das Färbemittel bemerkt, das man praktisch nicht abwaschen kann und das das Geld praktisch wertlos macht," entgegnete ihr Freund und sie musste ihm Recht geben. Das hatte sie nicht bedacht. "Ich frage mich, wer da eben bei der Schießerei getroffen wurde?", fragte sich Resi. Schorsch antwortete nicht sondern sah nur nachdenklich aus dem Fenster in die dunkle Nacht."So gezielt, wie sie wieder hier ins Abteil gestürmt sind, muß doch irgend jemand von den Bankräubern was ausgesagt haben!", sinnierte Resie weiter, "meinst du sie kommen wieder und wir bekommen ernsthafte Schwierigkeiten?" "Vielleicht wollten sie ja so ihre Verfolger loswerden, da das Geld ja sowieso für sie wertlos war, wegen des Färbemittels", erwiderte ihr Freund, "na egal, ich hoffe jedenfalls, dass wir unsere Reise jetzt in Ruhe fortsetzen können."

Ein paar Stunden später lief der Zug in Hamburg ein. Das helle Licht auf dem Bahnhof, die vielen Menschen die von einem Ort zum anderen eilten, die Lautsprecherdurschsagen, die Gerüche von den Imbissläden, das alles ließ das Liebespaar die letzten aufregenden Stunden vergessen. Kurz vor Hannover hatte man sie zwar noch gebeten, morgen auf dem Polizeipräsidium am Beliner Tor zu melden, aber das war wohl nur noch der Ordnung halber. Resi und Schorsch machten sich also auf den Weg zu ihrem Hotel, checkten ein und fielen bald darauf in einen erholsamen Schlaf. Helles Mondlicht schien auf die Zwei, die das aber gar nicht mehr bemerkten. Sie schliefen tief und fest, erholten sich von allen Abenteuern und Aufregungen der letzten Tage und es war gut so. Weiß man was der nächste Tag wieder mit sich bringen wird.
Morgens um 6 wurden die beiden aber schon wieder durch den ungewohnten Verkehrslärm geweckt. Resi reckte und streckte sich, Schorsch kroch aus dem Bett und schaute zum Fenster hinaus. Sie hatten einen herrlichen Blick über den Park "Planten und Blomen" zum Fernsehturm hin, der im Licht der aufgehenden Sonne aus einer dünnen Bodennebelschicht aufragte. Es schien ein wunderschöner Tag zu werden und das schlug sich auch auf die Stimmung der beiden nieder. Zuerst sollte mal ausgiebig gefrühstückt werden. Aber als Resi ihren Schorsch so im Sonnenlicht sah, kam ihr ganz anderes in den Sinn und sie lies wie zufällig den Träger ihres Nachthemdchens von der Schulter rutschen. Ihr Liebster sah das sofort und kam der unausgesprochenen Aufforderung gerne nach. Er nahm sie in den Arm und küsste sie leidenschaftlich. Seine Hand streichelte dabei die vollen Rundungen ihres Busens. Resi stöhnte auf, ihr Herz schlug schneller ........ Doch plötzlich klopfte es heftig an der Zimmertüre.
"Inspektor Grau! Darf ich mal kurz stören?" "Verdammt, hat man denn nie seine Ruhe" zischte Schorsch wütend. "Keine Angst, ich habe gute Nachrichten." Resi und ihr Freund schauten den Beamten, nachdem sie die Türe geöffnet hatten, gespannt an.
"Um es gleich vorweg zu schicken", fing der ihnen noch unbekannte Kommissar zu reden an, nachdem er sich ausgewiesen hat, "die Bankräuber haben umfassend gestanden und sie sind frei von jedem Verdacht." Erleichtert blickten die beiden Liebenden sich an. "Eine Belohnung für die Mithilfe bei der Wiederbeschaffung des Geldes steht ihnen wohl auch zu, da sie meinen Kollegen aus dem Zug auf die Tüte aufmerksam gemacht haben." "Juhuuu!," entfuhr es da Resi, "dann können wir ja unsere Urlaub hier ein bisschen verlängern." Schorsch hingegen schaute etwas ungläubig aus der Wäsche, da sie doch nichts dazu beigetragen hatten und fragte: "Was ist da im Zug eigentlich genau passiert?" Der Beamte schaute ihn erstaunt an. Dann sagte er verschämt grinsend: "Ach das können sie ja gar nicht alles mitbekommen haben. Das ging wohl alles zu schnell für Sie. Also das war folgendermaßen: Nach dem Bankraub hat ein Passant die Räuber unauffällig bis zum Bahnhof verfolgt und gesehen, wie sie in den Zug nach Hamburg stiegen. Deshalb haben wir dann den Zug an der bewussten Stelle anhalten lassen, um ihn zu durchsuchen. Als meine Kollegen dann auf die Verbrecher stießen, flohen sie aus dem Zug, genau den anderen Kollegenin die Arme. Dann kam es zur Schießerei, wobei ein Räuber verletzt wurde. Sie weigerten sich allerdings zu sagen wo die Beute war und ob sie noch Komplizen hatten. Ein aufmerksamer Reisender wies uns dann auf ihr Abteil hin, da er einen der Räuber dabei gesehen hatte, als er heraus kam.", erklärte der Polizist den beiden. Schorsch und Resi nickten verstehend. "Die Versicherung hat eine Belohnung von 10% der wiederbeschafften Summe ausgelobt und da wir als ermittelnde Beamte kein Anrecht darauf haben und die beiden Kollegen zu Protokoll gegben haben, dass sie die herrenlose Tüte auf ihren Hinweis hin überprüft haben, dürfte ihnen allein das Geld zustehen." "Juhuuuu!" entfuhr es da Resi. "Das sind ja ganz tolle Neuigkeiten!", freute sich Schorsch. "Es sind die ganzen 10Millionen DM in 1000DM Scheinen in der Tüte gewesen - 10000 Scheine !" Der Beamte klärte die beiden noch auf wo, wann und wie sie an den Finderlohn kommern würden und verabschiedete sich mit einem freundlichen Lächeln. "Eine Millionen € dafür, das wir im Abteil geschlafen haben, in dem Bankräuber ihre unbrauchbare Beute versteckt haben?", sinnierte Schorsch," Nicht übel!" Resi lachte lauthals auf. "Ja, so viel Glück ist doch unglaublich. Aber egal,...... jetzt machen wir uns einfach ein schönes Leben. Wir müssen jetzt überlegen, wie wir einen Teil des Geldes am besten anlegen, damit wir lange davon leben können."" Mit dem Geld in der Hinterhand können wir auch unsere Zeitmaschinen-Hütte so richtig ausnutzen." erwiderte Schorsch. Ganz verstand Resi das nicht, aber sie nickte zustimmend. Nach so viel Aufregung am Morgen war es jetzt höchste Zeit für ein Frühstück.
Nach 25 Minuten waren sie mit der Morgentoilette fertig und begaben sich ins Hotelrestaurant um sich am reichhaltigen Buffet zu stärken. Schorsch füllte sich seinen Teller, als wenn er eine ganze Fußballmannschaft verköstigen müsste. So eine Auswahl an Köstlichkeiten, gab es schließlich nicht jeden Tag und sein Hunger war groß. "Irgendwie kann ich das alles noch gar nicht glauben!"wiederholte Resi nun bestimmt schon zum 10. Mal, wie eine Schallplatte mit einem Sprung, "welch ein Glück! Nein so etwas .....".
"Wir gehen jetzt erst mal eine Runde drüben im Park Planten un Blomen spazieren, damit du mal wieder etwas klarer im Kopf wirst, mein Schatz," grinste Schorsch. "O.K.", stimmte Resi laut lachend zu. "Die frische Luft wird mir gut tun." Also machten die beiden sich auf den Weg. Es war ein wunderschöner Tag, die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel und schien sich mit ihnen zu freuen. Überall genossen Menschen den schönen Tag und die Kinder hatten ihren Spass an den verschiedenen Wasserspielen.
Nach einiger Zeit setzten sich die beiden Liebenden auf eine Parkbank und Schorsch fragte:"Wenn ich hier die vielen Kinder sehe, frage ich mich, wie du zu eigenen Kindern stehst. Hast du schon mal darüber nachgedacht, ob und wenn ja, wann du Kinder willst? Ich wünsche mir Kinder von dir.""Gegen zwei, drei Kinder hätte ich nichts auszusetzten, aber in der Zukunft habe ich keinen Hinweis darauf gesehen, das wir welche hätten", antwortete Resi nicht mehr ganz so fröhlich. "Hmm," überlegte Schorsch,"ich denke wir können die Zukunft mit unserer Zeithütte ändern, meinst du nicht?""Zumindest werden wir erfahren, wieviel Vorbestimmung es in unserem Leben gibt, und wie groß unser Einfluss darauf ist, wenn wir versuchen unser Schicksal zu ändern," antwortete ihr Schorsch, "aber zunächst mal lass uns unseren Urlaub jetzt mal in vollen Zügen genießen. Geld haben wir ja jetzt genug um es uns mal so richtig gut gehen zu lassen.""Vorsicht, noch haben wir es nicht auf dem Konto!"mahnte Resi. Schorsch lachte laut auf und ermahnte sie nicht immer so negativ zu denken.
Nach ihrem Bummel durch den Park stand eine Stadtrundfahrt mit der "Hummelbahn" auf dem Programm. Resi liebte es mit solch romantischen Fahrzeugen durch die Gegend zu bummeln. Am Hafen stiegen sie in eine Barkasse um mit der sie kreuz und Quer durch den Hafen und die alte Speicherstadt schipperten. Sie bewunderten die vielen historischen Gebäude und beobachteten das emsige Treiben der dort arbeitenden Menschen. "Hej Löcht" ("Er Lügt" So nennt man im Hafen die Barkassenkapitäne) hatte bei jeden Gebäude und jedem Schiff seine witzigen "Döntjes" (gem Wikipedia kleinere, zumeist heitere, fiktive Erzählung) auf Lager, und so gab es einiges zu lachen oder zumindest zu schmunzeln. Die Zeit verging wie im Fluge und der schöne Ausflug ging leider zu Ende. Aber am Abend würden sie ja noch zu Cats gehen. So machten sie sich auf ins Hotel um sich schick für den Abend zumachen. Aber vorher kehrten sie noch in einem Chinarestaurant ein um ihren Hunger zu stillen. Resi entschied sich für Frühlingsrolle und knusprige Ente mit Bambus und Morcheln, Schorsch wählte, wie meistes beim Chinesen, scharfes Rindfleich Szechuan-Art. Es dauerte nicht lange und das Mahl wurde ihnen serviert. Sie hatten offenbar ein gutes Restaurant gewählt, die Portionen waren so groß, dass sie sicher nicht hungrig weggehen würden, es war alles appetitlich angerichtet und duftete einfach herrlich. Man hätte denken können, dass Schorsch seit Tagen nicht gegessen hätte, so haute er rein und auch Resi ließ es sich schmecken. Satt und zufrieden lehnten sie sich nach der Mahlzeit zurück und nippen am Pflaumenwein, der ihnen als Aufmerksamkeit des Hauses nach dem Essen gereicht wurde. Zufrieden mit dem schönen Tag gab Schorsch ein fürstliches Trinkgeld, als er die Rechnung bezahlte. Resi lächelte ihn verzückt an. So einen schönen Tag hatten sie lange nicht mehr erlebt, und freute sich schon auf das Musical.
Sie fuhren mit einem Taxi zurück zum Hotel und machten sich hübsch für den Abend im Theater. Schon bald waberte der Wasserdampf im Badezimmer, weil Schorsch ein richtig heißes Duschbad nahm. Resi suchte einstweilen etwas Passendes zum Anziehen. Zwar hatte sie sich schon vor der Abreise für ein schickes Kleid entschieden, aber jetzt war sie doch wieder unschlüssig. Eine Weile probierte sie noch dies und das. Sie wollte doch schließlich besonders hübsch sein an diesem Abend. Endlich wählte sie ein rotes, recht kurzes Kleid, das sie aber noch aufbügelte, da es vom Transport etwas knitterig geworden war. Endlich kam auch Schorsch aus dem Bad. Er duftete nach Rasierwasser und sah umwerfend aus.
Als das bestellte Taxi vorfuhr küssten sich die beiden noch mal kurz und stiegen ein, um zum Operettenhaus auf der Reeperbahn zu fahren. Es herrschte sehr viel Verkehr und sie kamenn nur langsam voran. Gut, dass sie sich das Taxi sehr früh bestellt hatten. Außerdem war der Weg war auch nicht so weit, wie sie dachten, so dass sie sich im Foyer noch ein Glas Sekt gönnten. Als das Signal ertönte, machten sie sich auf den Weg um ihre Plätze einzunehmen. Resi war sehr aufgeregt. Lange schon hatte sie sich auf das Musical gefreut. Schlieslich ging das Licht ganz aus und nur ein paar Katzenaugen leuchteten im dunkeln, während langsam leise, ja fast vorsichtig die Musik einsetzte. Nach und nach schalteten sich Scheinwerfer ein, die die Szene beleuchteten. Die Musik wurde lauter und lauter, die Spannung stieg.
Resi und Schorsch waren im Nu von der Aufführung gefesselt. Die Darsteller waren sehr gut und und das Publikum wusste das durch mehrfachen Szenenapplaus zu würdigen. Schorsch wußte, dass sie es nur ihrer "Zeitmaschinenhütte verdankten so eine schöne Aufführung zu sehen, waren doch die späteren Versionen in Stuttgart, Frankfurt, oder anderswo im deutschsprachigen Raum nur ein müder Abklatsch der Hamburger Produktion.
Resi flüsterte ihrem Liebsten ins Ohr: " Ach Süßer, das ist ein Wahnsinn! Diese Schauspieler, Sänger, Tänzer! Ich wollte diese Musical immer schon sehen, aber soooooooo schön hatte ich es mir nicht mal in meinen Träumen vorgestellt! "Ja, so etwas live zu erleben ist schon was anderes, als im Fernsehn. Echt Klasse!" Gespannt verfolgten die beiden das weitere Geschehen auf der Bühne. In der Pause gönnten sich die beiden ein Gläschen Sekt. Sie genossen den Abend in vollen Zügen. Nach der Vorstellug bummelten sie noch über die "Sündige Meile" die ja direkt vor der Tür des Operettenhauses beginnt. Die schauten sich neugierig um. So viel hatten sie schon gehört davon und jetzt warfen sie endlich da und konnten alles bestaunen was da so ablief. Resi war schon etwas erstaunt, dass Schorsch trotz ihrer Anwesenheit von Damen des "Horizontalen Gewerbes " angesprochen wurde. Das hätte sie sich nicht gedacht, aber sie war auch noch nie in einer solchen Umgebung und hatte keine Ahnung was da alles so ablief. Aber nach dem schönen Abend nahm sie es mit Humor und lies sich die gute Laune nicht verderben. Sie schlenderten weiter die Straße entlang und beobachteten das Treiben dort amüsiert. Beide waren erstaunt, zu so später Stunde noch so viele Menschen unterwegs zu sehen, aber Hamburg Sankt Pauli kennt keine Sperrstunde. Schorsch fragte Resi ob sie noch irgendwo einkehren sollten, aber Resi war mittlerweile müde geworden und wollte lieber zurück ins Hotel. Eine knappe Stunde später schlummerten beide tief, fest und glücklich.

Resi reckte sich als die aufgehende Sonne ihre Nase kitzelte. Sie blickte auf Schorsch, der noch tief zu schlafen schien. Leise summte sie ein Lied aus dem Musical, während sie aus dem Bett glitt und ins Bad huschte.
Lange ließ sie das heiße Wasser über ihren wohlgeformten Körper prasseln. Bald darauf waberten dicke Wasserdampfschwaden durch den Raum. Dann rief Schorsch:"Guten Morgen mein Schatz. Brauchst du noch lange?" "Wieso? Hast du noch Termine?", erwiderte Resich lachend.


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BeitragVerfasst: Fr 30. Okt 2009, 02:52 
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Etwas müde saßen Resi und Schorsch im Abteil des Intercitys nach Hamburg. Es regnete draußen und das Plätschern des Wassers und die Fahrgeräusche des Zugen bewirkten, dass sie schließlich beide ins Land der Träume entschlummerten. Sie hatten gestern (nein, eigentlich heute früh) noch lange gefeiert und sich danach noch lange in den Armen gelegen und gekuschelt. Das hat beide schlussendlich so rührselig gemacht, nach allem was sie erlebt hatten, dass sie den Entschluss gefasst hatten, endlich mal nach Hamburg zu fahren und sich einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen, nämlich Andrew Lloyd Webbers Musical Cats im Operettenhaus an der Reeperbahn live sehen. In ihrem normalen Leben wäre das nicht möglich gewesen, da dort nach 15 Jahren Cats schon lange andere Programme liefen. Nachdem beide eine Weile geschlafen hatten, wurden sie durch das jähe Bremsen des Zuges geweckt. Weder Resi noch Schorsch wussten gleich wo sie waren. Draußen war es mittlerweile stockdunkel geworden. Draußen zuckten ein paar Blaulichter durch die Nacht. Dann hörte man plötzlich auch das Jaulen von Sirenen. "Was da wohl passiert ist?"fragte Resi. "Keine Ahnung", antwortete ihr Freund, " ich hoffe nur, dass es nichts Schlimmes ist. Obwohl, bei Blaulicht und Sirene............................?"
In diesem Moment öffnete sich die Abteiltür und zwei Männer in Uniform fragten höflich aber bestimmt nach den Ausweispapieren. "Oh Mann," zuckte es erschrocken durch Resis Kopf, "wir haben doch gar keine!" Sie blickte die Beamten aber nur erstarrt und schweigsam an. Aber da griff Schorsch in seine Brieftasche und zog beide Ausweise aus der Tasche, wobei er allerdings etwas unsicher wirkte. Seine Freundin wunderte sich zwar etwas, war aber erstmal erleichtert. "Die Ausweise sehen ja aus, als wären sie hundert Jahre alt, was haben sie damit nur gemacht?" fragte der Polizist und reichte die Papiere, die laut Austellungsdatum druckfrisch waren, etwas erstaunt an Schorsch zurück. Der zuckte nur mit den Schultern und murmelte etwas Unverständliches vor sich hin. Draußen auf dem Gang tuschelten die Beamten miteinander. Resi verstand nur etwas von seltsame Papiere, kein Gepäck und erschrecktem Blick bei der Frau. Langsam entfernten sich dann aber doch die Schritte der Männer und die beiden atmeten erleichtert auf. "Woher hattest du denn plötzlich die Ausweise?"wollte Resi jetzt aber doch wissen. Schorsch erzählte ihr:"Weißt du das war so: Die Zukunftsresi hat die Ausweise extra aufgehoben, als sie abgelaufen waren. Sie dachte wohl schon, dass wir auftauchen und sie dann vielleicht brauchen würden. Nein, genauer gesagt, sie wusste es, denn sie hat das alles ja schon erlebt, was uns noch bevor steht." "Tja, so wird es wohl sein," überlegte Resi, "was ich aber nicht verstehe: Warum hat sie uns das alles nicht erzählt? Wir wären doch dann auf alles vorbereitet gewesen............."In diesem Moment fielen mehrere Schüsse. Jemand schrie in der Finsternis gequält auf. Alle Polizisten, die eben noch die Reisenden kontrolliert haben waren jetzt mit ihren Taschenlampen draußen unterwegs und beleuchteten die Szene. Noch immer war im Zug nicht auszumachen, was sich da eigentlich abspielte und die Reisenden begannen darüber zu diskutieren, was los sein könnte. Aus dem Nachbarabteil war zu hören, dass die Polizei wohl die Geldtransporträuber, die am Vortag 10 Millionen DM geraubt hatten, im Zug vermutete. Plötzlich hörte man eilige Schritte näher kommen und die Polizisten betraten wieder das Abteil in dem Resi und Schorsch saßen. "Gehört das zu ihrem Gepäck?" fragte einer der Beamten und zeigte auf eine Plastiktüte. Resi senkte den Blick und schwieg. Schorsch antwortete:" Uns gehört das nicht. Bisher ist mir die Tüte auch nicht weiter aufgefallen." "Hmmm", brummte der Uniformierte vor sich hin. Er nahm die Tüte und schaute hinein. "Ahaaaa," sagte er laut, " da habe wir es ja!" Dabei holt er eins von vielen Bündeln Geldscheine aus der Tüte. Erstaunt sahen Resi und Schorsch sich an und ahnten nichts Gutes. "Ich fürchte, wir werden uns etwas unterhalten müssen!", sprach der Beamte sie an. Da Resi und Schorsch aber nichts zu verbergen hatten und auch keine Fingerabdrücke von ihnen auf der Tüte sein konnten, sagte Schorsch frech zu dem Polizisten: "Schauen sie mal, wie blau jetzt ihre Finger sind. Das Geld scheint markiert zu sein, sowas habe ich schon mal im Krimi gesehen." Der Uniformierte stutze. Tatsächlich waren seine Finger ganz verfärbt.
"Das ist jedenfalls das Geld, das gestohlen wurde. Haben Sie beide etwas dazu zu sagen?""Wie ich schon gesagt habe, wir hatten die Tüte bislang nicht mal bemerkt. Wir können Ihnen da beim besten Willen nichts darüber sagen", antwortete Schorsch. "Seit München haben wir geschlafen, bis sie den Zug gestoppt haben." Der Polizist sagte darauf nur:" Also bis Hamburg wollen die fahren? Gut, dann bleiben Sie in diesem Abteil. Es könnte sein, dass wir noch weitere Fragen an sie haben."
Er notierte sich nochmal die Personalien, grüßte kurz und ging. Die bis dahin fast stumme Resi seufzte:" Mann, oh Mann, wo sind wir da bloß wieder hineingeraten?"" Stimmt. Einen Urlaub stelle ich mir auch andes vor," antwortete Schorsch, "wir müssen jetzt eben das Beste daraus machen. Wir haben schon Schlimmeres überstanden. Aber ich frage mich doch, wie die Bankräuber auf den Gedanken kommen, dass Geld einfach hier im Zug zu deponieren". "Vielleicht, haben sind sie ja noch irgendwo in der Nähe und warten nur auf einen geeigneten Moment ihre Beute wieder zu holen," überlegte Resi. "Ich denke eher, die haben das Färbemittel bemerkt, das man praktisch nicht abwaschen kann und das das Geld praktisch wertlos macht," entgegnete ihr Freund und sie musste ihm Recht geben. Das hatte sie nicht bedacht. "Ich frage mich, wer da eben bei der Schießerei getroffen wurde?", fragte sich Resi. Schorsch antwortete nicht sondern sah nur nachdenklich aus dem Fenster in die dunkle Nacht."So gezielt, wie sie wieder hier ins Abteil gestürmt sind, muß doch irgend jemand von den Bankräubern was ausgesagt haben!", sinnierte Resie weiter, "meinst du sie kommen wieder und wir bekommen ernsthafte Schwierigkeiten?" "Vielleicht wollten sie ja so ihre Verfolger loswerden, da das Geld ja sowieso für sie wertlos war, wegen des Färbemittels", erwiderte ihr Freund, "na egal, ich hoffe jedenfalls, dass wir unsere Reise jetzt in Ruhe fortsetzen können."

Ein paar Stunden später lief der Zug in Hamburg ein. Das helle Licht auf dem Bahnhof, die vielen Menschen die von einem Ort zum anderen eilten, die Lautsprecherdurschsagen, die Gerüche von den Imbissläden, das alles ließ das Liebespaar die letzten aufregenden Stunden vergessen. Kurz vor Hannover hatte man sie zwar noch gebeten, morgen auf dem Polizeipräsidium am Beliner Tor zu melden, aber das war wohl nur noch der Ordnung halber. Resi und Schorsch machten sich also auf den Weg zu ihrem Hotel, checkten ein und fielen bald darauf in einen erholsamen Schlaf. Helles Mondlicht schien auf die Zwei, die das aber gar nicht mehr bemerkten. Sie schliefen tief und fest, erholten sich von allen Abenteuern und Aufregungen der letzten Tage und es war gut so. Weiß man was der nächste Tag wieder mit sich bringen wird.
Morgens um 6 wurden die beiden aber schon wieder durch den ungewohnten Verkehrslärm geweckt. Resi reckte und streckte sich, Schorsch kroch aus dem Bett und schaute zum Fenster hinaus. Sie hatten einen herrlichen Blick über den Park "Planten und Blomen" zum Fernsehturm hin, der im Licht der aufgehenden Sonne aus einer dünnen Bodennebelschicht aufragte. Es schien ein wunderschöner Tag zu werden und das schlug sich auch auf die Stimmung der beiden nieder. Zuerst sollte mal ausgiebig gefrühstückt werden. Aber als Resi ihren Schorsch so im Sonnenlicht sah, kam ihr ganz anderes in den Sinn und sie lies wie zufällig den Träger ihres Nachthemdchens von der Schulter rutschen. Ihr Liebster sah das sofort und kam der unausgesprochenen Aufforderung gerne nach. Er nahm sie in den Arm und küsste sie leidenschaftlich. Seine Hand streichelte dabei die vollen Rundungen ihres Busens. Resi stöhnte auf, ihr Herz schlug schneller ........ Doch plötzlich klopfte es heftig an der Zimmertüre.
"Inspektor Grau! Darf ich mal kurz stören?" "Verdammt, hat man denn nie seine Ruhe" zischte Schorsch wütend. "Keine Angst, ich habe gute Nachrichten." Resi und ihr Freund schauten den Beamten, nachdem sie die Türe geöffnet hatten, gespannt an.
"Um es gleich vorweg zu schicken", fing der ihnen noch unbekannte Kommissar zu reden an, nachdem er sich ausgewiesen hat, "die Bankräuber haben umfassend gestanden und sie sind frei von jedem Verdacht." Erleichtert blickten die beiden Liebenden sich an. "Eine Belohnung für die Mithilfe bei der Wiederbeschaffung des Geldes steht ihnen wohl auch zu, da sie meinen Kollegen aus dem Zug auf die Tüte aufmerksam gemacht haben." "Juhuuu!," entfuhr es da Resi, "dann können wir ja unsere Urlaub hier ein bisschen verlängern." Schorsch hingegen schaute etwas ungläubig aus der Wäsche, da sie doch nichts dazu beigetragen hatten und fragte: "Was ist da im Zug eigentlich genau passiert?" Der Beamte schaute ihn erstaunt an. Dann sagte er verschämt grinsend: "Ach das können sie ja gar nicht alles mitbekommen haben. Das ging wohl alles zu schnell für Sie. Also das war folgendermaßen: Nach dem Bankraub hat ein Passant die Räuber unauffällig bis zum Bahnhof verfolgt und gesehen, wie sie in den Zug nach Hamburg stiegen. Deshalb haben wir dann den Zug an der bewussten Stelle anhalten lassen, um ihn zu durchsuchen. Als meine Kollegen dann auf die Verbrecher stießen, flohen sie aus dem Zug, genau den anderen Kollegenin die Arme. Dann kam es zur Schießerei, wobei ein Räuber verletzt wurde. Sie weigerten sich allerdings zu sagen wo die Beute war und ob sie noch Komplizen hatten. Ein aufmerksamer Reisender wies uns dann auf ihr Abteil hin, da er einen der Räuber dabei gesehen hatte, als er heraus kam.", erklärte der Polizist den beiden. Schorsch und Resi nickten verstehend. "Die Versicherung hat eine Belohnung von 10% der wiederbeschafften Summe ausgelobt und da wir als ermittelnde Beamte kein Anrecht darauf haben und die beiden Kollegen zu Protokoll gegben haben, dass sie die herrenlose Tüte auf ihren Hinweis hin überprüft haben, dürfte ihnen allein das Geld zustehen." "Juhuuuu!" entfuhr es da Resi. "Das sind ja ganz tolle Neuigkeiten!", freute sich Schorsch. "Es sind die ganzen 10Millionen DM in 1000DM Scheinen in der Tüte gewesen - 10000 Scheine !" Der Beamte klärte die beiden noch auf wo, wann und wie sie an den Finderlohn kommern würden und verabschiedete sich mit einem freundlichen Lächeln. "Eine Millionen € dafür, das wir im Abteil geschlafen haben, in dem Bankräuber ihre unbrauchbare Beute versteckt haben?", sinnierte Schorsch," Nicht übel!" Resi lachte lauthals auf. "Ja, so viel Glück ist doch unglaublich. Aber egal,...... jetzt machen wir uns einfach ein schönes Leben. Wir müssen jetzt überlegen, wie wir einen Teil des Geldes am besten anlegen, damit wir lange davon leben können."" Mit dem Geld in der Hinterhand können wir auch unsere Zeitmaschinen-Hütte so richtig ausnutzen." erwiderte Schorsch. Ganz verstand Resi das nicht, aber sie nickte zustimmend. Nach so viel Aufregung am Morgen war es jetzt höchste Zeit für ein Frühstück.
Nach 25 Minuten waren sie mit der Morgentoilette fertig und begaben sich ins Hotelrestaurant um sich am reichhaltigen Buffet zu stärken. Schorsch füllte sich seinen Teller, als wenn er eine ganze Fußballmannschaft verköstigen müsste. So eine Auswahl an Köstlichkeiten, gab es schließlich nicht jeden Tag und sein Hunger war groß. "Irgendwie kann ich das alles noch gar nicht glauben!"wiederholte Resi nun bestimmt schon zum 10. Mal, wie eine Schallplatte mit einem Sprung, "welch ein Glück! Nein so etwas .....".
"Wir gehen jetzt erst mal eine Runde drüben im Park Planten un Blomen spazieren, damit du mal wieder etwas klarer im Kopf wirst, mein Schatz," grinste Schorsch. "O.K.", stimmte Resi laut lachend zu. "Die frische Luft wird mir gut tun." Also machten die beiden sich auf den Weg. Es war ein wunderschöner Tag, die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel und schien sich mit ihnen zu freuen. Überall genossen Menschen den schönen Tag und die Kinder hatten ihren Spass an den verschiedenen Wasserspielen.
Nach einiger Zeit setzten sich die beiden Liebenden auf eine Parkbank und Schorsch fragte:"Wenn ich hier die vielen Kinder sehe, frage ich mich, wie du zu eigenen Kindern stehst. Hast du schon mal darüber nachgedacht, ob und wenn ja, wann du Kinder willst? Ich wünsche mir Kinder von dir.""Gegen zwei, drei Kinder hätte ich nichts auszusetzten, aber in der Zukunft habe ich keinen Hinweis darauf gesehen, das wir welche hätten", antwortete Resi nicht mehr ganz so fröhlich. "Hmm," überlegte Schorsch,"ich denke wir können die Zukunft mit unserer Zeithütte ändern, meinst du nicht?""Zumindest werden wir erfahren, wieviel Vorbestimmung es in unserem Leben gibt, und wie groß unser Einfluss darauf ist, wenn wir versuchen unser Schicksal zu ändern," antwortete ihr Schorsch, "aber zunächst mal lass uns unseren Urlaub jetzt mal in vollen Zügen genießen. Geld haben wir ja jetzt genug um es uns mal so richtig gut gehen zu lassen.""Vorsicht, noch haben wir es nicht auf dem Konto!"mahnte Resi. Schorsch lachte laut auf und ermahnte sie nicht immer so negativ zu denken.
Nach ihrem Bummel durch den Park stand eine Stadtrundfahrt mit der "Hummelbahn" auf dem Programm. Resi liebte es mit solch romantischen Fahrzeugen durch die Gegend zu bummeln. Am Hafen stiegen sie in eine Barkasse um mit der sie kreuz und Quer durch den Hafen und die alte Speicherstadt schipperten. Sie bewunderten die vielen historischen Gebäude und beobachteten das emsige Treiben der dort arbeitenden Menschen. "Hej Löcht" ("Er Lügt" So nennt man im Hafen die Barkassenkapitäne) hatte bei jeden Gebäude und jedem Schiff seine witzigen "Döntjes" (gem Wikipedia kleinere, zumeist heitere, fiktive Erzählung) auf Lager, und so gab es einiges zu lachen oder zumindest zu schmunzeln. Die Zeit verging wie im Fluge und der schöne Ausflug ging leider zu Ende. Aber am Abend würden sie ja noch zu Cats gehen. So machten sie sich auf ins Hotel um sich schick für den Abend zumachen. Aber vorher kehrten sie noch in einem Chinarestaurant ein um ihren Hunger zu stillen. Resi entschied sich für Frühlingsrolle und knusprige Ente mit Bambus und Morcheln, Schorsch wählte, wie meistes beim Chinesen, scharfes Rindfleich Szechuan-Art. Es dauerte nicht lange und das Mahl wurde ihnen serviert. Sie hatten offenbar ein gutes Restaurant gewählt, die Portionen waren so groß, dass sie sicher nicht hungrig weggehen würden, es war alles appetitlich angerichtet und duftete einfach herrlich. Man hätte denken können, dass Schorsch seit Tagen nicht gegessen hätte, so haute er rein und auch Resi ließ es sich schmecken. Satt und zufrieden lehnten sie sich nach der Mahlzeit zurück und nippen am Pflaumenwein, der ihnen als Aufmerksamkeit des Hauses nach dem Essen gereicht wurde. Zufrieden mit dem schönen Tag gab Schorsch ein fürstliches Trinkgeld, als er die Rechnung bezahlte. Resi lächelte ihn verzückt an. So einen schönen Tag hatten sie lange nicht mehr erlebt, und freute sich schon auf das Musical.
Sie fuhren mit einem Taxi zurück zum Hotel und machten sich hübsch für den Abend im Theater. Schon bald waberte der Wasserdampf im Badezimmer, weil Schorsch ein richtig heißes Duschbad nahm. Resi suchte einstweilen etwas Passendes zum Anziehen. Zwar hatte sie sich schon vor der Abreise für ein schickes Kleid entschieden, aber jetzt war sie doch wieder unschlüssig. Eine Weile probierte sie noch dies und das. Sie wollte doch schließlich besonders hübsch sein an diesem Abend. Endlich wählte sie ein rotes, recht kurzes Kleid, das sie aber noch aufbügelte, da es vom Transport etwas knitterig geworden war. Endlich kam auch Schorsch aus dem Bad. Er duftete nach Rasierwasser und sah umwerfend aus.
Als das bestellte Taxi vorfuhr küssten sich die beiden noch mal kurz und stiegen ein, um zum Operettenhaus auf der Reeperbahn zu fahren. Es herrschte sehr viel Verkehr und sie kamenn nur langsam voran. Gut, dass sie sich das Taxi sehr früh bestellt hatten. Außerdem war der Weg war auch nicht so weit, wie sie dachten, so dass sie sich im Foyer noch ein Glas Sekt gönnten. Als das Signal ertönte, machten sie sich auf den Weg um ihre Plätze einzunehmen. Resi war sehr aufgeregt. Lange schon hatte sie sich auf das Musical gefreut. Schlieslich ging das Licht ganz aus und nur ein paar Katzenaugen leuchteten im dunkeln, während langsam leise, ja fast vorsichtig die Musik einsetzte. Nach und nach schalteten sich Scheinwerfer ein, die die Szene beleuchteten. Die Musik wurde lauter und lauter, die Spannung stieg.
Resi und Schorsch waren im Nu von der Aufführung gefesselt. Die Darsteller waren sehr gut und und das Publikum wusste das durch mehrfachen Szenenapplaus zu würdigen. Schorsch wußte, dass sie es nur ihrer "Zeitmaschinenhütte verdankten so eine schöne Aufführung zu sehen, waren doch die späteren Versionen in Stuttgart, Frankfurt, oder anderswo im deutschsprachigen Raum nur ein müder Abklatsch der Hamburger Produktion.
Resi flüsterte ihrem Liebsten ins Ohr: " Ach Süßer, das ist ein Wahnsinn! Diese Schauspieler, Sänger, Tänzer! Ich wollte diese Musical immer schon sehen, aber soooooooo schön hatte ich es mir nicht mal in meinen Träumen vorgestellt! "Ja, so etwas live zu erleben ist schon was anderes, als im Fernsehn. Echt Klasse!" Gespannt verfolgten die beiden das weitere Geschehen auf der Bühne. In der Pause gönnten sich die beiden ein Gläschen Sekt. Sie genossen den Abend in vollen Zügen. Nach der Vorstellug bummelten sie noch über die "Sündige Meile" die ja direkt vor der Tür des Operettenhauses beginnt. Die schauten sich neugierig um. So viel hatten sie schon gehört davon und jetzt warfen sie endlich da und konnten alles bestaunen was da so ablief. Resi war schon etwas erstaunt, dass Schorsch trotz ihrer Anwesenheit von Damen des "Horizontalen Gewerbes " angesprochen wurde. Das hätte sie sich nicht gedacht, aber sie war auch noch nie in einer solchen Umgebung und hatte keine Ahnung was da alles so ablief. Aber nach dem schönen Abend nahm sie es mit Humor und lies sich die gute Laune nicht verderben. Sie schlenderten weiter die Straße entlang und beobachteten das Treiben dort amüsiert. Beide waren erstaunt, zu so später Stunde noch so viele Menschen unterwegs zu sehen, aber Hamburg Sankt Pauli kennt keine Sperrstunde. Schorsch fragte Resi ob sie noch irgendwo einkehren sollten, aber Resi war mittlerweile müde geworden und wollte lieber zurück ins Hotel. Eine knappe Stunde später schlummerten beide tief, fest und glücklich.

Resi reckte sich als die aufgehende Sonne ihre Nase kitzelte. Sie blickte auf Schorsch, der noch tief zu schlafen schien. Leise summte sie ein Lied aus dem Musical, während sie aus dem Bett glitt und ins Bad huschte.
Lange ließ sie das heiße Wasser über ihren wohlgeformten Körper prasseln. Bald darauf waberten dicke Wasserdampfschwaden durch den Raum. Dann rief Schorsch:"Guten Morgen mein Schatz. Brauchst du noch lange?" "Wieso? Hast du noch Termine?", erwiderte Resi lachend. "Komm doch mit unter die Dusche, wenn du es so eilig hast".


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BeitragVerfasst: Fr 30. Okt 2009, 18:35 
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Etwas müde saßen Resi und Schorsch im Abteil des Intercitys nach Hamburg. Es regnete draußen und das Plätschern des Wassers und die Fahrgeräusche des Zugen bewirkten, dass sie schließlich beide ins Land der Träume entschlummerten. Sie hatten gestern (nein, eigentlich heute früh) noch lange gefeiert und sich danach noch lange in den Armen gelegen und gekuschelt. Das hat beide schlussendlich so rührselig gemacht, nach allem was sie erlebt hatten, dass sie den Entschluss gefasst hatten, endlich mal nach Hamburg zu fahren und sich einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen, nämlich Andrew Lloyd Webbers Musical Cats im Operettenhaus an der Reeperbahn live sehen. In ihrem normalen Leben wäre das nicht möglich gewesen, da dort nach 15 Jahren Cats schon lange andere Programme liefen. Nachdem beide eine Weile geschlafen hatten, wurden sie durch das jähe Bremsen des Zuges geweckt. Weder Resi noch Schorsch wussten gleich wo sie waren. Draußen war es mittlerweile stockdunkel geworden. Draußen zuckten ein paar Blaulichter durch die Nacht. Dann hörte man plötzlich auch das Jaulen von Sirenen. "Was da wohl passiert ist?"fragte Resi. "Keine Ahnung", antwortete ihr Freund, " ich hoffe nur, dass es nichts Schlimmes ist. Obwohl, bei Blaulicht und Sirene............................?"
In diesem Moment öffnete sich die Abteiltür und zwei Männer in Uniform fragten höflich aber bestimmt nach den Ausweispapieren. "Oh Mann," zuckte es erschrocken durch Resis Kopf, "wir haben doch gar keine!" Sie blickte die Beamten aber nur erstarrt und schweigsam an. Aber da griff Schorsch in seine Brieftasche und zog beide Ausweise aus der Tasche, wobei er allerdings etwas unsicher wirkte. Seine Freundin wunderte sich zwar etwas, war aber erstmal erleichtert. "Die Ausweise sehen ja aus, als wären sie hundert Jahre alt, was haben sie damit nur gemacht?" fragte der Polizist und reichte die Papiere, die laut Austellungsdatum druckfrisch waren, etwas erstaunt an Schorsch zurück. Der zuckte nur mit den Schultern und murmelte etwas Unverständliches vor sich hin. Draußen auf dem Gang tuschelten die Beamten miteinander. Resi verstand nur etwas von seltsame Papiere, kein Gepäck und erschrecktem Blick bei der Frau. Langsam entfernten sich dann aber doch die Schritte der Männer und die beiden atmeten erleichtert auf. "Woher hattest du denn plötzlich die Ausweise?"wollte Resi jetzt aber doch wissen. Schorsch erzählte ihr:"Weißt du das war so: Die Zukunftsresi hat die Ausweise extra aufgehoben, als sie abgelaufen waren. Sie dachte wohl schon, dass wir auftauchen und sie dann vielleicht brauchen würden. Nein, genauer gesagt, sie wusste es, denn sie hat das alles ja schon erlebt, was uns noch bevor steht." "Tja, so wird es wohl sein," überlegte Resi, "was ich aber nicht verstehe: Warum hat sie uns das alles nicht erzählt? Wir wären doch dann auf alles vorbereitet gewesen............."In diesem Moment fielen mehrere Schüsse. Jemand schrie in der Finsternis gequält auf. Alle Polizisten, die eben noch die Reisenden kontrolliert haben waren jetzt mit ihren Taschenlampen draußen unterwegs und beleuchteten die Szene. Noch immer war im Zug nicht auszumachen, was sich da eigentlich abspielte und die Reisenden begannen darüber zu diskutieren, was los sein könnte. Aus dem Nachbarabteil war zu hören, dass die Polizei wohl die Geldtransporträuber, die am Vortag 10 Millionen DM geraubt hatten, im Zug vermutete. Plötzlich hörte man eilige Schritte näher kommen und die Polizisten betraten wieder das Abteil in dem Resi und Schorsch saßen. "Gehört das zu ihrem Gepäck?" fragte einer der Beamten und zeigte auf eine Plastiktüte. Resi senkte den Blick und schwieg. Schorsch antwortete:" Uns gehört das nicht. Bisher ist mir die Tüte auch nicht weiter aufgefallen." "Hmmm", brummte der Uniformierte vor sich hin. Er nahm die Tüte und schaute hinein. "Ahaaaa," sagte er laut, " da habe wir es ja!" Dabei holt er eins von vielen Bündeln Geldscheine aus der Tüte. Erstaunt sahen Resi und Schorsch sich an und ahnten nichts Gutes. "Ich fürchte, wir werden uns etwas unterhalten müssen!", sprach der Beamte sie an. Da Resi und Schorsch aber nichts zu verbergen hatten und auch keine Fingerabdrücke von ihnen auf der Tüte sein konnten, sagte Schorsch frech zu dem Polizisten: "Schauen sie mal, wie blau jetzt ihre Finger sind. Das Geld scheint markiert zu sein, sowas habe ich schon mal im Krimi gesehen." Der Uniformierte stutze. Tatsächlich waren seine Finger ganz verfärbt.
"Das ist jedenfalls das Geld, das gestohlen wurde. Haben Sie beide etwas dazu zu sagen?""Wie ich schon gesagt habe, wir hatten die Tüte bislang nicht mal bemerkt. Wir können Ihnen da beim besten Willen nichts darüber sagen", antwortete Schorsch. "Seit München haben wir geschlafen, bis sie den Zug gestoppt haben." Der Polizist sagte darauf nur:" Also bis Hamburg wollen die fahren? Gut, dann bleiben Sie in diesem Abteil. Es könnte sein, dass wir noch weitere Fragen an sie haben."
Er notierte sich nochmal die Personalien, grüßte kurz und ging. Die bis dahin fast stumme Resi seufzte:" Mann, oh Mann, wo sind wir da bloß wieder hineingeraten?"" Stimmt. Einen Urlaub stelle ich mir auch andes vor," antwortete Schorsch, "wir müssen jetzt eben das Beste daraus machen. Wir haben schon Schlimmeres überstanden. Aber ich frage mich doch, wie die Bankräuber auf den Gedanken kommen, dass Geld einfach hier im Zug zu deponieren". "Vielleicht, haben sind sie ja noch irgendwo in der Nähe und warten nur auf einen geeigneten Moment ihre Beute wieder zu holen," überlegte Resi. "Ich denke eher, die haben das Färbemittel bemerkt, das man praktisch nicht abwaschen kann und das das Geld praktisch wertlos macht," entgegnete ihr Freund und sie musste ihm Recht geben. Das hatte sie nicht bedacht. "Ich frage mich, wer da eben bei der Schießerei getroffen wurde?", fragte sich Resi. Schorsch antwortete nicht sondern sah nur nachdenklich aus dem Fenster in die dunkle Nacht."So gezielt, wie sie wieder hier ins Abteil gestürmt sind, muß doch irgend jemand von den Bankräubern was ausgesagt haben!", sinnierte Resie weiter, "meinst du sie kommen wieder und wir bekommen ernsthafte Schwierigkeiten?" "Vielleicht wollten sie ja so ihre Verfolger loswerden, da das Geld ja sowieso für sie wertlos war, wegen des Färbemittels", erwiderte ihr Freund, "na egal, ich hoffe jedenfalls, dass wir unsere Reise jetzt in Ruhe fortsetzen können."

Ein paar Stunden später lief der Zug in Hamburg ein. Das helle Licht auf dem Bahnhof, die vielen Menschen die von einem Ort zum anderen eilten, die Lautsprecherdurschsagen, die Gerüche von den Imbissläden, das alles ließ das Liebespaar die letzten aufregenden Stunden vergessen. Kurz vor Hannover hatte man sie zwar noch gebeten, morgen auf dem Polizeipräsidium am Beliner Tor zu melden, aber das war wohl nur noch der Ordnung halber. Resi und Schorsch machten sich also auf den Weg zu ihrem Hotel, checkten ein und fielen bald darauf in einen erholsamen Schlaf. Helles Mondlicht schien auf die Zwei, die das aber gar nicht mehr bemerkten. Sie schliefen tief und fest, erholten sich von allen Abenteuern und Aufregungen der letzten Tage und es war gut so. Weiß man was der nächste Tag wieder mit sich bringen wird.
Morgens um 6 wurden die beiden aber schon wieder durch den ungewohnten Verkehrslärm geweckt. Resi reckte und streckte sich, Schorsch kroch aus dem Bett und schaute zum Fenster hinaus. Sie hatten einen herrlichen Blick über den Park "Planten und Blomen" zum Fernsehturm hin, der im Licht der aufgehenden Sonne aus einer dünnen Bodennebelschicht aufragte. Es schien ein wunderschöner Tag zu werden und das schlug sich auch auf die Stimmung der beiden nieder. Zuerst sollte mal ausgiebig gefrühstückt werden. Aber als Resi ihren Schorsch so im Sonnenlicht sah, kam ihr ganz anderes in den Sinn und sie lies wie zufällig den Träger ihres Nachthemdchens von der Schulter rutschen. Ihr Liebster sah das sofort und kam der unausgesprochenen Aufforderung gerne nach. Er nahm sie in den Arm und küsste sie leidenschaftlich. Seine Hand streichelte dabei die vollen Rundungen ihres Busens. Resi stöhnte auf, ihr Herz schlug schneller ........ Doch plötzlich klopfte es heftig an der Zimmertüre.
"Inspektor Grau! Darf ich mal kurz stören?" "Verdammt, hat man denn nie seine Ruhe" zischte Schorsch wütend. "Keine Angst, ich habe gute Nachrichten." Resi und ihr Freund schauten den Beamten, nachdem sie die Türe geöffnet hatten, gespannt an.
"Um es gleich vorweg zu schicken", fing der ihnen noch unbekannte Kommissar zu reden an, nachdem er sich ausgewiesen hat, "die Bankräuber haben umfassend gestanden und sie sind frei von jedem Verdacht." Erleichtert blickten die beiden Liebenden sich an. "Eine Belohnung für die Mithilfe bei der Wiederbeschaffung des Geldes steht ihnen wohl auch zu, da sie meinen Kollegen aus dem Zug auf die Tüte aufmerksam gemacht haben." "Juhuuu!," entfuhr es da Resi, "dann können wir ja unsere Urlaub hier ein bisschen verlängern." Schorsch hingegen schaute etwas ungläubig aus der Wäsche, da sie doch nichts dazu beigetragen hatten und fragte: "Was ist da im Zug eigentlich genau passiert?" Der Beamte schaute ihn erstaunt an. Dann sagte er verschämt grinsend: "Ach das können sie ja gar nicht alles mitbekommen haben. Das ging wohl alles zu schnell für Sie. Also das war folgendermaßen: Nach dem Bankraub hat ein Passant die Räuber unauffällig bis zum Bahnhof verfolgt und gesehen, wie sie in den Zug nach Hamburg stiegen. Deshalb haben wir dann den Zug an der bewussten Stelle anhalten lassen, um ihn zu durchsuchen. Als meine Kollegen dann auf die Verbrecher stießen, flohen sie aus dem Zug, genau den anderen Kollegenin die Arme. Dann kam es zur Schießerei, wobei ein Räuber verletzt wurde. Sie weigerten sich allerdings zu sagen wo die Beute war und ob sie noch Komplizen hatten. Ein aufmerksamer Reisender wies uns dann auf ihr Abteil hin, da er einen der Räuber dabei gesehen hatte, als er heraus kam.", erklärte der Polizist den beiden. Schorsch und Resi nickten verstehend. "Die Versicherung hat eine Belohnung von 10% der wiederbeschafften Summe ausgelobt und da wir als ermittelnde Beamte kein Anrecht darauf haben und die beiden Kollegen zu Protokoll gegben haben, dass sie die herrenlose Tüte auf ihren Hinweis hin überprüft haben, dürfte ihnen allein das Geld zustehen." "Juhuuuu!" entfuhr es da Resi. "Das sind ja ganz tolle Neuigkeiten!", freute sich Schorsch. "Es sind die ganzen 10Millionen DM in 1000DM Scheinen in der Tüte gewesen - 10000 Scheine !" Der Beamte klärte die beiden noch auf wo, wann und wie sie an den Finderlohn kommern würden und verabschiedete sich mit einem freundlichen Lächeln. "Eine Millionen € dafür, das wir im Abteil geschlafen haben, in dem Bankräuber ihre unbrauchbare Beute versteckt haben?", sinnierte Schorsch," Nicht übel!" Resi lachte lauthals auf. "Ja, so viel Glück ist doch unglaublich. Aber egal,...... jetzt machen wir uns einfach ein schönes Leben. Wir müssen jetzt überlegen, wie wir einen Teil des Geldes am besten anlegen, damit wir lange davon leben können."" Mit dem Geld in der Hinterhand können wir auch unsere Zeitmaschinen-Hütte so richtig ausnutzen." erwiderte Schorsch. Ganz verstand Resi das nicht, aber sie nickte zustimmend. Nach so viel Aufregung am Morgen war es jetzt höchste Zeit für ein Frühstück.
Nach 25 Minuten waren sie mit der Morgentoilette fertig und begaben sich ins Hotelrestaurant um sich am reichhaltigen Buffet zu stärken. Schorsch füllte sich seinen Teller, als wenn er eine ganze Fußballmannschaft verköstigen müsste. So eine Auswahl an Köstlichkeiten, gab es schließlich nicht jeden Tag und sein Hunger war groß. "Irgendwie kann ich das alles noch gar nicht glauben!"wiederholte Resi nun bestimmt schon zum 10. Mal, wie eine Schallplatte mit einem Sprung, "welch ein Glück! Nein so etwas .....".
"Wir gehen jetzt erst mal eine Runde drüben im Park Planten un Blomen spazieren, damit du mal wieder etwas klarer im Kopf wirst, mein Schatz," grinste Schorsch. "O.K.", stimmte Resi laut lachend zu. "Die frische Luft wird mir gut tun." Also machten die beiden sich auf den Weg. Es war ein wunderschöner Tag, die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel und schien sich mit ihnen zu freuen. Überall genossen Menschen den schönen Tag und die Kinder hatten ihren Spass an den verschiedenen Wasserspielen.
Nach einiger Zeit setzten sich die beiden Liebenden auf eine Parkbank und Schorsch fragte:"Wenn ich hier die vielen Kinder sehe, frage ich mich, wie du zu eigenen Kindern stehst. Hast du schon mal darüber nachgedacht, ob und wenn ja, wann du Kinder willst? Ich wünsche mir Kinder von dir.""Gegen zwei, drei Kinder hätte ich nichts auszusetzten, aber in der Zukunft habe ich keinen Hinweis darauf gesehen, das wir welche hätten", antwortete Resi nicht mehr ganz so fröhlich. "Hmm," überlegte Schorsch,"ich denke wir können die Zukunft mit unserer Zeithütte ändern, meinst du nicht?""Zumindest werden wir erfahren, wieviel Vorbestimmung es in unserem Leben gibt, und wie groß unser Einfluss darauf ist, wenn wir versuchen unser Schicksal zu ändern," antwortete ihr Schorsch, "aber zunächst mal lass uns unseren Urlaub jetzt mal in vollen Zügen genießen. Geld haben wir ja jetzt genug um es uns mal so richtig gut gehen zu lassen.""Vorsicht, noch haben wir es nicht auf dem Konto!"mahnte Resi. Schorsch lachte laut auf und ermahnte sie nicht immer so negativ zu denken.
Nach ihrem Bummel durch den Park stand eine Stadtrundfahrt mit der "Hummelbahn" auf dem Programm. Resi liebte es mit solch romantischen Fahrzeugen durch die Gegend zu bummeln. Am Hafen stiegen sie in eine Barkasse um mit der sie kreuz und Quer durch den Hafen und die alte Speicherstadt schipperten. Sie bewunderten die vielen historischen Gebäude und beobachteten das emsige Treiben der dort arbeitenden Menschen. "Hej Löcht" ("Er Lügt" So nennt man im Hafen die Barkassenkapitäne) hatte bei jeden Gebäude und jedem Schiff seine witzigen "Döntjes" (gem Wikipedia kleinere, zumeist heitere, fiktive Erzählung) auf Lager, und so gab es einiges zu lachen oder zumindest zu schmunzeln. Die Zeit verging wie im Fluge und der schöne Ausflug ging leider zu Ende. Aber am Abend würden sie ja noch zu Cats gehen. So machten sie sich auf ins Hotel um sich schick für den Abend zumachen. Aber vorher kehrten sie noch in einem Chinarestaurant ein um ihren Hunger zu stillen. Resi entschied sich für Frühlingsrolle und knusprige Ente mit Bambus und Morcheln, Schorsch wählte, wie meistes beim Chinesen, scharfes Rindfleich Szechuan-Art. Es dauerte nicht lange und das Mahl wurde ihnen serviert. Sie hatten offenbar ein gutes Restaurant gewählt, die Portionen waren so groß, dass sie sicher nicht hungrig weggehen würden, es war alles appetitlich angerichtet und duftete einfach herrlich. Man hätte denken können, dass Schorsch seit Tagen nicht gegessen hätte, so haute er rein und auch Resi ließ es sich schmecken. Satt und zufrieden lehnten sie sich nach der Mahlzeit zurück und nippen am Pflaumenwein, der ihnen als Aufmerksamkeit des Hauses nach dem Essen gereicht wurde. Zufrieden mit dem schönen Tag gab Schorsch ein fürstliches Trinkgeld, als er die Rechnung bezahlte. Resi lächelte ihn verzückt an. So einen schönen Tag hatten sie lange nicht mehr erlebt, und freute sich schon auf das Musical.
Sie fuhren mit einem Taxi zurück zum Hotel und machten sich hübsch für den Abend im Theater. Schon bald waberte der Wasserdampf im Badezimmer, weil Schorsch ein richtig heißes Duschbad nahm. Resi suchte einstweilen etwas Passendes zum Anziehen. Zwar hatte sie sich schon vor der Abreise für ein schickes Kleid entschieden, aber jetzt war sie doch wieder unschlüssig. Eine Weile probierte sie noch dies und das. Sie wollte doch schließlich besonders hübsch sein an diesem Abend. Endlich wählte sie ein rotes, recht kurzes Kleid, das sie aber noch aufbügelte, da es vom Transport etwas knitterig geworden war. Endlich kam auch Schorsch aus dem Bad. Er duftete nach Rasierwasser und sah umwerfend aus.
Als das bestellte Taxi vorfuhr küssten sich die beiden noch mal kurz und stiegen ein, um zum Operettenhaus auf der Reeperbahn zu fahren. Es herrschte sehr viel Verkehr und sie kamenn nur langsam voran. Gut, dass sie sich das Taxi sehr früh bestellt hatten. Außerdem war der Weg war auch nicht so weit, wie sie dachten, so dass sie sich im Foyer noch ein Glas Sekt gönnten. Als das Signal ertönte, machten sie sich auf den Weg um ihre Plätze einzunehmen. Resi war sehr aufgeregt. Lange schon hatte sie sich auf das Musical gefreut. Schlieslich ging das Licht ganz aus und nur ein paar Katzenaugen leuchteten im dunkeln, während langsam leise, ja fast vorsichtig die Musik einsetzte. Nach und nach schalteten sich Scheinwerfer ein, die die Szene beleuchteten. Die Musik wurde lauter und lauter, die Spannung stieg.
Resi und Schorsch waren im Nu von der Aufführung gefesselt. Die Darsteller waren sehr gut und und das Publikum wusste das durch mehrfachen Szenenapplaus zu würdigen. Schorsch wußte, dass sie es nur ihrer "Zeitmaschinenhütte verdankten so eine schöne Aufführung zu sehen, waren doch die späteren Versionen in Stuttgart, Frankfurt, oder anderswo im deutschsprachigen Raum nur ein müder Abklatsch der Hamburger Produktion.
Resi flüsterte ihrem Liebsten ins Ohr: " Ach Süßer, das ist ein Wahnsinn! Diese Schauspieler, Sänger, Tänzer! Ich wollte diese Musical immer schon sehen, aber soooooooo schön hatte ich es mir nicht mal in meinen Träumen vorgestellt! "Ja, so etwas live zu erleben ist schon was anderes, als im Fernsehn. Echt Klasse!" Gespannt verfolgten die beiden das weitere Geschehen auf der Bühne. In der Pause gönnten sich die beiden ein Gläschen Sekt. Sie genossen den Abend in vollen Zügen. Nach der Vorstellug bummelten sie noch über die "Sündige Meile" die ja direkt vor der Tür des Operettenhauses beginnt. Die schauten sich neugierig um. So viel hatten sie schon gehört davon und jetzt warfen sie endlich da und konnten alles bestaunen was da so ablief. Resi war schon etwas erstaunt, dass Schorsch trotz ihrer Anwesenheit von Damen des "Horizontalen Gewerbes " angesprochen wurde. Das hätte sie sich nicht gedacht, aber sie war auch noch nie in einer solchen Umgebung und hatte keine Ahnung was da alles so ablief. Aber nach dem schönen Abend nahm sie es mit Humor und lies sich die gute Laune nicht verderben. Sie schlenderten weiter die Straße entlang und beobachteten das Treiben dort amüsiert. Beide waren erstaunt, zu so später Stunde noch so viele Menschen unterwegs zu sehen, aber Hamburg Sankt Pauli kennt keine Sperrstunde. Schorsch fragte Resi ob sie noch irgendwo einkehren sollten, aber Resi war mittlerweile müde geworden und wollte lieber zurück ins Hotel. Eine knappe Stunde später schlummerten beide tief, fest und glücklich.

Resi reckte sich als die aufgehende Sonne ihre Nase kitzelte. Sie blickte auf Schorsch, der noch tief zu schlafen schien. Leise summte sie ein Lied aus dem Musical, während sie aus dem Bett glitt und ins Bad huschte.
Lange ließ sie das heiße Wasser über ihren wohlgeformten Körper prasseln. Bald darauf waberten dicke Wasserdampfschwaden durch den Raum. Dann rief Schorsch:"Guten Morgen mein Schatz. Brauchst du noch lange?" "Wieso? Hast du noch Termine?", erwiderte Resi lachend. "Komm doch mit unter die Dusche, wenn du es so eilig hast". Resi hatte noch nicht ganz ausgesprochen, schon stand Schrsch mit unter dem dampfenden Strahl und nahm sie in die Arme.


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BeitragVerfasst: Di 3. Nov 2009, 11:02 
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Etwas müde saßen Resi und Schorsch im Abteil des Intercitys nach Hamburg. Es regnete draußen und das Plätschern des Wassers und die Fahrgeräusche des Zugen bewirkten, dass sie schließlich beide ins Land der Träume entschlummerten. Sie hatten gestern (nein, eigentlich heute früh) noch lange gefeiert und sich danach noch lange in den Armen gelegen und gekuschelt. Das hat beide schlussendlich so rührselig gemacht, nach allem was sie erlebt hatten, dass sie den Entschluss gefasst hatten, endlich mal nach Hamburg zu fahren und sich einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen, nämlich Andrew Lloyd Webbers Musical Cats im Operettenhaus an der Reeperbahn live sehen. In ihrem normalen Leben wäre das nicht möglich gewesen, da dort nach 15 Jahren Cats schon lange andere Programme liefen. Nachdem beide eine Weile geschlafen hatten, wurden sie durch das jähe Bremsen des Zuges geweckt. Weder Resi noch Schorsch wussten gleich wo sie waren. Draußen war es mittlerweile stockdunkel geworden. Draußen zuckten ein paar Blaulichter durch die Nacht. Dann hörte man plötzlich auch das Jaulen von Sirenen. "Was da wohl passiert ist?"fragte Resi. "Keine Ahnung", antwortete ihr Freund, " ich hoffe nur, dass es nichts Schlimmes ist. Obwohl, bei Blaulicht und Sirene............................?"
In diesem Moment öffnete sich die Abteiltür und zwei Männer in Uniform fragten höflich aber bestimmt nach den Ausweispapieren. "Oh Mann," zuckte es erschrocken durch Resis Kopf, "wir haben doch gar keine!" Sie blickte die Beamten aber nur erstarrt und schweigsam an. Aber da griff Schorsch in seine Brieftasche und zog beide Ausweise aus der Tasche, wobei er allerdings etwas unsicher wirkte. Seine Freundin wunderte sich zwar etwas, war aber erstmal erleichtert. "Die Ausweise sehen ja aus, als wären sie hundert Jahre alt, was haben sie damit nur gemacht?" fragte der Polizist und reichte die Papiere, die laut Austellungsdatum druckfrisch waren, etwas erstaunt an Schorsch zurück. Der zuckte nur mit den Schultern und murmelte etwas Unverständliches vor sich hin. Draußen auf dem Gang tuschelten die Beamten miteinander. Resi verstand nur etwas von seltsame Papiere, kein Gepäck und erschrecktem Blick bei der Frau. Langsam entfernten sich dann aber doch die Schritte der Männer und die beiden atmeten erleichtert auf. "Woher hattest du denn plötzlich die Ausweise?"wollte Resi jetzt aber doch wissen. Schorsch erzählte ihr:"Weißt du das war so: Die Zukunftsresi hat die Ausweise extra aufgehoben, als sie abgelaufen waren. Sie dachte wohl schon, dass wir auftauchen und sie dann vielleicht brauchen würden. Nein, genauer gesagt, sie wusste es, denn sie hat das alles ja schon erlebt, was uns noch bevor steht." "Tja, so wird es wohl sein," überlegte Resi, "was ich aber nicht verstehe: Warum hat sie uns das alles nicht erzählt? Wir wären doch dann auf alles vorbereitet gewesen............."In diesem Moment fielen mehrere Schüsse. Jemand schrie in der Finsternis gequält auf. Alle Polizisten, die eben noch die Reisenden kontrolliert haben waren jetzt mit ihren Taschenlampen draußen unterwegs und beleuchteten die Szene. Noch immer war im Zug nicht auszumachen, was sich da eigentlich abspielte und die Reisenden begannen darüber zu diskutieren, was los sein könnte. Aus dem Nachbarabteil war zu hören, dass die Polizei wohl die Geldtransporträuber, die am Vortag 10 Millionen DM geraubt hatten, im Zug vermutete. Plötzlich hörte man eilige Schritte näher kommen und die Polizisten betraten wieder das Abteil in dem Resi und Schorsch saßen. "Gehört das zu ihrem Gepäck?" fragte einer der Beamten und zeigte auf eine Plastiktüte. Resi senkte den Blick und schwieg. Schorsch antwortete:" Uns gehört das nicht. Bisher ist mir die Tüte auch nicht weiter aufgefallen." "Hmmm", brummte der Uniformierte vor sich hin. Er nahm die Tüte und schaute hinein. "Ahaaaa," sagte er laut, " da habe wir es ja!" Dabei holt er eins von vielen Bündeln Geldscheine aus der Tüte. Erstaunt sahen Resi und Schorsch sich an und ahnten nichts Gutes. "Ich fürchte, wir werden uns etwas unterhalten müssen!", sprach der Beamte sie an. Da Resi und Schorsch aber nichts zu verbergen hatten und auch keine Fingerabdrücke von ihnen auf der Tüte sein konnten, sagte Schorsch frech zu dem Polizisten: "Schauen sie mal, wie blau jetzt ihre Finger sind. Das Geld scheint markiert zu sein, sowas habe ich schon mal im Krimi gesehen." Der Uniformierte stutze. Tatsächlich waren seine Finger ganz verfärbt.
"Das ist jedenfalls das Geld, das gestohlen wurde. Haben Sie beide etwas dazu zu sagen?""Wie ich schon gesagt habe, wir hatten die Tüte bislang nicht mal bemerkt. Wir können Ihnen da beim besten Willen nichts darüber sagen", antwortete Schorsch. "Seit München haben wir geschlafen, bis sie den Zug gestoppt haben." Der Polizist sagte darauf nur:" Also bis Hamburg wollen die fahren? Gut, dann bleiben Sie in diesem Abteil. Es könnte sein, dass wir noch weitere Fragen an sie haben."
Er notierte sich nochmal die Personalien, grüßte kurz und ging. Die bis dahin fast stumme Resi seufzte:" Mann, oh Mann, wo sind wir da bloß wieder hineingeraten?"" Stimmt. Einen Urlaub stelle ich mir auch andes vor," antwortete Schorsch, "wir müssen jetzt eben das Beste daraus machen. Wir haben schon Schlimmeres überstanden. Aber ich frage mich doch, wie die Bankräuber auf den Gedanken kommen, dass Geld einfach hier im Zug zu deponieren". "Vielleicht, haben sind sie ja noch irgendwo in der Nähe und warten nur auf einen geeigneten Moment ihre Beute wieder zu holen," überlegte Resi. "Ich denke eher, die haben das Färbemittel bemerkt, das man praktisch nicht abwaschen kann und das das Geld praktisch wertlos macht," entgegnete ihr Freund und sie musste ihm Recht geben. Das hatte sie nicht bedacht. "Ich frage mich, wer da eben bei der Schießerei getroffen wurde?", fragte sich Resi. Schorsch antwortete nicht sondern sah nur nachdenklich aus dem Fenster in die dunkle Nacht."So gezielt, wie sie wieder hier ins Abteil gestürmt sind, muß doch irgend jemand von den Bankräubern was ausgesagt haben!", sinnierte Resie weiter, "meinst du sie kommen wieder und wir bekommen ernsthafte Schwierigkeiten?" "Vielleicht wollten sie ja so ihre Verfolger loswerden, da das Geld ja sowieso für sie wertlos war, wegen des Färbemittels", erwiderte ihr Freund, "na egal, ich hoffe jedenfalls, dass wir unsere Reise jetzt in Ruhe fortsetzen können."

Ein paar Stunden später lief der Zug in Hamburg ein. Das helle Licht auf dem Bahnhof, die vielen Menschen die von einem Ort zum anderen eilten, die Lautsprecherdurschsagen, die Gerüche von den Imbissläden, das alles ließ das Liebespaar die letzten aufregenden Stunden vergessen. Kurz vor Hannover hatte man sie zwar noch gebeten, morgen auf dem Polizeipräsidium am Beliner Tor zu melden, aber das war wohl nur noch der Ordnung halber. Resi und Schorsch machten sich also auf den Weg zu ihrem Hotel, checkten ein und fielen bald darauf in einen erholsamen Schlaf. Helles Mondlicht schien auf die Zwei, die das aber gar nicht mehr bemerkten. Sie schliefen tief und fest, erholten sich von allen Abenteuern und Aufregungen der letzten Tage und es war gut so. Weiß man was der nächste Tag wieder mit sich bringen wird.
Morgens um 6 wurden die beiden aber schon wieder durch den ungewohnten Verkehrslärm geweckt. Resi reckte und streckte sich, Schorsch kroch aus dem Bett und schaute zum Fenster hinaus. Sie hatten einen herrlichen Blick über den Park "Planten und Blomen" zum Fernsehturm hin, der im Licht der aufgehenden Sonne aus einer dünnen Bodennebelschicht aufragte. Es schien ein wunderschöner Tag zu werden und das schlug sich auch auf die Stimmung der beiden nieder. Zuerst sollte mal ausgiebig gefrühstückt werden. Aber als Resi ihren Schorsch so im Sonnenlicht sah, kam ihr ganz anderes in den Sinn und sie lies wie zufällig den Träger ihres Nachthemdchens von der Schulter rutschen. Ihr Liebster sah das sofort und kam der unausgesprochenen Aufforderung gerne nach. Er nahm sie in den Arm und küsste sie leidenschaftlich. Seine Hand streichelte dabei die vollen Rundungen ihres Busens. Resi stöhnte auf, ihr Herz schlug schneller ........ Doch plötzlich klopfte es heftig an der Zimmertüre.
"Inspektor Grau! Darf ich mal kurz stören?" "Verdammt, hat man denn nie seine Ruhe" zischte Schorsch wütend. "Keine Angst, ich habe gute Nachrichten." Resi und ihr Freund schauten den Beamten, nachdem sie die Türe geöffnet hatten, gespannt an.
"Um es gleich vorweg zu schicken", fing der ihnen noch unbekannte Kommissar zu reden an, nachdem er sich ausgewiesen hat, "die Bankräuber haben umfassend gestanden und sie sind frei von jedem Verdacht." Erleichtert blickten die beiden Liebenden sich an. "Eine Belohnung für die Mithilfe bei der Wiederbeschaffung des Geldes steht ihnen wohl auch zu, da sie meinen Kollegen aus dem Zug auf die Tüte aufmerksam gemacht haben." "Juhuuu!," entfuhr es da Resi, "dann können wir ja unsere Urlaub hier ein bisschen verlängern." Schorsch hingegen schaute etwas ungläubig aus der Wäsche, da sie doch nichts dazu beigetragen hatten und fragte: "Was ist da im Zug eigentlich genau passiert?" Der Beamte schaute ihn erstaunt an. Dann sagte er verschämt grinsend: "Ach das können sie ja gar nicht alles mitbekommen haben. Das ging wohl alles zu schnell für Sie. Also das war folgendermaßen: Nach dem Bankraub hat ein Passant die Räuber unauffällig bis zum Bahnhof verfolgt und gesehen, wie sie in den Zug nach Hamburg stiegen. Deshalb haben wir dann den Zug an der bewussten Stelle anhalten lassen, um ihn zu durchsuchen. Als meine Kollegen dann auf die Verbrecher stießen, flohen sie aus dem Zug, genau den anderen Kollegenin die Arme. Dann kam es zur Schießerei, wobei ein Räuber verletzt wurde. Sie weigerten sich allerdings zu sagen wo die Beute war und ob sie noch Komplizen hatten. Ein aufmerksamer Reisender wies uns dann auf ihr Abteil hin, da er einen der Räuber dabei gesehen hatte, als er heraus kam.", erklärte der Polizist den beiden. Schorsch und Resi nickten verstehend. "Die Versicherung hat eine Belohnung von 10% der wiederbeschafften Summe ausgelobt und da wir als ermittelnde Beamte kein Anrecht darauf haben und die beiden Kollegen zu Protokoll gegben haben, dass sie die herrenlose Tüte auf ihren Hinweis hin überprüft haben, dürfte ihnen allein das Geld zustehen." "Juhuuuu!" entfuhr es da Resi. "Das sind ja ganz tolle Neuigkeiten!", freute sich Schorsch. "Es sind die ganzen 10Millionen DM in 1000DM Scheinen in der Tüte gewesen - 10000 Scheine !" Der Beamte klärte die beiden noch auf wo, wann und wie sie an den Finderlohn kommern würden und verabschiedete sich mit einem freundlichen Lächeln. "Eine Millionen € dafür, das wir im Abteil geschlafen haben, in dem Bankräuber ihre unbrauchbare Beute versteckt haben?", sinnierte Schorsch," Nicht übel!" Resi lachte lauthals auf. "Ja, so viel Glück ist doch unglaublich. Aber egal,...... jetzt machen wir uns einfach ein schönes Leben. Wir müssen jetzt überlegen, wie wir einen Teil des Geldes am besten anlegen, damit wir lange davon leben können."" Mit dem Geld in der Hinterhand können wir auch unsere Zeitmaschinen-Hütte so richtig ausnutzen." erwiderte Schorsch. Ganz verstand Resi das nicht, aber sie nickte zustimmend. Nach so viel Aufregung am Morgen war es jetzt höchste Zeit für ein Frühstück.
Nach 25 Minuten waren sie mit der Morgentoilette fertig und begaben sich ins Hotelrestaurant um sich am reichhaltigen Buffet zu stärken. Schorsch füllte sich seinen Teller, als wenn er eine ganze Fußballmannschaft verköstigen müsste. So eine Auswahl an Köstlichkeiten, gab es schließlich nicht jeden Tag und sein Hunger war groß. "Irgendwie kann ich das alles noch gar nicht glauben!"wiederholte Resi nun bestimmt schon zum 10. Mal, wie eine Schallplatte mit einem Sprung, "welch ein Glück! Nein so etwas .....".
"Wir gehen jetzt erst mal eine Runde drüben im Park Planten un Blomen spazieren, damit du mal wieder etwas klarer im Kopf wirst, mein Schatz," grinste Schorsch. "O.K.", stimmte Resi laut lachend zu. "Die frische Luft wird mir gut tun." Also machten die beiden sich auf den Weg. Es war ein wunderschöner Tag, die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel und schien sich mit ihnen zu freuen. Überall genossen Menschen den schönen Tag und die Kinder hatten ihren Spass an den verschiedenen Wasserspielen.
Nach einiger Zeit setzten sich die beiden Liebenden auf eine Parkbank und Schorsch fragte:"Wenn ich hier die vielen Kinder sehe, frage ich mich, wie du zu eigenen Kindern stehst. Hast du schon mal darüber nachgedacht, ob und wenn ja, wann du Kinder willst? Ich wünsche mir Kinder von dir.""Gegen zwei, drei Kinder hätte ich nichts auszusetzten, aber in der Zukunft habe ich keinen Hinweis darauf gesehen, das wir welche hätten", antwortete Resi nicht mehr ganz so fröhlich. "Hmm," überlegte Schorsch,"ich denke wir können die Zukunft mit unserer Zeithütte ändern, meinst du nicht?""Zumindest werden wir erfahren, wieviel Vorbestimmung es in unserem Leben gibt, und wie groß unser Einfluss darauf ist, wenn wir versuchen unser Schicksal zu ändern," antwortete ihr Schorsch, "aber zunächst mal lass uns unseren Urlaub jetzt mal in vollen Zügen genießen. Geld haben wir ja jetzt genug um es uns mal so richtig gut gehen zu lassen.""Vorsicht, noch haben wir es nicht auf dem Konto!"mahnte Resi. Schorsch lachte laut auf und ermahnte sie nicht immer so negativ zu denken.
Nach ihrem Bummel durch den Park stand eine Stadtrundfahrt mit der "Hummelbahn" auf dem Programm. Resi liebte es mit solch romantischen Fahrzeugen durch die Gegend zu bummeln. Am Hafen stiegen sie in eine Barkasse um mit der sie kreuz und Quer durch den Hafen und die alte Speicherstadt schipperten. Sie bewunderten die vielen historischen Gebäude und beobachteten das emsige Treiben der dort arbeitenden Menschen. "Hej Löcht" ("Er Lügt" So nennt man im Hafen die Barkassenkapitäne) hatte bei jeden Gebäude und jedem Schiff seine witzigen "Döntjes" (gem Wikipedia kleinere, zumeist heitere, fiktive Erzählung) auf Lager, und so gab es einiges zu lachen oder zumindest zu schmunzeln. Die Zeit verging wie im Fluge und der schöne Ausflug ging leider zu Ende. Aber am Abend würden sie ja noch zu Cats gehen. So machten sie sich auf ins Hotel um sich schick für den Abend zumachen. Aber vorher kehrten sie noch in einem Chinarestaurant ein um ihren Hunger zu stillen. Resi entschied sich für Frühlingsrolle und knusprige Ente mit Bambus und Morcheln, Schorsch wählte, wie meistes beim Chinesen, scharfes Rindfleich Szechuan-Art. Es dauerte nicht lange und das Mahl wurde ihnen serviert. Sie hatten offenbar ein gutes Restaurant gewählt, die Portionen waren so groß, dass sie sicher nicht hungrig weggehen würden, es war alles appetitlich angerichtet und duftete einfach herrlich. Man hätte denken können, dass Schorsch seit Tagen nicht gegessen hätte, so haute er rein und auch Resi ließ es sich schmecken. Satt und zufrieden lehnten sie sich nach der Mahlzeit zurück und nippen am Pflaumenwein, der ihnen als Aufmerksamkeit des Hauses nach dem Essen gereicht wurde. Zufrieden mit dem schönen Tag gab Schorsch ein fürstliches Trinkgeld, als er die Rechnung bezahlte. Resi lächelte ihn verzückt an. So einen schönen Tag hatten sie lange nicht mehr erlebt, und freute sich schon auf das Musical.
Sie fuhren mit einem Taxi zurück zum Hotel und machten sich hübsch für den Abend im Theater. Schon bald waberte der Wasserdampf im Badezimmer, weil Schorsch ein richtig heißes Duschbad nahm. Resi suchte einstweilen etwas Passendes zum Anziehen. Zwar hatte sie sich schon vor der Abreise für ein schickes Kleid entschieden, aber jetzt war sie doch wieder unschlüssig. Eine Weile probierte sie noch dies und das. Sie wollte doch schließlich besonders hübsch sein an diesem Abend. Endlich wählte sie ein rotes, recht kurzes Kleid, das sie aber noch aufbügelte, da es vom Transport etwas knitterig geworden war. Endlich kam auch Schorsch aus dem Bad. Er duftete nach Rasierwasser und sah umwerfend aus.
Als das bestellte Taxi vorfuhr küssten sich die beiden noch mal kurz und stiegen ein, um zum Operettenhaus auf der Reeperbahn zu fahren. Es herrschte sehr viel Verkehr und sie kamenn nur langsam voran. Gut, dass sie sich das Taxi sehr früh bestellt hatten. Außerdem war der Weg war auch nicht so weit, wie sie dachten, so dass sie sich im Foyer noch ein Glas Sekt gönnten. Als das Signal ertönte, machten sie sich auf den Weg um ihre Plätze einzunehmen. Resi war sehr aufgeregt. Lange schon hatte sie sich auf das Musical gefreut. Schlieslich ging das Licht ganz aus und nur ein paar Katzenaugen leuchteten im dunkeln, während langsam leise, ja fast vorsichtig die Musik einsetzte. Nach und nach schalteten sich Scheinwerfer ein, die die Szene beleuchteten. Die Musik wurde lauter und lauter, die Spannung stieg.
Resi und Schorsch waren im Nu von der Aufführung gefesselt. Die Darsteller waren sehr gut und und das Publikum wusste das durch mehrfachen Szenenapplaus zu würdigen. Schorsch wußte, dass sie es nur ihrer "Zeitmaschinenhütte verdankten so eine schöne Aufführung zu sehen, waren doch die späteren Versionen in Stuttgart, Frankfurt, oder anderswo im deutschsprachigen Raum nur ein müder Abklatsch der Hamburger Produktion.
Resi flüsterte ihrem Liebsten ins Ohr: " Ach Süßer, das ist ein Wahnsinn! Diese Schauspieler, Sänger, Tänzer! Ich wollte diese Musical immer schon sehen, aber soooooooo schön hatte ich es mir nicht mal in meinen Träumen vorgestellt! "Ja, so etwas live zu erleben ist schon was anderes, als im Fernsehn. Echt Klasse!" Gespannt verfolgten die beiden das weitere Geschehen auf der Bühne. In der Pause gönnten sich die beiden ein Gläschen Sekt. Sie genossen den Abend in vollen Zügen. Nach der Vorstellug bummelten sie noch über die "Sündige Meile" die ja direkt vor der Tür des Operettenhauses beginnt. Die schauten sich neugierig um. So viel hatten sie schon gehört davon und jetzt warfen sie endlich da und konnten alles bestaunen was da so ablief. Resi war schon etwas erstaunt, dass Schorsch trotz ihrer Anwesenheit von Damen des "Horizontalen Gewerbes " angesprochen wurde. Das hätte sie sich nicht gedacht, aber sie war auch noch nie in einer solchen Umgebung und hatte keine Ahnung was da alles so ablief. Aber nach dem schönen Abend nahm sie es mit Humor und lies sich die gute Laune nicht verderben. Sie schlenderten weiter die Straße entlang und beobachteten das Treiben dort amüsiert. Beide waren erstaunt, zu so später Stunde noch so viele Menschen unterwegs zu sehen, aber Hamburg Sankt Pauli kennt keine Sperrstunde. Schorsch fragte Resi ob sie noch irgendwo einkehren sollten, aber Resi war mittlerweile müde geworden und wollte lieber zurück ins Hotel. Eine knappe Stunde später schlummerten beide tief, fest und glücklich.

Resi reckte sich als die aufgehende Sonne ihre Nase kitzelte. Sie blickte auf Schorsch, der noch tief zu schlafen schien. Leise summte sie ein Lied aus dem Musical, während sie aus dem Bett glitt und ins Bad huschte.
Lange ließ sie das heiße Wasser über ihren wohlgeformten Körper prasseln. Bald darauf waberten dicke Wasserdampfschwaden durch den Raum. Dann rief Schorsch:"Guten Morgen mein Schatz. Brauchst du noch lange?" "Wieso? Hast du noch Termine?", erwiderte Resi lachend. "Komm doch mit unter die Dusche, wenn du es so eilig hast". Resi hatte noch nicht ganz ausgesprochen, schon stand Schorsch mit unter dem dampfenden Strahl und nahm sie in die Arme. Er küsste sie innig und wollte gerade sanft über ihre Rundungen streicheln, als es heftig an der Zimmertüre klopfte.


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